Trotz Handelsstreit bleiben wir zuversichtlich für die Aktienmärkte
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Trotz Handelsstreit bleiben wir zuversichtlich für die Aktienmärkte

Die Auswirkungen der angekündigten Strafzölle auf das Wirtschaftswachstum dürften gering sein. Wir beurteilen Aktien trotz Handelsstreit nach wie vor positiv.

Die seitens der USA und China angekündigten Strafzölle haben die Ängste vor einem Handelskrieg weiter geschürt und risikoreicheren Anlagen erneute Verluste beschert. Die Auswirkungen der Handelszölle auf das globale Wirtschaftswachstum und die Inflation dürften allerdings sehr gering ausfallen, sofern die Zölle denn überhaupt in Kraft treten. Während die Verhandlungen nun weitergehen, evaluieren wir das Risiko einer Eskalation sorgfältig. Dennoch erachten wir unsere Anlagestrategie weiterhin als angemessen und beurteilen Aktien nach wie vor positiv.

Die Aktienmärkte gaben jüngst abermals nach, nachdem die USA Strafzölle auf chinesische Importprodukte im Wert von USD 50 Mrd. ankündigten. China reagierte darauf mit der Androhung eigener Zölle auf US-Einfuhren in Höhe von ebenfalls USD 50 Mrd., von denen unter anderem wichtige US-Exportprodukte wie Soja, Autos und Flugzeuge betroffen wären.

Der Handelskonflikt gibt berechtigten Anlass zur Sorge, obschon die jüngsten Entwicklungen nicht wirklich überrascht haben dürften. Die angekündigten Zölle treten nicht sofort in Kraft, und es werden voraussichtlich einige Monate vergehen, bis sich konkret etwas bewegt.

Fairer Handel dürfte Ziel der internationalen Politik bleiben

Insgesamt glauben wir, dass der faire und gegenseitige Handel auf absehbare Zukunft weiterhin im Fokus der internationalen Politik stehen wird. Bestehende Handelsbeziehungen dürften folglich überprüft und neu ausgehandelt werden, wobei die politische Unsicherheit während dieser Gespräche steigen wird. Doch obschon die Volatilität mittlerweile höher ist als in den letzten fünf Jahren (und wohl auch erhöht bleiben wird), sehen wir bisher keinen Grund, unsere globalen Wachstums- und Inflationsprognosen substanziell anzupassen.

Die Importe im Wert von USD 50 Mrd., die mit Zöllen belegt werden sollen, entsprechen weniger als 0.5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) Chinas und weniger als 0.25 Prozent des BIP der USA. Die Auswirkungen auf die Märkte sollten daher beschränkt sein, weshalb wir Kursschwächen bei risikoreicheren Anlagen tendenziell als Kaufgelegenheiten erachten. Dies ist unser Basisszenario, d.h. eines von zwei Szenarien, die wir identifiziert haben, um die wahrscheinliche Entwicklung der Lage abschätzen zu können. Dies bedeutet indes nicht, dass einzelne Unternehmen oder sogar Sektoren nicht trotzdem spürbar betroffen sein könnten. In unserem Basisszenario rechnen wir aber nicht mit einer anhaltenden Ansteckung von der Mikro- auf die Makro-Ebene.

In unserem zweiten (Risiko-)Szenario drohen die Verhandlungen zu scheitern, der Ton wird aggressiver und die Länder vergelten Gleiches mit Gleichem. In der Folge leiden die vorlaufenden Geschäftsklima- und Konsumentenstimmungsindikatoren, die globalen Wachstumserwartungen werden deutlich abwärts revidiert, und die Inflationserwartungen steigen. In einem solchen Umfeld würde die Risikoaversion an den Finanzmärkten vermutlich permanent und deutlicher zunehmen.

Zwischen (Handelskriegs-) Schlagzeilen und Realität unterscheiden

Um zu beurteilen, ob wir im Basisszenario verbleiben oder ob die Risiken steigen und wir uns auf das zweite Szenario zubewegen, muss zwischen Schlagzeilen und politischen Drohgebärden einerseits und der zugrunde liegenden Realität andererseits unterschieden werden. Wir sehen die zurzeit eher gehässigen Äusserungen weitgehend als Verhandlungstaktik oder Mittel zur politischen Positionierung. Die konkreten handelsrelevanten Verhandlungen gehen – anders als die wenig hilfreichen reisserischen Schlagzeilen – in die richtige Richtung, wie der Verlauf der NAFTA-Gespräche zeigt. Darüber hinaus waren auch die Äusserungen von führenden Regierungsvertretern aus den USA und China weitgehend positiv.

Unverändert positiver Ausblick für Aktien

Unter dem Strich bergen die Handelsstreitigkeiten zweifelsohne Risiken für unsere Anlagestrategie. Wir verfolgen die Entwicklung daher weiterhin sehr genau. Dennoch glauben wir nach wie vor, dass die scharfe, Besorgnis erregende Tonart Verhandlungstaktik ist oder der politischen Profilierung dient, um die Unterstützung der Bevölkerung für Neuverhandlungen bestehender Handelsbeziehungen zu stärken. Allerdings denken wir, dass keiner der beteiligten Akteure letztlich einen Handelskrieg wünscht, und wir erachten die bisher erzielten Fortschritte, z.B. in Bezug auf NAFTA, als recht positiv. Dennoch überprüfen wir die relevanten Markttreiber konstant hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf unsere taktische Positionierung, die wir vorerst unverändert belassen. Positionen wie unser Long-Engagement im JPY sowie in inflationsgeschützten Anleihen tragen hier zur Diversifikation unserer Portfolios bei, während wir globale Aktien weiterhin optimistisch beurteilen.