Wiederaufbau in Nepal – ein Jahr danach
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Wiederaufbau in Nepal – ein Jahr danach

Durch das Erdbeben der Stärke 7,8, das Nepal am 25. April 2015 erschütterte, und das 17 Tage später folgende Erdbeben der Stärke 7,4 in der Nähe des Mount Everest wurde Nepal von der schlimmsten Katastrophe seit Jahrzehnten getroffen. Im April 2016 reisten Mitarbeitende der Credit Suisse aus der gesamten Region Asien-Pazifik nach Nepal, um sich zwei Tage lang mit Habitat for Humanity am Wiederaufbau zu beteiligen.

Insgesamt kamen 41 Freiwillige zusammen, um ein Jahr nach der Katastrophe mit ihren verheerenden Folgen einen Beitrag zum Wiederaufbau in dem Land zu leisten. Mit diesem Freiwilligenengagement zur Unterstützung der Katastrophenhilfe beteiligte sich zum ersten Mal Gruppe von Mitarbeitenden der Credit Suisse aus der Region APAC mit Habitat an einer Aufbaumassnahme.

Seite an Seite 

Im Februar 2016 gab es an allen grossen Niederlassungen der Credit Suisse in Asien-Pazifik ein Aufruf, sich an einer Habitat-Baumassnahme im Distrikt Kavre zu beteiligen. Die Reaktion war überwältigend: über 250 Mitarbeitende bekundeten Interesse an einer Teilnahme. Die Freiwilligengruppe aus Hongkong, Singapur, Indien, Seoul und Australien traf am 27. April in Kathmandu ein – bereit für die bevorstehenden Aufgaben. Der Distrikt Kavre befindet sich in einer ländlichen Gegend mit verstreuten Dörfern, in der die Bauern Getreide anbauen und Vieh züchten. Er liegt rund 30 Kilometer von Kathmandu entfernt. Seit dem Erdbeben hilft Habitat Familien in Kavre mit Bausätzen für Notunterkünfte und bei der Trümmerbeseitigung. Zurzeit ist die Wiederaufbauphase im Rahmen der Strategie «Build Nepal» im Gang – ein langfristiges, auf fünf Jahre angelegtes Wiederaufbauprogramm nach dem Erdbeben. 

Seite an Seite mit den Hauseigentümern und lokalen Dorfmannschaften teilten sich die Freiwilligen der Credit Suisse auf acht «Bauteams» auf und arbeiteten an elf Häusern in unterschiedlichen Bauphasen: sie mischten Zement, hoben Fundamente aus und setzten Mauern. In den beiden Tagen trugen sie mit insgesamt 430 geleisteten Arbeitsstunden zum Aufbau bei. 

Von der Gemeinschaft lernen 

Die gemeinsame Arbeit mit den Dorfbewohnern wurde von vielen Freiwilligen als Inspiration empfunden. Jan Hofmann, Vice President Private Banking aus Singapur, sagte: «Einer kleinen Gemeinde in Nepal beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu helfen, war eine unvergessliche Erfahrung. Während der beiden Tage waren wir in Gruppen eingeteilt, die sich bei verschiedenen Phasen des Bauprozesses beteiligten und eng mit der Bevölkerung vor Ort zusammenarbeiteten. Wir verliessen die Baustelle völlig verstaubt und mit schmerzenden Gliedern, waren aber von der positiven Stimmung dieser Menschen angesteckt, die seit dem Erdbeben keinen richtigen Schlafplatz mehr haben das Leben aber trotzdem mit einem Lächeln und mit Dankbarkeit angehen.» 

Eines der Bauteams schloss sich Sharada Danuwar an. Sharada ist 22 Jahre alt und wie fast alle anderen in ihrer Gemeinde hat ihre Familie durch das Erdbeben ihr Zuhause verloren. Seither leben sie und ihre achtköpfige erweiterte Familie in einer Notunterkunft, die sie mit Material von Habitat for Humanity errichtet haben. Und wie andere in ihrer Gemeinschaft versucht Sharada, den Verlust in eine Bereicherung umzuwandeln. Eine informelle, praxisbasierte Maurerschulung ist ein Bestandteil des Habitat-Projekts zum Wiederaufbau des Dorfes und Sharada hat beschlossen, dass sie das Maurerhandwerk erlernen will. «Ich lerne gerne und möchte eine ausgebildete Maurerin werden», sagte Sharada. «Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich alles kann, was die Jungs können, und ein Vorbild für mein Dorf sein.»

Im Geist des freiwilligen Engagements und der Partnerschaft 

Die freiwilligen Helfer blicken erfüllt auf die Ergebnisse der beiden Bautage zurück. Daniel A. Barnett, Analyst bei IBCM Australia Corporate Advisory aus der Geschäftsstelle in Sydney, fasste seine Erfahrung wie folgt zusammen: «Menschen engagieren sich aus vielfältigen Gründen freiwillig. Für mich persönlich hat es etwas Sinnstiftendes. Und es war grossartig, als Team zu arbeiten und eine wirklich wichtige Sache zu unterstützen. Manchmal sieht eine Chance schon auf dem Papier gut aus, die Realität ist aber sogar noch besser.» 

Die Freiwilligen der Credit Suisse schätzten aber auch den Enthusiasmus und die Professionalität des Global-Village-Teams von Habitat sehr. Sie freuten sich, mit eigenen Augen zu sehen, welchen Beitrag Habitat in Nepal genau ein Jahr nach dem Erdbeben leistet. 

«Ich war mehr als beeindruckt von dem, was Habitat for Humanity leistet, um vor Ort die erforderlichen Kompetenzen zu entwickeln, einen lückenlosen Projektplan zu erarbeiten, die Zustimmung der betroffenen Familien einzuholen und sie dazu zu bringen, sich an den Baumassnahmen zu beteiligen. Als technikinteressierter Mensch fand ich es sehr lehrreich, die Aspekte des Baus eines erdbebensicheren Hauses kennenzulernen. Und mit unseren Freiwilligen der Credit Suisse zusammen am Bau verschiedener Häuser mitzuarbeiten, war eine unbezahlbare Erfahrung», sagte Ashwinkumar Rao, Vice President Global Markets Technology aus Pune. 

«Die Credit Suisse hat nicht nur für die Erdbeben-Nothilfe von Habitat gespendet, sie hat uns darüber hinaus auch ihr Personal geschickt, das freiwillig und Seite an Seite mit uns und der Dorfgemeinschaft beim Wiederaufbau von Nepal geholfen hat. Dafür sind wir sehr dankbar», sagte Rick Hathaway, Vice President von Habitat for Humanity für die Region Asien-Pazifik. 

Weitere Entwicklung 

Laut Habitat soll bis März 2017 der Bau von 87 Häusern in Kavre abgeschlossen sein. Ausserdem wurde die neue «Build Nepal»-Strategie der Organisation finalisiert. Durch die Bauaktion im April hat das Freiwilligenteam der Credit Suisse aus Asien-Pazifik eine Verbindung zu den Familien in Kavre hergestellt und steht stellvertretend für eine grössere Gruppe von Mitarbeitenden aus der ganzen Bank, die ihren Beitrag zur Finanzierung dieses Wiederaufbaus geleistet haben und die lokale Gemeinschaft bei der Wiederherstellung ihrer normalen Lebensbedingungen unterstützen.