Supertrend Infrastruktur: bezahlbarer Wohnraum ist gefragt
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Supertrend Infrastruktur: bezahlbarer Wohnraum ist gefragt

Ein Dach über dem Kopf gehört zu unseren Grundbedürfnissen und übersteigt dennoch die finanziellen Möglichkeiten vieler. Eine Lösung ist mehr bezahlbarer Wohnraum.

Entwicklungsbedarf, der von den Anlegern bisher wenig beachtet wurde, gibt es im öffentlichen Wohnungsbau. Laut dem Demographia International Housing Affordability Survey 2017 gibt es mehrere bedeutende Immobilienmärkte mit nicht tragbaren Preisen, darunter China (Hongkong), Japan, Grossbritannien, Kanada, Irland, Singapur und Australien. Finanzielle Tragbarkeit bedeutet, dass die Kosten für Wohnraum nicht mehr als 30 Prozent bis 40 Prozent des Haushaltseinkommens betragen dürfen. Auf der ganzen Welt haben Regierungen begonnen, erste Massnahmen zu ergreifen.

Supertrend Infrastruktur: bezahlbarer Wohnraum ist gefragt

Die unerschwinglichsten Wohnungsmärkte.

Hongkong, Australien, Neuseeland, Japan, Grossbritannien, Kanada, Irland, Singapur

Bezahlbarer Wohnraum rund um den Globus

Schätzungen zufolge leben derzeit 54,5 Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten, und dieser Anteil nimmt weiter zu. Die Überbevölkerung der Städte hat die Immobilienpreise in die Höhe getrieben und Wohnen für viele unbezahlbar gemacht. Das McKinsey Global Institute ist der Ansicht, dass die Anzahl der Haushalte, denen unzureichender Wohnraum zur Verfügung steht oder die finanziell unter Druck sind, bis 2025 440 Millionen (das entspricht ca. 1,6 Milliarden Menschen) erreichen könnte. Um diese Lücke zu schliessen, wären Investitionen in Baumassnahmen von rund 9 bis 11 Billionen US-Dollar notwendig. Einschliesslich der Grundstückskosten könnte der geschätzte Marktwert 16 Billionen US-Dollar betragen.

Auf der ganzen Welt haben Regierungen begonnen, Massnahmen zu ergreifen und Programme und Pläne zu starten, die den Ausbau der Wohnraum-Infrastruktur zum Ziel haben. Grossbritannien hat geplante Ausgaben von 3,7 Milliarden Pfund für bezahlbaren Wohnraum sowie Wohnraum-Infrastruktur angekündigt. Die Tragbarkeitslücke ist jedoch zu gross, um sie allein mit Regierungssubventionen und Einkommenszuschüssen schliessen zu können. Es werden auch marktbasierte Ansätze notwendig sein.

Eine Multi-Billionen-Chance für die Baubranche (und für Investoren)

Der wirksamste Ansatz, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist die Senkung von Grundstücks- und Baukosten. Durch die Entwicklung von Satellitenstädten ausserhalb der grossen Zentren, aber entlang öffentlicher Verkehrsnetze, können die Grundstückskosten mehr als halbiert werden. Private Unternehmen, die Grundstücke in Zusammenarbeit mit Regierungsstellen erschliessen, dürften ebenso profitieren wie Hersteller schienenbasierter Personennahverkehrssysteme. Die Umsetzung von Produktivitätsmassnahmen könnte Einsparungen von über 30 Prozent ermöglichen. Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen, die bereits mit den entsprechenden neuen Technologien arbeiten, sind bestens positioniert, um sich die enorme Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zunutze zu machen. Auch alternative preiswerte Baustoffe können erhebliche Einsparungen bewirken.

Geringere Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung von Immobilien können einen zusätzlichen Beitrag zu bezahlbarem Wohnraum leisten. Unternehmen, die Isolierung, Fenster sowie effiziente Heiz- und Klimaanlagen anbieten, profitieren von diesem langfristigen Trend. Der dritte Hebel, um Wohnraum bezahlbar zu machen, ist der Zugang zu günstigen Wohnbaudarlehen. In vielen Ländern erwerben Finanzintermediäre Darlehen von Banken und emittieren Schuldtitel an Investoren. Durch die Verbriefung von Hypothekarschulden erwirbt der Investor zu einem reduzierten Risiko einen Anspruch auf die Basiswerte. Für die Kreditnehmer werden die Kosten verringert, da sie Zugang zu breiterer und besserer Finanzierung erhalten.