Credit Suisse Taschengeld-Studie
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Credit Suisse Taschengeld-Studie: Umgang mit Geld richtig lernen

Wie lernen Kinder von Anfang an, richtig mit Geld umzugehen? Im Auftrag der Credit Suisse wurden für die Taschengeld-Studie 2017 mehr als 14'000 Erwachsene aus der ganzen Schweiz zu diesem Thema befragt – mit spannenden Ergebnissen: So sehen die Eltern die Verantwortung klar bei sich, Schwerpunkte und Werte variieren unter anderem je nach Region. Und: Kinder sind vernünftiger, als viele Eltern denken.

Finanzerziehung spielt in der Schweiz eine bedeutende Rolle. Doch wer ist dafür zuständig, dass Kinder ein gutes Verständnis für den Umgang mit Geld bekommen? Und wie schafft man es, sie auf einem sicheren Pfad in die finanzielle Unabhängigkeit zu führen? Diese und weitere Fragen werden in der Taschengeld-Studie der Credit Suisse thematisiert. Mehr als 14'000 Erwachsene aus der Schweiz nahmen dafür an zwei separaten Befragungen der Institute amPuls und sotomo teil. Etwa die Hälfte der Befragten hatte mindestens ein Kind im Alter zwischen 5 und 14 Jahren.

Umgang mit Geld lernen: die ersten Schritte

Schweizer Kinder sind im Schnitt sechs Jahre alt, wenn sie von ihren Eltern an das Thema Geld und den Umgang mit Finanzen herangeführt werden. Mit sieben Jahren dürfen Kinder das erste Mal kleine Einkäufe selbständig erledigen und mit zehn Jahren über Geldgeschenke verfügen. Bis zum nächsten Meilenstein dauert es dann in der Regel sechs Jahre. Der Zeitpunkt kann allerdings variieren und unterscheidet sich auch nach Sprachregionen. Die Studie zeigt: Eltern in der Deutschschweiz verfolgen in der Finanzerziehung andere Ansätze als Eltern in der lateinischen Schweiz.

Finanzerziehung ist Sache der Eltern

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Geld ist von zentraler Bedeutung für die finanzielle Sicherheit. Welche Rolle sollte Geld daher im Leben spielen? Eltern sehen die Finanzerziehung ihrer Sprösslinge ganz klar als ihre eigene Aufgabe. Dabei zeigen sich im Verlauf der Studie interessante Unterschiede hinsichtlich der individuellen Vorstellungen, die neben der regionalen Herkunft vor allem vom Einkommen und von der politischen Überzeugung geprägt sind. Für Eltern mit geringerem Einkommen (unter 50'000 Franken jährlich) spielt es eine grössere Rolle, ihren Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, als für Eltern der obersten Einkommensklasse (über 200'000 Franken jährlich).

91 %

der befragten Eltern finden, dass der Umgang mit Geld primär durch sie selbst vermittelt werden soll.

Geld und Werte

Drei wesentliche Prinzipien prägen gemäss der Taschengeld-Studie der Credit Suisse die Finanzerziehung in der Schweiz:

  1. Geld bildet einen Gegenwert für erbrachte Leistungen.
  2. Geld bestimmt die Grenze des eigenen Konsums.
  3. Geld steht dennoch nicht über allem. 

Entsprechend verwundert es nicht, dass die meisten Eltern angaben, ihren Kindern zu einem vernünftigen Umgang mit Geld zu raten. Die Aussage

«Geld fällt nicht vom Himmel, man muss dafür arbeiten» fand mit 77 Prozent den grössten Zuspruch. Und das, obwohl nur eine Minderheit von 37 Prozent Bedingungen an die Vergabe des Taschengelds knüpft. Auf Platz zwei folgte mit 64 Prozent Zustimmung «Lebe nicht über deinen Verhältnissen» und auf Platz drei mit 63 Prozent «Geld ist nicht alles im Leben» – die bevorzugte Auswahl von Müttern und Romands.

Geld fällt nicht vom Himmel, man muss dafür arbeiten.

Leitsatz mit der höchsten Zustimmungsquote

Sparen und Geldausgeben

Regen Eltern ihre Kinder zu Sparsamkeit an? Und wie können Eltern ihre Kinder behutsam an die Herausforderungen der Konsumgesellschaft heranführen?

Kinder sollen möglichst früh lernen, nicht über ihre Verhältnisse zu leben. Die Studie zeigt jedoch klar, dass sparen um des Sparens willen nur von relativ wenigen Eltern als zentraler Erziehungsinhalt vermittelt wird.

Ein wichtiger Aspekt der Finanzerziehung ist natürlich das Taschengeld. Die meisten Kinder können darüber frei verfügen. Eine grosse Mehrheit legt zumindest einen Teil davon regelmässig zur Seite – und das, obwohl die Kinder selten ein konkretes Sparziel haben. 

Durch kluges Haushalten grosse Wünsche erfüllen

Nicht alle Eltern konnten angeben, wofür ihre Kinder das gesparte Geld ausgeben wollen. Wenn das Sparziel bekannt war, handelte es sich in der Regel um elektronische Geräte wie Computer und Fortbewegungsmittel, beispielsweise Töffli. Darüber hinaus legen auch die Eltern Geld zur Seite, über das ihre Kinder ab einem bestimmten Alter verfügen dürfen. Spargrund ist hier meist die Finanzierung der Ausbildung oder der Fahrprüfung.

Zahlen und Fakten zur Finanzerziehung

6

Jahre sind Kinder alt, wenn sie Geld kennenlernen

650

CHF haben 7- bis 8-Jährige auf dem Sparkonto

56

der Eltern erachten den Einfluss der Banken als positiv.

Einflussnahme in der Finanzerziehung

Zu guter Letzt widmet sich die Credit Suisse Taschengeld-Studie der Frage, wer neben den Eltern einen Einfluss auf die Finanzsituation der Kinder hat – und wie sich dieser bemerkbar macht. Aus der Befragung wird deutlich, dass die Eltern den Geschwistern, Grosseltern, Paten und anderen Verwandten in der Regel einen positiven Einfluss zuschreiben. Eher negativ empfinden hingegen 75 Prozent den Einfluss anderer Kinder. Ein Grund mag sein, dass sie Konsumwünsche wecken, die vielleicht nicht im Bereich des Möglichen liegen. Den negativsten Einfluss haben jedoch Medien, Idole und die Werbung. Und wie steht es mit Banken? Eine Mehrheit von 56 Prozent ist davon überzeugt, dass Banken grundsätzlich einen positiven Einfluss auf ihre Kinder respektive deren Umgang mit Geld haben.