Globale Vermögenspyramide: Wachstum – aber regional unterschiedlich
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Globale Vermögenspyramide: Wachstum – aber regional unterschiedlich

China führt das Segment des Mittelstandes an und seit dem Jahr 2000 ist auch die Zahl der Superreichen im Land deutlich gestiegen: um das 200-Fache.

Die Vermögensunterschiede zwischen Einzelpersonen können beträchtlich sein, wie der Global Wealth Report 2018 des Credit Suisse Research Institute zeigt. Es gib vielerlei Gründe dafür, wobei es Abweichungen der Mittelwerte zwischen Ländern und erhebliche Diskrepanzen innerhalb der jeweiligen Bevölkerung gibt. Jüngere Altersgruppen, die bisher wenig Gelegenheit zur Vermögensbildung hatten, sind weltweit unverhältnismässig stark unter den Geringvermögenden vertreten.

Regionale Unterschiede sind dort ausgeprägt, wo die Möglichkeiten zum Vermögensaufbau gering sind, etwa in Afrika. Bisweilen haben auch Frauen oder Minderheiten geringere Chancen. Am anderen Ende des Spektrums stehen viele hochvermögende Einzelpersonen, die ihren Reichtum durch eine Kombination aus Talent, harter Arbeit und Glück erworben haben.

Wirtschaftliches Gewicht der unteren Vermögensklassen

Die breite, aus zwei Stufen bestehende Basis der Pyramide umfasst 4,5 Milliarden Personen mit niedrigen Durchschnittsvermögen, deren Gesamtwert mehr als 50 Billionen US-Dollar beträgt – eine erhebliche Summe, die häufig nicht beachtet wird. Die unterste Stufe weist die gleichmässigste Verteilung über Regionen und Länder hinweg auf, gleichzeitig aber auch die höchste Bandbreite persönlicher Lebensumstände.

In den Industrieländern gehören rund ein Drittel der Erwachsenen dieser Kategorie an, die meisten davon jedoch nur vorübergehend aufgrund von geschäftlichen Verlusten, Arbeitslosigkeit oder einer bestimmten Phase im Lebenszyklus (Jugend oder Alter). Im Gegensatz dazu fallen 90 Prozent der Erwachsenen in Indien und Afrika in diese Kategorie. Es handelt sich um Beispiele für einkommensschwache Regionen, in denen ein lebenslanges Verbleiben in der Basisstufe nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist.

Die zweitunterste Vermögensstufe zwischen 10'000 und 100'000 US-Dollar umfasst 1,3 Milliarden Erwachsene, die zusammengenommen das beachtliche wirtschaftliche Gewicht von 44 Billionen US-Dollar an Nettovermögen auf die Waage bringen. Weltweit stammt fast die Hälfte der Personen in dieser Kategorie aus China. Damit ist dieses Segment global fest in chinesischer Hand. Vor allem der Gegensatz zwischen China und Indien in Bezug auf den mittleren Vermögensbesitz ist beachtenswert. So sind 59 Prozent der Erwachsenen dem chinesischen Mittelstand zugehörig, während in Indien nur 8,6 Prozent dieser Stufe angehören.

Regionale Unterschiede auch innerhalb der wohlhabenderen Stufe

Europa, Nordamerika und die Region Asien-Pazifik (ohne China und Indien) stellen zusammen 79 Prozent der Gesamtgruppe der Erwachsenen mit einem Nettovermögen von über 100'000 US-Dollar. Europa macht ein Drittel des Gesamtwerts aus, damit ist sein Anteil etwa doppelt so hoch wie der Chinas. Es leben jedoch insgesamt nur 1,1 Prozent dieser Gruppe in Indien und 0,6 Prozent in Afrika.

Regionale Verteilung des globalen Vermögens

Zahl chinesischer Millionäre sprunghaft gestiegen

Die mit Abstand grösste Zahl der Millionäre ist in den USA ansässig: 17,3 Millionen oder 41 Prozent der Gesamtzahl der Millionäre weltweit. Japan konnte sich bei der Zahl der Millionäre über viele Jahre lang mit grossem Abstand auf dem zweiten Platz behaupten, bis China 2014 das Land überholte. Seit 2000 ist die Zahl der chinesischen Millionäre um einen Faktor von mehr als 80 auf den aktuellen Stand von 3,5 Millionen angestiegen (weltweiter Anteil: 8,2 Prozent).

Am bemerkenswertesten ist dabei, dass Indien im Jahr 2000 eine ähnlich hohe Zahl an Millionären wie China aufwies, nun aber laut unseren Schätzungen lediglich ein Zehntel der aktuellen chinesischen Gesamtzahl aufweist.

Interessanterweise gab es in Europa und Nordamerika in den Jahren zwischen 2007 und 2009 eine ähnlich hohe Zahl vermögender Privatpersonen (zwischen 1 Million und 50 Millionen US-Dollar), nach 2009 legte jedoch die Gesamtzahl vermögender Privatpersonen in Nordamerika zu und verzeichnet seit 2013 einen deutlichen Anstieg.

Die Zukunft gestalten

Neben ihrem zahlenmässig erheblichen Umfang weisen die unteren und mittleren Stufen der Pyramide ein enormes Gesamtvermögen auf, das Chancen bietet. Wenn diese Chancen genutzt werden, können sich daraus sowohl für die Konsumgüter- als auch für die Finanzbranche neue Trends ergeben.

Es steht zweifelsfrei fest, dass die Spitze der Pyramide mit weltweit 42 Millionen vermögenden und 149'890 sehr vermögenden Privatpersonen weiterhin die treibende Kraft von Anlagetrends bleiben wird. China wies mit einem Plus von 11 Prozent in der Kategorie der Superreichen insgesamt das bemerkenswerteste Wachstum auf – im Vergleich zur Jahrhundertwende ist die Zahl der Superreichen dort fast um das 200-Fache gestiegen.