Wird 2016 ein Wendepunkt in der Geschichte der Weltwirtschaft?
Neuste Artikel

Wird 2016 ein Wendepunkt in der Geschichte der Weltwirtschaft?

Anleger, die auf der Suche nach weniger Volatilität und Anzeichen eines stärkeren Wirtschaftswachstums sind, dürften in den neuen Research-Ergebnissen der Credit Suisse Trost finden, denn laut diesen könnte im nächsten Jahr eine Wende eintreten.

Der von der Bank Anfang dieses Monats herausgegebene Bericht «Global Markets Division 2016 Outlook Report» sieht eine moderate Erholung des weltweiten Wachstums voraus, und zwar «in einem etwas besseren Tempo als 2015». Angetrieben werden soll es von einem stabilen Konsum in den Industrieländern und vier Leitzinserhöhungen der US-amerikanischen Zentralbank. Der Bericht warnt aber auch vor der möglichen Gefahr eines Investitionseinbruchs in China, der stärker ausfallen könnte als erwartet, und der Möglichkeit einer stärkeren Inflation in den USA.

Könnte das Wachstum wieder anziehen?

Eines der zentralen Ergebnisse des Berichts ist, dass das globale Wachstum voraussichtlich über das aktuelle Niveau steigen wird, sollte sich der derzeitige weltweite Nachfrageanstieg fortsetzen. Dem Bericht zufolge wird die US-Notenbank die Leitzinsen im Laufe des Jahres viermal anheben, während die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten werden. Die Gesamtinflation wird sich in vielen Volkswirtschaften vom jüngsten weltweiten Rohstoffpreisschock erholen, doch geht der Bericht nicht von einem starken Anstieg der Kerninflation in den Industrieländern aus. Das Wachstum in China werde wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres wieder anziehen, da die jüngsten politischen Massnahmen zu greifen begännen, so der Bericht, während eine sich verstärkende Investitionsschwäche in China und daraus folgende Marktvolatilität zwar wenig wahrscheinlich seien, aber schwere Auswirkungen zur Folge hätten.

Möglicher Anstieg der Inflation

Möglich wäre auch, dass die Kerninflation in den USA nach oben tendiert und hohe Zinsen und verschärfte Finanzierungsbedingungen nach sich ziehen würden. Eines ist dem Bericht zufolge sicher: «Die Debatte darüber, ob die Federal Reserve den Normalisierungsprozess einleiten kann, wird bis Ende 2016 auf die eine oder die andere Art beendet sein.» «Zurzeit ist der Markt auf die Wahrscheinlichkeit konzentriert, dass die Federal Reserve nicht weit kommen wird, da der Prozess von einer Kombination aus schwacher Inflation und phasenweisem Anstieg der Finanzmarktvolatilität gestört werden wird.»

«Auch wenn wir Probleme sehen, besonders in China, so besteht eine grössere Gefahr unseres Erachtens darin, dass in den USA nahezu Vollbeschäftigung erreicht wird und in der Folge die Inflation wieder erwacht.» Der Bericht sagt ausserdem, dass «die Überschneidung des Zyklischen und des Strukturellen» die Kapitalströme auf der Welt wahrscheinlich in beträchtlichem Masse verändern werde. In diesem Fall werde weiterhin der US-Dollar der grösste Nutzniesser sein, da die amerikanischen Zinsen von denen in anderen Ländern abgekoppelt werden sollen.