Wie sieht die Zukunft der Politik aus?
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Wie sieht die Zukunft der Politik aus?

Vor dem Hintergrund der sich wandelnden geopolitischen Landschaft lud das Credit Suisse Research Institute eine Reihe internationaler Politikexperten, ehemaliger Entscheidungsträger und strategischer Kunden der Credit Suisse zu einer Diskussion über die «Zukunft der Politik» ein. Die wichtigsten Themen waren der Aufstieg des Populismus in den Industriestaaten, der Migrationsdruck in verschiedenen Regionen der Welt und aktuelle Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung in etablierten Demokratien.

In seiner Eröffnungsrede warf Verwaltungsratspräsident Urs Rohner ein Schlaglicht auf die im Wandel befindliche geopolitische Ordnung. Er zeichnet sich durch eine zunehmende Abkehr von der Globalisierung und diverse Veränderungen in den reifen Volkswirtschaften aus. Insbesondere sprach er die aktuellen Entwicklungen in vielen Gesellschaften an, die von einem der Referenten, Dr. Francis Fukuyama, unter dem Begriff «politischer Verfall» zusammengefasst wurden.

In den anschliessenden Sitzungen waren sich die Teilnehmenden einig, dass die zunehmend ungleiche Vermögensverteilung, die unsicheren Arbeitsplätze, der Migrationsdruck und eine feindliche Haltung gegenüber den «Eliten» Wegbereiter für den zunehmenden Populismus im Wahlkampf sind.

Insbesondere die Vermögenskonzentration auf die oberen Segmente hat Eliten aller reifen Gesellschaften dazu befähigt, das politische System zugunsten ihrer eigenen Interessen zu beeinflussen. In Demokratien, die auf die Zusammenarbeit mit Interessengruppen angewiesen sind, kam es zu einem unverhältnismässigen Anstieg von Entscheidungen, die nicht die öffentliche Meinung spiegeln. Aufgrund ihres Wesens reagieren reife Demokratien auf grössere Herausforderungen häufig unzureichend, was das Misstrauen der Öffentlichkeit weiter verstärkt. Da es den bestehenden institutionellen Strukturen nicht gelingt, sich weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen der sich wandelnden Gesellschaften gerecht zu werden, tendieren politische Bewegungen dazu, sich zu den Extremen des politischen Spektrums zu bewegen.

An der Veranstaltung nahmen Fachreferenten teil, die vom CSRI eingeladen worden waren: Denis McDonough, Professor Francis Fukuyama, Professor Brian Nolan, Professor Michael M. Ting, The Rt Hon Sir John Major KG CH, General Colin L. Powell (a. D.).