Millennials: ihre Zeit des Wohlstands wird noch kommen
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Millennials: ihre Zeit des Wohlstands wird noch kommen

Die nächste Generation hat auf dem Weg zum Wohlstand mit Herausforderungen zu kämpfen. Sind die Millennials einfach nur eine glücklose Generation?

Zu den «Millennials», auch «Generation Y» genannt, zählen die Menschen, die nach der Jahrtausendwende volljährig wurden. Man kann durchaus sagen, dass sie – besonders in den Industrieländern – vom Pech verfolgt sind. Die globale Finanzkrise hat die jungen Arbeitnehmer und Sparer hart getroffen. Hohe Studiendarlehen, strengere Hypothekengesetze nach 2008, höhere Preise beim Hauskauf, eine weiter auseinanderklaffende Einkommensschere und geringere Einkommensmobilität haben zu den trüben Aussichten beigetragen. Günstiger scheint hingegen die Entwicklung für die Millennials in den Schwellenländern zu verlaufen (siehe dazu den Credit Suisse Emerging Consumer Survey 2018).

Millennials contra Babyboomer

Die Millennial-Generation wird häufig einem unvorteilhaften Vergleich mit den Babyboomern unterzogen, deren Wohlstand durch verschiedene Faktoren wie beispielsweise unerwartet günstige Immobilienpreisentwicklungen sowie Aktienkursanstiege begünstigt wurde. Dieser Vergleich hinkt allerdings umso mehr, da alle Geburtenjahrgänge erst im Alter von 50 bis 70 Jahren zu Wohlstand gelangen und junge Leute stets mit der Etablierung im Arbeitsmarkt, der Gründung von Familien und dem Kauf von Eigenheimen zu kämpfen haben. Einkommen und Vermögen tendieren dazu, mit zunehmendem Alter zu steigen – das gilt einerseits für die Durchschnittsperson, trifft aber auch generell zu. Da Millennials sich noch am Anfang ihrer Vermögensbildung befinden, können wir davon ausgehen, dass sich ihr Vermögen in Zukunft deutlich vergrössern wird.

Bildung beeinflusst Vermögen und Schuldenlast der Millennials

Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs, wo die Schulden der 30- bis 40-Jährigen zwei Jahresgehälter übersteigen, wirkt das durchschnittliche Verhältnis von Schulden zu Vermögen oder Einkommen nicht bedenklich. In mehreren Ländern machen Studiendarlehen einen zunehmend wichtigen Bestandteil der Schuldenlast aus. Das liegt zum Teil daran, das Millennials mit höheren Ausbildungskosten zu ringen hatten als vorherige Geburtenjahrgänge. Der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss in OECD-Ländern nimmt zu: Lag er 1970 noch bei 15 Prozent, erreichte er 2016 43 Prozent. Diese höheren Bildungsniveaus deuten auf eine Verbesserung der Karriereaussichten hin. Die höhere Bildung als Massnahme gegen den «Millennial-Nachteil» ist eine Strategie, die Leistungsträger und Hightech- und Finanzspezialisten in die Lage versetzt, künftig die Früchte ihrer Anstrengungen ernten zu können.

Chart 1

Global Wealth Report 2017

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas and Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2017

Millennials als Entrepreneure

Es wird behauptet, dass die Generation Y mehr Unternehmen gründet als frühere Geburtenjahrgänge, und das auch schon in jüngeren Jahren. Die offiziellen Statistiken hingegen sprechen eine andere Sprache: Nur 2 Prozent der Millennials in den Vereinigten Staaten sind selbstständig. Demgegenüber stehen 8 Prozent der Generation X (geboren zwischen 1965 und 1980) und der Babyboomer. Dies geschieht allerdings im Kontext eines allgemeinen Rückgangs selbstständiger Tätigkeit weltweit.

Hinzu kommt, dass der Bereitschaft zahlreicher Millennials, ein eigenes Unternehmen zu gründen, zeitweilig durch schwierige wirtschaftliche Bedingungen verhindert wurde. Dies deutet auf eine möglicherweise bald auftretende oder vielleicht sogar bereits anlaufende Welle von Unternehmensgründungen durch Millennials hin, wie man es zuvor in einigen Schwellenländern wie China und Indien beobachten konnte.

Millennial-Milliardäre

Einige wenige Millennials, zu denen beispielsweise die Chefs von Google, Facebook, Twitter und andere Hightech-Unternehmen zählen, sind inzwischen prominente Milliardäre. Interessanterweise stand zwischen 2003 und 2005 nur eine Person unter 30 auf der Forbes-Liste. 2010 waren es bereits fünf, und bis 2017 hatte sich ihre Zahl auf neun vergrössert. Auch die Anzahl der Milliardäre in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 ist mit der Zeit gewachsen, was auch auf ihr durchschnittliches Vermögen zutrifft: 2010 betrug es noch 3,2 Milliarden Dollar, 2017 waren es 4,1 Milliarden Dollar. Die wachsende Zahl junger Selfmade-Milliardäre in den Schwellenländern wurde als Anzeichen eines gesunden Wachstums und wirtschaftlicher Dynamik gedeutet.

Chart 2

Global Wealth Report 2017

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas and Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2017

In vielerlei Hinsicht war die Generation der Millennials bisher nicht vom Glück begünstigt. Sie musste sich mit den negativen Auswirkungen der Finanzkrise, hoher Arbeitslosigkeit, einem deutlichen Anstieg der Immobilienpreise, steigenden Studiendarlehen und zunehmender Ungleichheit auseinandersetzen. Trotz dieser Schwierigkeiten brachten es einige Millennials zu Wohlstand, wie man es in China und mehreren anderen Schwellenländern sowie anhand der aktuellen Zunahme der Zahl von Forbes-Milliardären unter 40 beobachten konnte. Die Verbraucher der Millennial-Generation haben sich bereits zum wichtigsten Konjunkturmotor der Schwellenländer entwickelt.

In Industrieländern werden sie aufgrund ständiger Vergleiche mit der Generation der Babyboomer häufig als «Unglücksgeneration» betrachtet. Doch obwohl die nächste Generation bislang keine nennenswerte Zeit des Wohlstands erlebt hat, stehen die Millennials noch am Anfang ihres Vermögensaufbaus, und wir können davon ausgehen, dass ihre Zeit des finanziellen Wohlstands noch kommen wird.