Ausblick für das zweite Halbjahr 2018: Aktienmärkte haben Potenzial
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Ausblick für das zweite Halbjahr 2018: Aktienmärkte haben Potenzial

Die globale Wachstumsdynamik nimmt zu und schafft Kurssteigerungspotenzial für Aktien. Anhaltende Risiken erfordern jedoch Diversifizierung und aktives Management.

Beidseits des Atlantiks dürften sowohl Konsumausgaben wie auch Unternehmensinvestitionen anhaltend stabil ausfallen, auch wenn die Geldpolitik weiter gestrafft wird. Zudem deutet die Entwicklung vorlaufender Wachstumsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindizes (PMI) an, dass sich die Wirtschaftstätigkeit stabilisiert hat und das Wachstum in den USA und China erneut anziehen dürfte. Ein Grossteil der neuen Dynamik dürfte von Europa ausgehen, wo sich die Konjunktur im ersten Halbjahr verlangsamt hat.

Wachstum positiv für Gewinne

Nach einem für Finanzmärkte und Anleger ausgesprochen herausfordernden ersten Halbjahr sieht die Credit Suisse im zweiten Halbjahr erneutes Aufwärtspotenzial für die globalen Aktienmärkte. Das starke Wirtschaftswachstum dürfte sich positiv auf die Gewinne auswirken, während Handelskonflikte eher mikro- als makroökonomische Folgen haben dürften. In ihrer House View favorisiert die Credit Suisse weiterhin Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen, empfiehlt aber aktive Aktienanlagestrategien, um die Auswirkungen möglicher weiterer Volatilitätsschübe zu begrenzen. Der regionale Fokus der Credit Suisse liegt bei Aktien der Schwellenländer, Grossbritanniens und neu auch der Schweiz. Die bevorzugten Sektoren umfassen Energie, Technologie und Finanzwesen. 

Günstigere Bewertung nach der Korrektur

Günstigere Bewertung nach der Korrektur

MSCI AC Welt / KGV auf Basis der geschätzten Gewinne der nächsten 12 Monate

Quelle: Datastream, Credit Suisse/IDC

Letzter Datenpunkt: 23. Mai 2018

Die Credit Suisse erwartet in den meisten Industrieländern einen moderaten Anstieg der Anleihenrenditen. Dennoch könnten selbst geringe Renditesteigerungen zu Performanceeinbussen bei Staatsanleihen führen, insbesondere in EUR und CHF. Die Credit Suisse konzentriert sich daher auf Wandel- und Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährungen, die nach der jüngsten Korrektur das attraktivste Risiko-Ertrags-Profil aufweisen.

Diversifikation durch Rohstoffe

Rohstoffe bieten Diversifikation und profitieren wie Aktienanlagen vom Wachstum. Industriemetalle werden am stärksten bevorzugt, während Edelmetalle wegen der steigenden Zinsen unter Druck geraten könnten. Die Prognose für die Spot-Ölpreise in zwölf Monaten liegt bei USD 65/Fass für WTI und USD 70/Fass für Brent. 

Die Straffung der geldpolitischen Zügel durch die US-Notenbank ist inzwischen vollständig eingepreist, während der Markt von der EZB vor 2020 keine Zinserhöhung erwartet. Die Credit Suisse prognostiziert die ersten Zinsanhebungen der EZB jedoch für September 2019 und sieht daher eher Aufwärtspotenzial als Abwärtsdruck für den EUR/USD-Kurs.