Vermögen nach Ländern: in den meisten Ländern höher als 2007
Artikel und Stories

Vermögen nach Ländern: in den meisten Ländern höher als 2007

Im globalen Vergleich ist das Vermögen der Privathaushalte von Land zu Land sehr unterschiedlich. Hier sind die wichtigsten Punkte.

Sowohl bei der Höhe als auch bei der Verteilung des Vermögens gibt es zwischen den einzelnen Ländern grosse Unterschiede. Es lassen sich einige bemerkenswerte Vergleiche anstellen.

Beispielsweise liegt das Nettovermögen von 91 % der Erwachsenen in Indien bei unter USD 10'000, während dies in China für nur 33 % gilt.

Hoher Anteil wenig Vermögender in einigen Industrieländern

Zudem ist der Prozentsatz an Personen mit sehr geringem Vermögen in einigen Industrieländern, darunter auch Deutschland und die USA, erstaunlich hoch. 41 % der Erwachsenen in Deutschland haben ein Vermögen von weniger als USD 10'000; in den USA betrifft dies 28 %:

Dagegen ist der Anteil in anderen Ländern wie Australien (6 %) und Japan (5 %) äussert gering. Diese Werte sind Ausdruck von Aspekten wie Kreditverfügbarkeit, Umfang von Studiendarlehen, Preise für Wohneigentum und der Frage, ob junge Erwachsene tendenziell eher zu Hause bei ihren Eltern leben und somit nicht separat betrachtet werden.

Vermögen grösstenteils höher als 2007

Ein typisches Muster zeigt sich in den meisten Ländern in einem leichten Rückgang des Durchschnittsvermögens pro Erwachsenem in den Jahren 2000 bis 2002, einer Erhöhung bis 2006 oder 2007 und einer Abnahme im Jahr 2008 mit anschliessender Erholung. Mitte 2018 war das Vermögen ausnahmslos höher als noch 2000 und in den meisten Ländern höher als im Jahr 2007, wie die Entwicklung in den USA zeigt:

Chinas Schuldenquote bleibt niedrig

Im Hinblick auf das Gesamtvermögen der Haushalte liegt China derzeit auf dem zweiten Platz hinter den USA und vor Japan. Angesichts eines immer noch starken Immobilienmarkts lag der Anteil an Sachvermögen der privaten Haushalte 2018 bei 62 %. Die Realwerte betrugen Mitte letzten Jahres USD 32’640 pro Erwachsenem. Die Schulden beliefen sich im Durchschnitt auf nur USD 4’690, was 9 % des Bruttovermögens entspricht. Dies relativiert die Befürchtungen über eine steigende Verschuldung der Privathaushalte in China: die Schuldenquote ist im internationalen Vergleich nach wie vor niedrig.

Grossbritannien: weiterhin unklare Aussichten

Nach der Entscheidung im Brexit-Referendum im Jahr 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union folgte für Grossbritannien kein einfaches Jahr. Sowohl beim Wechselkurs als auch an den Aktienmärkten wurden starke Einbussen verzeichnet.

Dennoch nahm das Vermögen pro Erwachsenem in den folgenden 12 Monaten um 1 % in USD und 2 % in GBP zu. Der Aktienmarkt erholte sich und die britische Marktkapitalisierung stieg um 10 %. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Marktkapitalisierung um weitere 8 %, der Wechselkurs stabilisierte sich und das Vermögen pro Erwachsenem stieg um 6 %. Die weitere Entwicklung ist allerdings nach wie vor ungewiss.

Diese Beispiele zeigen die unterschiedlichen Umstände einzelner Länder auf. Gemeinsam ist jedoch allen, dass sie sich von den Einbussen während der Finanzkrise 2008 erholt haben, mit dem Vermögen pro Erwachsenem in den meisten Ländern höher 2018 als 2007.

Lesen Sie auch: