Schurter erlöst vom langen Warten, Ryf gestärkt durch Rückschlag
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Schurter erlöst vom langen Warten, Ryf gestärkt durch Rückschlag

Die Auszeichnung des Sportlers und der Sportlerin des Jahres bildete den Höhepunkt der festlichen, spannenden und packenden Credit Suisse Sports Awards. Triathletin Daniela Ryf und Mountainbiker Nino Schurter setzten sich durch. Für ihn war's eine Premiere, sie wiederholte ihren Triumph von 2015.

Mit einer Überraschung endete die Schlussentscheidung der Sportlerwahl. Der Bündner Vorzeigemountainbiker Nino Schurter ist nach neun vergeblichen Anläufen zum ersten Mal als Sportler des Jahres mit der «Winner»-Statue ausgezeichnet worden. «Endlich hat's geklappt, und meine Freude ist entsprechend riesig», sagte der 32-Jährige. Der siebte Weltmeistertitel an der Heim-WM in Lenzerheide trug bei zur Entscheidung, ebenso der sechste Gesamt-Weltcup-Sieg. Und dabei spielten ebenso die Emotionen, die Spannung und die breite Begeisterung bei den Heimtitelkämpfen eine grosse Rolle.

Die Entscheidung fiel schliesslich deutlich zu Schurters Gunsten aus. 33,99 Prozent der Stimmen vereinte er, ermittelt durch die Medien, die Spitzensportler sowie durch das TV-Publikum. Der siebenfache Sportler des Jahres Roger Federer vereinte 21,39 Prozent und Vierfach-Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna 15,73. Während Schurter bei den Medienstimmen praktisch gleichauf mit Federer lag, holte er vor allem bei den Sportler-, aber auch bei den Publikumsstimmen grössere Anteile. «Solch hart erkämpfte Siege sind die schönsten», sagte er.

Ryf und «das verrückteste Rennen»

Der Satz gilt auch für die Frauensiegerin Daniela Ryf. Zum zweiten Mal nach 2015 setzte sich die Triathletin bei der Sportlerinnenwahl durch. Damals gewann die inzwischen 31-jährige Solothurnerin zum ersten Mal den legendären Ironman Hawaii. Zwei weitere Triumphe folgten vorletztes und letztes Jahr. Zur Sportlerin des Jahres wurde sie nicht mehr gewählt. Dass es nun erneut zum Erfolg gereicht hat, hängt mit dem Besonderen des Rennens von Mitte Oktober zusammen. Ryf wurde beim Einschwimmen von einer Qualle touchiert.

Beim Schwimmen brachte sie ihre Arme kaum mehr hoch und büsste rund zehn Minuten auf die Besten ein. Sie war kurz davor, aufzugeben. Doch anschliessend fuhr sie die 180 Velokilometer schneller als je eine Frau zuvor und lief den Marathon hervorragend. Ein famoser Streckenrekord war die Folge. Der Applaus war weltumspannend, ebenso die Bewunderung. «Dieser Ironman war ein Highlight, war mein verrücktestes Rennen», sagte sie. Und es war «eine Lebensschule, die zeigte, wie nah beieinander Sieg und Niederlage sich befinden.» Eine Geschichte ist's, die sie am vergangenen Samstag auf die Titelseite von «Das Magazin» brachte – mit dem Titel: Ironwoman, Daniela Ryf – die härteste Sportlerin der Welt.

Daniela Ryf betonte den Stellenwert der Sportlerwahl: «Dieser Award ist eine der wenigen Trophäen, die bei mir prominent platziert sind.» Ryf, die während des ganzen Jahres ungeschlagen blieb, setzte sich ähnlich klar wie Schurter vor der Vorjahressiegerin und Skirennfahrerin Wendy Holdener und vor 400-m-Hürden-Europameisterin Léa Sprunger durch.

Im festlichen Rahmen mit etlichen kulturellen Höhepunkten freuten sich weitere Exponenten des Sportjahres über ihre Auszeichnungen. Die Eishockey-Nationalmannschaft gewann wegen ihres WM-Silbermedaillengewinns, deren Trainer Patrick Fischer als Trainer des Jahres, der dreifache Paralympics-Ski-Alpin-Sieger Théo Gmür bei den Behindertensportlern sowie der Langstreckenläufer Julien Wanders als Newcomer. Alle waren sie würdige Sieger der Credit Suisse Sports Awards 2018.