Wo guter Rat nicht teuer ist

Das Nonprofit Board Training Program der Credit Suisse unterstützt hochrangige Mitarbeitende – und wichtige Kunden – bei ihrer Verwaltungsratstätigkeit in Non-Profit-Organisationen. Warum dies eine echte Win-win-Situation für alle Beteiligten ist.

2009 schloss die Credit Suisse Americas Foundation eine strategische Überprüfung ihrer Programme ab. Eine wichtige Erkenntnis: Die Stiftung war erfolgreich, was die Freiwilligenarbeit von Nachwuchskräften betrifft, bei den Mitarbeitenden mit höherer Seniorität und mit Kundenkontakt besteht jedoch noch Spielraum für eine stärkere Beteiligung. Gleichzeitig wurde uns ein anderes, damit zusammenhängendes Problem bewusst: Non-Profit-Organisationen (NPO) benötigen dringend hochqualifiziertes, hochrangiges Humankapital. Ein Blick auf unsere Mitbewerber zeigte, dass einige Unternehmen zwar über Programme verfügen, um Mitarbeitende in Verwaltungsräten von NPOs zu platzieren, nur sehr wenige bieten jedoch fundierte Schulungen zur Verwaltungsratstätigkeit. Um diese Wissenslücke bei unseren Mitarbeitenden zu schliessen, haben wir das Nonprofit Board Training Program ins Leben gerufen.

Mitwirkung der Mitarbeitenden

Bisher wurden 900 Mitarbeitende in sieben nord- und südamerikanischen Städten geschult und über 115 Platzierungen auf Verwaltungsratsebene durchgeführt. Dabei konnten wir einige wichtige Erkenntnisse gewinnen – etwa, dass es der Leidenschaft für eine Sache zuzuschreiben ist, wenn jemand seine Zeit freiwillig für eine gute Sache zur Verfügung stellt. Wir haben beobachtet, dass die Mitarbeitenden durch die Tätigkeit in einem Verwaltungsrat neue Fähigkeiten entwickeln, die ihnen auch für aktuelle oder zukünftige Aufgaben bei der Credit Suisse zustatten kommen. Ein Beispiel: Michele D. Cubic ist dem Verwaltungsrat von SCO Family of Services beigetreten. «Durch meine Arbeit im Verwaltungsrat und Strategieausschuss bekam ich einen kritischeren Blick dafür, wie eine Unternehmensstrategie ausgearbeitet wird», erklärt Cubic. «Dies hat dazu beigetragen, dass ich zur Leiterin von Americas Investor Relations befördert wurde.»

Der Beitritt zu einer NPO ermöglicht es Mitarbeitenden zudem, ihr gemeinnütziges Engagement stärker in ihre Kundenarbeit zu integrieren. Doug Healy beispielsweise nimmt Einsitz im Verwaltungsrat der Eagle Academy Foundation (EAF): «Ich konnte dadurch meine Beziehungen zu einigen meiner wichtigsten Kunden – die meisten von ihnen sind leidenschaftliche Philanthropen – intensivieren.» 

Wir haben auch gesehen, dass Mitarbeitende ihre fachlichen Fähigkeiten einsetzen, um die langfristige Strategie ihrer NPO zu steuern. «Bei Eagle setze ich dieselben Fähigkeiten ein wie bei meiner täglichen Arbeit. Gemeinsam mit der Eagle-Belegschaft konnte ich mehr Struktur in die Budgetierungs- und Reportingprozesse bringen», so Healy.

Umgekehrt berichten NPOs über den wichtigen Beitrag, den Mitarbeitende der Credit Suisse als Verwaltungsräte leisten. Kimberly George, Executive Director bei «Rebuilding Together NYC», nennt als Beispiel den den Verwaltungsratspräsidenten Stephen Dundon: «Unter seiner Führung hat sich unsere Organisation von 2012 bis 2013 bemerkenswert entwickelt: Innerhalb von nur zwei Jahren konnten wir von einem Mitarbeiter auf acht aufstocken, das Budget wuchs von 360'000 auf 2,5 Millionen US-Dollar an und statt knapp 20 betreuen wir heute jährlich mehr als 100 Wiederaufbauprojekte.»

Auch Kunden zeigen Interesse

Im Gespräch mit Peter Skoglund, Vice Chairman von Private Banking North America und Mitglied des Stiftungsvorstands der Credit Suisse Americas Foundation, stellten wir fest, dass auch die Relationship Manager (RMs) und ihre Kunden Interesse am Thema hatten. Inspiriert durch den Grosserfolg mit den Mitarbeitenden wurde das Programm 2012 darum auf Privatkunden ausgedehnt.

Indem wir Kunden auf die Tätigkeit in einem Verwaltungsrat hin schulen, helfen wir ihnen, ihr gesellschaftliches Engagement zielführender zu gestalten und die finanzielle Nachhaltigkeit der von ihnen unterstützten Organisationen zu verbessern. Gleichzeitig tragen solche Coachings dazu bei, unsere Beziehung zu aktuellen und potenziellen Kunden zu intensivieren.

Die Board-Training-Workshops ermöglichen es unseren RMs zudem, sich als Berater zu profilieren, die sich für den Erfolg von NPOs einsetzen. Unsere führende Rolle im Bereich effektiver Verwaltungsratstätigkeit in NPOs stärkt die Marke Credit Suisse und festigt unseren Ruf als prinzipienstarker Partner – sowohl im geschäftlichen als auch gesellschaftlichen Sinn. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Indem wir unsere Freiwilligenprogramme auf die Fähigkeiten der Mitarbeitenden abstimmen, befähigen und motivieren wir diese, einen langfristigen, signifikanten Beitrag als Verwaltungsräte von NPOs zu leisten. Durch die Ausweitung des Trainings auf Kunden, können wir unsere Interessen besser mit den ihren in Einklang bringen. Davon profitiert am Ende auch unser Unternehmen. Basierend auf dem Erfolg des Programms in der Region Americas arbeiten unsere Corporate Citizenship Teams daran, ähnliche Programme in ihrer Region auszurollen.

Dieser Artikel wurde in der Frühlingsausgabe 2015 der Stanford Social Innovation Review publiziert.