Innovative FinTech-Ideen für Silicon Alley
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Innovative FinTech-Ideen für Silicon Alley

Die New Yorker Silicon Alley, das Ostküsten-Pendant zu Kaliforniens Silicon Valley, wächst stetig. Das 2010 eingeführte Innovation Lab in New York soll die Entwicklungen im Bereich FinTech beschleunigen. Die Credit Suisse hat die Bedeutung neuer Technologien für Finanzdienstleistungen erkannt und ist seit Programmstart Partnerin. «Dies sind Win-win-Chancen», meint Frederick O. Terrell, Vice Chairman der Division Investment Banking & Capital Markets der Bank.

Die Wege der Stellensuche und die Art und Weise, wie Unternehmen neue Talente rekrutieren, könnten sich schon bald ändern. Mit Unterstützung von der Credit Suisse und einem einzigartigen FinTech-Inkubatoren-Programm verändert ein drei Jahre altes Start-up-Unternehmen derzeit die Einstellungsverfahren, indem es Daten, Neurowissenschaft und maschinelles Lernen miteinander verbindet.

Das Unternehmen mit dem Namen Pymetrics hat sich kürzlich die zweite Finanzierungsrunde gesichert. Dank USD 2,5 Mio. von Mercer, einer international tätigen Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Humankapital, und von Khosla Ventures scheint sich das Start-up auf bestem Weg zu befinden, den Prozess der Stellensuche mit spielebasierten Tools für Rekrutierung und Selbstbewertung neu zu erfinden.

Pymetrics verdankt diesen Erfolg zum Teil dem FinTech Innovation Lab. Das Programm wurde vor fünf Jahren in New York City eingeführt und fördert Unternehmen, die sich in der frühen Wachstumsphase befinden und hochmoderne Technologieprodukte für Kunden aus der Finanzdienstleistungsbranche entwickeln. 

Wir haben die Chance, die Finalisten im Programm zu betreuen und sie bei der Entwicklung ihres Geschäfts zu unterstützen.

Frederick O. Terrell, Investment Banking and Capital Markets

«Unser Ziel ist es, die Art und Weise, wie der Arbeitsmarkt funktioniert, neu zu definieren», so Frida Polli, Mitbegründerin und CEO von Pymetrics. «Zurzeit ist der Markt stark fragmentiert. Unserer Ansicht nach sind die besten Tools, die es da draussen gibt, einfach die Suchmaschinen – all die grossen Jobbörsen. Nur leider gibt es keinerlei Empfehlungen, und das möchten wir ändern. Wir möchten zur Empfehlungsmaschine werden. Wir sind überzeugt, dass wir die besten Voraussetzungen hierfür haben, da wir das Potenzial von Menschen beurteilen und nicht ihre Erfahrungen.»

«Wir sind seit 2014 Teilnehmer des FinTech Innovation Lab. Diese Förderung trug entscheidend dazu bei, dass wir unsere jüngste Finanzierungsrunde sichern konnten. Sie war deshalb so wichtig, weil uns natürlich der wissenschaftliche Teil zu unserer ersten Finanzierung verholfen hatte. Danach jedoch wollten die Leute sehen, ob die Technologie übernommen wird und Zukunftspotenzial hat. Die FinTech-Unternehmen, die wir durch das Programm kennenlernten, stellten für uns ein grosses Kundensegment dar.»

Weitere Lab-Teilnehmer sind unter anderem die Unternehmen Narrative Science und Digital Reasoning. Ersteres macht Schlagzeilen mit der Automatisierung des Journalismus. Das von ehemaligen Journalisten gegründete Unternehmen extrahiert Aktienkurse und Statistiken und erstellt daraus Nachrichtenmeldungen, die an die Kunden geschickt werden können. Das zweite Unternehmen, Digital Reasoning, ist ein führender Anbieter im Bereich Cognitive Computing und entwickelt Programme, die Computern beibringen, wie sie Daten und Sprache verstehen und analysieren können. Es eröffnete 2014 eine Niederlassung an der Wall Street, um Kunden aus der Finanzdienstleistungsbranche zu betreuen. Die Firma wurde kürzlich vom US-Magazin Fast Company als eines der «Zehn innovativsten Unternehmen im Bereich Data Science» ausgezeichnet.

Wie funktioniert das Innovation Lab?

Das Innovation Lab wird von Partnership for New York City, einer öffentlich-privaten Partnerschaft unter Beteiligung der CEOs von 200 führenden Unternehmen der Stadt – einschliesslich der Credit Suisse und Accenture –, gesponsert und von einer verbundenen Investmentgesellschaft der Organisation finanziert. Die Credit Suisse gehörte zu den ersten Teilnehmern der Initiative und zu der Handvoll von Unternehmen, die USD 2 Mio. spendeten, um das Innovation Lab in New York auf den Weg zu bringen. Die Bank beteiligt sich darüber hinaus an ähnlichen regionalen Accelerator-Programmen weltweit.

