Supertrends: Schwellenländer setzen auf ihre Konsumenten
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Supertrends: Schwellenländer setzen auf ihre Konsumenten

In den Schwellenländern sind die Konsumenten die treibende Kraft hinter der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Übergang zu einer multipolaren Welt hätte sich in den letzten Monaten deutlicher nicht abzeichnen können. Nach Jahren der Hyperglobalisierung zeigen die Handelsspannungen seit Anfang 2018, dass mehrere Pole von ähnlicher wirtschaftlicher und geostrategischer Stärke entstanden sind. Sie stellen bei der Wirtschaftspolitik und den internationalen Beziehungen ihre eigenen Interessen viel stärker in den Mittelpunkt als in der Vergangenheit.

Die neuen globalen Faktoren

Globale Handelsstreitigkeiten erregen seit Anfang 2018 die Aufmerksamkeit der Märkte und Medien und sind noch längst nicht überstanden. Verhandlungen über das NAFTA-Abkommen sowie zwischen den USA und China laufen, was darauf schliessen lässt, dass aktiv nach einem Konsens gesucht wird. Letztlich könnte sich dies äusserst positiv auf die Märkte auswirken.

Allerdings könnten aber bei einem Scheitern der Verhandlungen die angedrohten Zölle umgesetzt werden, was Gewinner und Verlierer zur Folge hätte.

Moderate Exportabhängigkeit von Schwellenländern

Es wird oft davon ausgegangen, dass die Schwellenländer als Hauptnutzniesser der Globalisierung stark vom internationalen Handel abhängig sind. Dies gilt zwar für einige exportorientierte Länder wie Südkorea und Argentinien, nicht aber für die Mehrheit der Schwellenländer, deren Exporte höchstens ein Drittel des BIP ausmachen. Von grösserer Bedeutung ist, dass die Schwellenländer über einen starken inländischen Wachstumstreiber verfügen: ihre eigenen Konsumenten. Eine junge Bevölkerung und der Aufstieg der Mittelschicht bilden eine solide Basis für ein nachhaltiges Konsumwachstum.

Smartphones beeinflussen den Online-Detailhandel

Die schnell wachsende Verbreitung von Smartphones ermöglicht Konsumenten in den Schwellenländern ein breites Spektrum an Online-Aktivitäten. Smartphones bieten nicht nur Zugang zu E-Commerce-Plattformen, sondern dienen auch als digitale und mobile Geldbörsen. Die grösste Aktivität ist bei jüngeren Konsumenten zu beobachten, aber in China und Indien sehen wir auch einen hohen Anteil an Konsumenten mittleren Alters.

Online retail

Der aktuelle Credit Suisse Emerging Consumer Survey kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:

  1. Die Konsumentenstimmung in Schwellenländern verbessert sich in asiatischen Ländern wie China, Indien und Indonesien, die über die robustesten Endverbrauchermärkte verfügen.
  2. Positive Trends sind auch in rohstoffexportierenden Ländern wie Brasilien und Russland erkennbar.
  3. Parallel dazu sind jüngst auch in Schwellenländern Strömungen frustrierter Bürger und Übergänge zu populistischen Regierungen zu beobachten. Daher könnten auch dort binnenwirtschaftlich orientierte Verbrauchersektoren und nationale Champions ein gewisses strategisches Gewicht erhalten.
  4. Die grösste Aktivität ist bei jüngeren Konsumenten zu beobachten, aber in China und Indien sehen wir auch einen hohen Anteil an Konsumenten mittleren Alters.

Die Schwellenländer erkennen zunehmend, dass sie selbst zu einem wichtigen Pol geworden sind, wobei sowohl China als auch Russland führende Rollen auf der internationalen Bühne übernehmen. Aufgrund ihrer Bevölkerungszahl sind die Schwellenländer auch die Verbrauchermärkte der Zukunft.