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Millennials: Besser als ihr Ruf

Die Millennials gelten als wenig interessiert am Zustand der Welt. Das ist falsch: Warum die 20- bis 37-Jährigen für eine bessere Zukunft sorgen könnten.

Das Magazin «Time» taufte sie in einer Titelgeschichte «The Me Me Me Generation», andere Zeitungen und Blogs nennen sie gerne «Generation Y Bother» (auf Deutsch etwa: Generation «Was geht's mich an?»), ein Buch über sie trägt den Titel «the dumbest generation» («Die dümmste Generation»).

Die Generation Y, auch Millennials genannt, umfasst laut der Uno aktuell knapp 30 Prozent der Weltbevölkerung, doch ihr Ruf ist nicht der beste. Zu Unrecht: Das Studium von Daten und Fakten über die heute 20- bis 37-Jährigen stimmt einen optimistisch für die Zukunft.

So sieht die Credit Suisse in den Millennials auch einen von fünf globalen Supertrends. Den Kern dieser Trends bilden demografische, sozio-ökonomische und politische Entwicklungen sowie technologischer und wissenschaftlicher Fortschritt.

Doch nun zur Hauptfrage: Was zeichnet die Millennials aus?

Nachhaltigkeit wichtig

Laut der jährlichen «Global Shapers»- Umfrage des WEF gehören der Klimawandel und die globale Erwärmung zu den Hauptsorgen der Millennials. Sie sind die aktuell am stärksten auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Generation. Studien von Nielsen und Deloitte zeigen, dass sie bereit sind, mehr für Produkte und Dienstleistungen auszugeben, wenn diese nachhaltig produziert sind. Durch ihre Zahl (knapp 2 Milliarden Personen) werden die Millennials den Erfolg von Unternehmen durch ihre Produktwahl stark beeinflussen. Viele Studien belegen ausserdem, dass diese Generation starkes Interesse an Impact Investing hat, also an Investitionen, die neben finanziellem auch sozialen und ökologischen Nutzen erzielen.

Die angebliche Selbstzentriertheit hat auch eine positive Kehrseite: Viele Millennials trauen sich zu, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Im Jugendbarometer 2016 der Credit Suisse wurden die 16- bis 25-Jährigen nach dem Lieblingsarbeitgeber gefragt, und sehr viele antworteten, sie möchten selbstständig sein. In anderen Umfragen geben sie an, dass Laufbahnen als soziale Unternehmer, bei Stiftungen und sozialen Anlagefonds bei ihnen beliebt sind.

Im Unterschied zu ihren Eltern kennt die Generation Y keine Berührungsängste im Umgang mit Technologie – sie ist nach der digitalen Revolution aufgewachsen. Ein Leben ohne Internet und Smartphone kennen die meisten nicht. Online konsumieren ist normal. Entsprechend geben im Jugendbarometer 2016 nur wenige an, sie möchten einmal «offline sein». Was sich in dieser Umfrage auch zeigt: Obwohl «digital» keine Grenzen kennt und man es gerne gleichsetzt mit «global», gibt es grosse Unterschiede zwischen den Millennials in verschiedenen Ländern bei der Nutzung von digitalen Geräten und Apps. Ausserdem ist den meisten Jugendlichen sehr wohl bewusst, wer für ihren Onlineschutz verantwortlich ist: sie selbst; das ist die erste Antwort im Jugendbarometer.

Getrennt zusammen

Millennials sind preisbewusst, da viele von ihnen die Ausbildung während der Finanzkrise abgeschlossen haben und ihnen weniger Mittel zur Verfügung stehen als früheren Generationen. 33 Prozent geben im Jugendbarometer an, die finanziellen Verpflichtungen seien für ihr Leben eine grosse oder sehr grosse Belastung. Entsprechend lebt eine grosse Anzahl von ihnen lange bei den Eltern. Sie möchten aber auch Geld für das Erfüllen von Wünschen und für Lifestyle-Entscheidungen ausgeben können. Erlebnisse sind ihnen fundamental wichtig. 

Die Wohnbedürfnisse der Millennials weichen von denen früherer Generationen ab. Singlehaushalte etwa sind ein Sinnbild der Bedürfnisse und Wertvorstellungen von Millennials und finden zunehmend Verbreitung. Das Leben in einem Singlehaushalt ist in vielen Fällen nicht mehr nur eine Phase zwischen dem (späten) Auszug bei den Eltern und der Gründung einer eigenen Familie, sondern eine bewusste Entscheidung in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft.

Es kommt gut

Sogar unter denen, die in einer Beziehung sind, ziehen es viele vor, getrennt in Singleappartements zu wohnen, wie die Studie «Schweizer Immobilienmarkt 2017» der Credit Suisse zeigt.

Doch nicht alles ist neu und anders bei dieser Generation: Längerfristig träumen auch viele Millennials vom Eigenheim. Das erfreuliche Fazit: Diese Generation blickt zuversichtlich in die Zukunft. 59 Prozent der jungen Schweizerinnen und Schweizer waren im letztjährigen Credit Suisse Jugendbarometer überzeugt: Es kommt gut!