«Das FinTech Innovation Lab wurde im Wesentlichen als Accelerator-Programm entwickelt, das Unternehmen in der Gründungsphase unterstützt, indem es Input von Finanz- und Betriebsexperten liefert», erklärte Frederick O. Terrell. «Diese Unternehmen sind besser aufgestellt, da ihr Wachstum durch Beziehungen beschleunigt wird, die sie sonst nicht hätten. Somit ist der Partnership Fund der Katalysator, um die Aktivität in der FinTech-Branche durch diese Unternehmen zu steigern.»

Mentoren und Begleiter

Die in das Programm aufgenommenen Unternehmen werden von Sponsoren betreut und mit Führungskräften und Experten in Kontakt gebracht, die ihre Entwicklung beschleunigen können.

«Hier in der Bank erhalten die Teilnehmer Feedback von Führungskräften, die Finanzdienstleistungsprodukte einkaufen, und von Tradern, die diese Produkte nutzen», erklärte Terrell. «Ausserdem bekommen sie von unseren Bankern Feedback mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens und den besten Weg zum Ziel. Viele haben ihren ersten Kontakt mit Investmentbanken, die das Unternehmen auf die nächste Stufe heben können.

«Dies sind Win-win-Chancen. Wir profitieren als potenzieller Kunde, da diese Unternehmen unser Geschäft optimieren können. Wir profitieren auch aufgrund der Anlagechancen für unseren NEXT Fund im Asset Management. Und wir profitieren, da dies potenzielle Kunden sind – in der Gründungsphase befindliche Unternehmen im attraktiven Technologiegeschäft.»

Der Mentoring-Prozess wird weitgehend vom FinTech Innovation Lab Chaperone der Credit Suisse koordiniert. In Nord- und Südamerika ist dies Nick Toro, in London Scott James und in Hongkong Ofer Halevi.

«Die sogenannten Chaperones – Begleiter, Betreuer – stellen das FinTech-Unternehmen leitenden Führungskräften und Subject Matter Experts im Bereich Business and Technology vor, wo sie ihre Produkte für eine mögliche Nutzung durch die Credit Suisse in der Praxis präsentieren dürfen», erklärte Toro, Leiter des Global Markets Architecture Program Office. «Diese erfahrenen Technologen geben den Unternehmen auch Empfehlungen dazu, wie sie die Gespräche in einem Finanzdienstleistungsunternehmen strukturieren sollten und welche Mindestanforderungen die Produkte im Hinblick auf Integration und Sicherheit erfüllen müssen.»

Vorteile auf drei Ebenen

Der Credit Suisse bietet das Accelerator-Programm Vorteile auf drei Ebenen: Es ermöglicht der Bank, Chancen für Anlagen in neue FinTech-Unternehmen zu nutzen, die von diesen Unternehmen entwickelten neuen Technologien anzuwenden und Markenbekanntheit in der Technologiebranche aufzubauen.

«Wir haben die Chance, die Finalisten im Programm zu betreuen und sie bei der Entwicklung ihres Geschäfts zu unterstützen», erläuterte Terrell. «Wir können neue Technologien übernehmen, um unsere internen Prozesse zu verbessern und die Kunden besser zu betreuen. Wir führen Gespräche mit zahlreichen der von uns betreuten Unternehmen, um ihre Technologien intern zu nutzen. Und wir können sie über die Wachstumspfade zur nächsten Stufe beraten, einschliesslich Börsengängen.»

«Für uns ist es eine relativ effiziente und kostengünstige Art, Zugang zu einigen echten Geistesgrössen aus dem wachsenden Bereich der Finanztechnologie zu erhalten. Und wir haben verschiedene Möglichkeiten, um innerhalb des Unternehmens von dieser Verbindung zu profitieren – der NEXT Fund ist ein gutes Beispiel. Die Fondsmanager haben sich viele dieser Unternehmen angesehen und 2014 schliesslich in Digital Reasoning investiert.»

Die richtigen Zutaten

«Die Credit Suisse hat massgeblich zum Erfolg des FinTech Innovation Lab beigetragen», so Maria Gotsch, Präsidentin und CEO des Partnership Fund for New York City. «Die Beteiligung von Führungskräften der obersten Ebenen der Bank hat das Ansehen des Programms gesteigert und ist für die teilnehmenden Unternehmen wie Pymetrics und Digital Reasoning von unschätzbarem Wert.»

«New York City hat alles, was für einen boomenden FinTech-Sektor erforderlich ist, einschliesslich der weltweit grössten potenziellen Kunden: internationale Banken auf der Suche nach innovativen Tools für das Wachstum ihres Geschäfts. Die wichtige Rolle, die Banken wie die Credit Suisse spielen, um Technologieunternehmen hier zu unterstützen und der Branche Wachstumsimpulse zu geben, kann nicht genug betont werden.»