Langfristige Investition und Silver Economy – Credit Suisse
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Supertrend Silver Economy: In den demografischen Wandel langfristig investieren

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Das schafft Nachfrage nach Versicherungs- und Finanzierungslösungen und damit langfristige Investitionsmöglichkeiten für Anleger.

Die Zahl der Senioren dürfte sich weltweit von derzeit knapp unter einer Milliarde bis 2050 auf über zwei Milliarden verdoppeln. Die Alterung der Bevölkerung wird fortschreiten und trotz der Bemühungen, die Gesundheitskosten zu senken und die Effizienz zu steigern, dürfte die Nachfrage nach individuellen Finanzierungslösungen im Hinblick auf die zunehmende Lebenserwartung und die steigenden Gesundheitskosten weltweit weiter zunehmen. Dies stellt für Versicherungen und für das Gesundheitswesen einen wichtigen Treiber dar und wirkt sich nicht mehr nur auf die Industrieländer, sondern auch zunehmend auf die Schwellenländer aus.

Vor allem Krankenversicherer profitieren von der mit dem steigenden Einkommen in den Schwellenländern einhergehenden hohen strukturellen Nachfrage. Dort machen Barauslagen in der Regel einen grossen Teil der allgemeinen Gesundheitsausgaben aus, gefolgt von staatlicher und gesetzlicher Krankenversicherung. Auf die freiwillige Krankenversicherung entfällt ein kleinerer Teil, wobei hier Wachstumspotenzial besteht, da der individuelle Wohlstand parallel zu den Gesundheitsausgaben steigt, was sowohl die Erschwinglichkeit als auch den Bedarf an Krankenversicherungsschutz unterstreicht.

Steigende Nachfrage nach Lebensversicherungen

Der demografische Wandel und die zunehmende Lebenserwartung dürften auch die Nachfrage nach Lebensversicherungsprodukten steigen lassen. Unserer Einschätzung nach werden die realen Bruttoprämien für Lebens- und Rentenversicherungen in unterversorgten Regionen wie Asien und – später – Afrika stärker steigen. Das Wachstum dürfte dabei von Annuitäten (Finanzprodukte, die investierte Mittel in regelmässige Zahlungen umwandeln) getragen werden, die in einigen Regionen die einzige zulässige Rentenauszahlungsmöglichkeit darstellen.

In Ländern, in denen die Sozialleistungen nicht ausreichen, könnte die höhere Lebenserwartung die Nachfrage nach privaten Altersvorsorgeplänen und liquiden Vermögenswerten zur Deckung künftiger Ausgaben, nicht zuletzt für Gesundheitsleistungen, steigen lassen. Daher werden Lebensversicherer ihr Portfolio an Sparprodukten unseres Erachtens auf fondsgebundene Produkte ausweiten und ihren Schwerpunkt gleichzeitig verstärkt auf Absicherungsangebote für ältere Menschen legen.

Mehr Ersparnisse dank höherem Rentenalter

In den meisten Industrieländern erhalten Bezugsberechtigte nach Erreichen des Rentenalters Vorsorgeleistungen aus dem öffentlichen System. Diese werden von den Regierungen verwaltet, welche die damit verbundenen Kosten und Risiken tragen. Die meisten dieser Programme funktionieren auf Umlagebasis, wobei die erwerbsbezogenen Beiträge zur Finanzierung der aktuellen Renten herangezogen werden. Die zunehmende Alterung dürfte einen Anstieg der öffentlichen Rentenausgaben zur Folge haben und zusammen mit den rückläufigen Abhängigkeitsquotienten Druck auf den Staatshaushalt ausüben.

Healthcare expenditures

Um die öffentlichen Rentensysteme zu erhalten, könnte das Renteneintrittsalter erhöht werden, was grössere Ersparnisse und eine stärkere Nachfrage nach (kapitalgeschützten) Finanzprodukten nach sich ziehen würde. Im Zuge der Alterung der Bevölkerung und der niedrigen Zinsen geraten die Höhe der Rentenleistungen und die betrieblichen Pensionskassen weiter unter Druck. Daher dürfte sich die Verschiebung von leistungsbezogenen (kollektive Risikobeteiligung) hin zu beitragsorientierten (individuelle Risikoübernahme) Vorsorgeplänen fortsetzen. Diese Verschiebung ist in den USA und Grossbritannien bereits deutlich vorangeschritten.

Wir gehen davon aus, dass die Haushalte zunehmend privat Vorsorge treffen, da sie sich immer weniger auf öffentliche und betriebliche Vorsorgepläne verlassen können. Somit dürften angehäuftes Vermögen und Ersparnisse einen Teil der künftigen Rente darstellen. Zwar bieten einige Lebensversicherungsprodukte steuerliche Vergünstigungen. Im Zuge der steigenden privaten Ersparnisse dürften aber auch komplexere Anlageprodukte gefragt sein, die diese Vermögenswerte so kanalisieren und umwandeln, dass sie bis zum Lebensende zur Verfügung stehen. Angesichts der Verschiebung hin zu beitragsorientierten Vorsorgeplänen ergeben sich Chancen für zusätzliche Beratungsdienstleistungen zur Strukturierung von Vorsorgeplänen/-produkten und bei der Vermögensverwaltung.