Fortgesetzte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
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Fortgesetzte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

Die Leerstände sind 2015 erneut spürbar gestiegen. Zwar bewegt sich die Leerstandsziffer auf Ebene Schweiz mit 1.19 Prozent auf unproblematischem Niveau, doch die Entwicklung wie auch die lokale und segmentspezifische Analyse deuten auf Ungleichgewichte hin, die sich verstärkt bemerkbar machen.

Am 1. Juni 2015 standen in der Schweiz 51'172 Wohnungen leer. Mit einem Plus von 5424 Wohnungen haben sich die Leerstände zum zweiten Mal in Folge spürbar erhöht. Die Leerwohnungsziffer ist auf 1.19 Prozent geklettert (vgl. Abbildung). Einen höheren Wert gab es zuletzt 2001. Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich zwischen Angebot und Nachfrage eine Lücke öffnet. Angebotszahlen bestätigen dieses Bild. Die steigende Zahl inserierter Wohnungen deutet im Mietwohnungs- wie auch im Eigentumssegment auf wachsende Vermarktungsschwierigkeiten hin.

Entwicklung Leerwohnungen Schweiz

Entwicklung Leerwohnungen Schweiz

Leerwohnungsziffer (rechte Skala) und Wachstum der Leerwohnungen (linke Skala)
Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse

Anstieg insbesondere im Mietwohnungssegment

Ein Grossteil der Zunahme betrifft das Mietwohnungssegment (vgl. Abbildung). Mit zusätzlichen 4361 leer stehenden Mietwohnungen fiel das Plus in diesem Segment sogar kräftiger aus als im Vorjahr. Der Grund hierfür liegt in der ausserordentlich hohen Mietwohnungsproduktion der letzten Quartale bei einer gleichzeitig leicht nachlassenden Nachfragedynamik. Das Mietwohnungssegment bewegt sich unweigerlich in Richtung Überangebot – wenn auch im Zeitlupentempo. Aufgrund des anhaltenden Anlagenotstands dürften Investoren weiterhin kräftig in den Mietwohnungsmarkt investieren, sodass 2016 nicht mit einer Trendwende zu rechnen ist. Auch im Wohneigentumssegment sind die Leerstände nochmals um 1063 Einheiten gewachsen. Da hier das Angebot auf die sinkende Nachfrage nach Wohneigentum reagierte und die Zahl der geplanten Eigentumsobjekte rückläufig ist, hat sich der Anstieg der Leerstände im Wohneigentum etwas abgeschwächt.

Mehr als zwei Drittel aller Regionen mit einem Anstieg der Leerstände

In mehr als zwei Dritteln der 110 Wirtschaftsregionen haben sich die Leerstände in den vergangenen 12 Monaten erhöht. Die Tendenz zur Entspannung ist daher breit abgestützt (vgl. Abbildung). Davon ausgenommen sind die grossen Ballungszentren, wo die Leerstände nur wenig zugenommen haben. Ausserhalb der Grosszentren sind die Baulandreserven grösser. Entsprechend kräftig wurden dort Mietwohnungen erstellt, was die Leerstände – ausgehend von bereits hohem Niveau – weiter ansteigen liess. Hierzu zählen die Regionen des mittleren und westlichen Mittellands sowie einzelne Ostschweizer und Walliser Regionen.

Regionale Leerstandsziffer 2015

Regionale Leerstandsziffer 2015

Leerwohnungsziffer 2015, Pfeile: Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse, Geostat

Weitere Informationen zum Schweizer Immobilienmarkt finden Sie in der Studie «Immobilienmonitor Schweiz» im Internet unter: www.credit-suisse.com/research.