Trends und Medien

Die digitale, mobile und soziale Interaktion prägt den Zeitgeist der Jugendlichen. Trends und Medien (diesjähriges Schwerpunktthema) sind eng miteinander verknüpft. Müsste man ein Symbol für diese Jugend wählen, es wäre das Smartphone.

Zum optimistischen Abschluss des letzten Kapitels passen diese Fakten aus der Welt der Mediennutzung: Zwischen einem Drittel und der Hälfte wollen mehrmals pro Tag wissen, was in der Welt passiert. Vor allem in den USA (+14 Prozentpunkte) und in der Schweiz (+12 pp) haben diese Werte in den letzten fünf Jahren stark zugenommen. Die Topthemen, für die sie sich interessieren, sind überraschend breit: Musik und Wetter liegen vorne, es folgt «Regionales» vor «Kultur» und «neuen Produkten».

Anteil Jugendlicher, die sich täglich mehrmals über das Tagesgeschehen informieren

41

Schweiz

49

Brasilien

35

USA

42

Singapur

Zur Jugend gehört eine starke Meinung darüber, was gerade in ist und was out. Die Erhebung solcher Trends – ein Markenzeichen des Credit Suisse Jugendbarometers – zeigt dieses Jahr klar: Digital beschäftigt die Jugendlichen am meisten. Von den 20 genannten in-Dingen in den vier Ländern haben 17 mit der digitalen Welt zu tun. Zwei der drei analogen Ausnahmen kommen übrigens aus der Schweiz: Freunde treffen und Ferien im Ausland. Sehr oft genannt werden das Smartphone und Youtube (in allen vier Ländern) sowie WhatsApp (in drei Ländern).

Dem Fernsehen droht ein ähnliches Schicksal wie den Bezahlzeitzungen.

Müsste man ein Symbol für diese Jugend wählen, es wäre das Smartphone. Die mobile Kommandozentrale liegt auf den Rängen 1 (Singapur), 1 (Schweiz), 2 (USA) und 4 (Brasilien). Exemplarisch dafür steht sein Popularitäts-Aufstieg in der Schweiz: 2010 fand erst knapp die Hälfte (47 Prozent) das Smartphone in, heute sind es 95 Prozent.

Wichtigste Informationsquelle

Das Jugendbarometer sagte den Leserschwund von Bezahlzeitungen schon früh voraus; nun zeigt sich, dass dem Fernsehen ein ähnliches Schicksal droht: Sogar im TV-Land USA ist Fernsehen erstmals aus den Top 3 gefallen und in der Schweiz hat die Popularität innert fünf Jahren von 80 Prozent auf 62 Prozent nachgelassen. Parallel dazu verläuft der Aufstieg der Videoplattform Youtube. Interessanterweise ist das Radio konstant beliebt, zumindest in der Schweiz. Kein Wunder, hat Apple beim eben lancierten digitalen Musikdienst eine herkömmliche Radiostation integriert.

Auch digitale Tools können schnell aus der Gunst der Jungen fallen – die Generation zeigt sich wenig loyal gegenüber Produkten und Dienstleistungen: Die E-Mail taucht nur noch in einem Land in den Top 3 auf (letztes Jahr in drei Ländern). Die Beliebtheit der elektronischen Post ist in der Schweiz von 88 Prozent auf 71 Prozent gesunken. Als richtiggehend out gelten in allen vier Ländern veraltete Internetplattformen wie Orkut, das mittlerweile abgeschaltet wurde, und Myspace. Auch unbeliebt sind Drogen und Rauchen sowie politische Parteien und Religion.

Facebook wandelt sich vom Kommunikations- zum Nachrichtenmedium.

Zu Facebook: Die soziale Plattform wird als Leitmedium dieser Generation glorifiziert – oder ihr Untergang wird prophezeit. Was stimmt? Keines von beidem: Wie erwähnt finden mehr als 50 Prozent, Facebook verändere die Welt. Doch bei in findet es wenig Erwähnung und es hat auch in der Schweiz stark an Beliebtheit eingebüsst. Das Netzwerk hat eine andere, weniger hippe Funktion übernommen: 27 Prozent der Befragten aus Singapur, 22 Prozent aus den USA, 17 Prozent aus Brasilien und 5 Prozent aus der Schweiz geben an, Facebook sei ihre wichtigste Informationsquelle. Somit ist Facebook für diese Generation ein wichtigeres Nachrichtenmedium als News Apps, Radio, TV oder Zeitungen. Für die ursprüngliche Funktion von Facebook, die Kommunikation, bevorzugen die Befragten unterdessen den privateren Kurznachrichtendienst WhatsApp (mehr dazu bei Digitales Universum).