Silver Economy – Welche Chancen der demografische Wandel bietet
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Silver Economy – Welche Chancen der demografische Wandel bietet

Die zunehmende Alterung der Bevölkerung wird einen Wandel der Immobilienmärkte nach sich ziehen.

Dank des Fortschritts der Medizin und verbesserter Lebensbedingungen erfreuen wir uns einer immer höheren Lebenserwartung. Andererseits sind die Geburtenraten vieler Länder stark rückläufig. Als Folge dürfte das weltweite Medianalter bis 2050 von derzeit 29,6 Jahren auf 36,1 Jahre steigen. Sechs von zehn Frauen und knapp über fünf von zehn Männern, die zwischen 2000 und 2005 geboren wurden, dürften ein Alter von 80 Jahren erreichen. Dies führt zu einem Wandel in der Gesellschaft und wird in jedem Fall grosse Auswirkung auf die Verbrauchermärkte und Immobilienmärkte haben.

Immobilien für Senioren: beeindruckende Wachstumsaussichten

Die Entwicklung, die eine Zunahme der alternden Bevölkerung und der Nachfrage nach entsprechenden Wohnimmobilien zeigt, hat zwei Seiten. Obwohl ältere Menschen immer länger unabhängig und gesund bleiben, dürfte die Nachfrage nach bedarfsgerechten Immobilien für Senioren dennoch deutlich steigen.

Potenzial für Investitionen in Seniorenresidenzen

Für Erwerbstätige spielen bei der Auswahl des Wohnraums persönliche Präferenzen eine Rolle, wobei üblicherweise kein grösserer Pflegebedarf besteht. Deshalb bleibt die Wohnsituation von Haushalten häufig viele Jahre lang unverändert. Mit zunehmendem Alter können sich Pflegebedarf und -niveau – und die Nachfrage nach entsprechenden Immobilien – rasch ändern. Seniorenimmobilien zeichnen sich durch barrierefreie Wohnungen aus, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind und sich in der Nähe von medizinischen Einrichtungen, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Erholungsanlagen befinden. Die Unterstützung der sozialen Kontakte innerhalb der Gemeinschaft ist ebenfalls wichtig.

Struktur von Alters- und Pflegeeinrichtungen

Struktur von Alters- und Pflegeeinrichtungen

Quelle: Credit Suisse

Das Angebot an betreuten Wohnformen (z. B. ambulante Pflege, Haushaltshilfen, Notfallservice) unterstützt die Unabhängigkeit eines Haushalts und verzögert die Notwendigkeit eines Umzugs in ein Alters- oder Pflegeheim. Seniorenresidenzen, die sich in der Nähe von Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Ärztehäusern befinden, können ebenfalls beachtliche Synergien schaffen. Zudem bieten Betreiber von Seniorenresidenzen immer häufiger Einrichtungen mit mehreren individuellen Einheiten an, die Bewohnern ein «Älterwerden vor Ort» ermöglichen.

Wachstumspotenzial für Investitionen in Seniorenresidenzen und die damit zusammenhängende Infrastruktur

Während staatliche Organe sich beim Entwurf innovativer Strategien schwer tun, die Wohnraum für ältere Menschen sicherstellen sollen, könnte das Thema eine attraktive Chance für Investoren darstellen. Der private Sektor wird eine wichtige Rolle spielen, da der rasant wachsende Bedarf die öffentlichen Finanzen in vielen Ländern wahrscheinlich überfordern wird. Skaleneffekte und Prozessoptimierung in Alters- und Pflegeheimen sowie Heimen für Demenzkranke dürften vielversprechende Anlagemöglichkeiten eröffnen.

Einen weiteren Bereich mit grossem Wachstumspotenzial bilden Dienstleister für betreutes Wohnen. Diese Unternehmen profitieren davon, dass immer mehr Haushalte so lange wie möglich unabhängig bleiben möchten, sowie von den stark steigenden Pflegekosten, die effizientere Pflegestrukturen erforderlich machen. Dienstleistungen wie die ambulante Pflege, Physiotherapie, Haushaltshilfen, Unterhaltung sowie die Bereitstellung automatischer Sicherheitseinrichtungen dürften künftig mit einer hohen Nachfrage rechnen.

Angesichts des Tempos, mit dem sich der demografische Wandel vollzieht, steht fest, dass wir die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen müssen. Angemessene Alterswohnungen stellen dabei eines der Grundbedürfnisse dar, die erfüllt werden müssen. Unseres Erachtens dürfte sich eine Investition, die sich an dieser Nachfrage orientiert, in attraktiven Renditen niederschlagen.