Novum mit Penalty-Dauerkrimi
News & Stories

Novum mit Penalty-Dauerkrimi

Das hat es in der langjährigen Geschichte des Credit Suisse Cup noch nie gegeben: Alle Entscheidungen fielen im Penalty-Schiessen. An Emotionen, Spannung und Diskussionsstoff fehlte es dennoch nicht – im Gegenteil.

Der Jubel war schier grenzenlos. «Ein richtig geiles Gefühl», sagte eine Oberstufenschülerin der Bezirksschule Aarau, noch bevor ihr der Pokal überreicht wurde. Eine andere ergänzte: «Es ist etwas, das sich kaum erklären lässt, es ist einfach wunderbar.» Am Ende des Finalturniers in Basel waren sich die Teammitglieder einig: «Unser Einsatz hat sich bezahlt gemacht.» Sie beteiligten sich erstmals am Credit Suisse Cup und kehrten gleich mit dem Meisterpokal in die Kantonshauptstadt zurück.

Zu einem Novum in der 32-jährigen Geschichte des traditionellen Schülerfussballturniers kam es beim Austragungsmodus. Am Finalmorgen wurde wegen des Wetters definitiv umdisponiert: Penalty-Entscheidungen statt Spiele hiess die Lösung für die völlig durchnässten Rasenplätze auf der grosszügigen Basler Sportanlage St. Jakob; Einzelduelle Schütze gegen Torhüter, ein Nervenkitzel der besonderen Art in mehrtausendfacher Ausführung.

Der Charakter des Turniers änderte sich. Von einer Lotterie konnte dennoch keine Rede sein. An die einzelnen Schützen und Schützinnen wurden höchste Anforderungen gestellt, ebenso an die Torhüter. Wer traf, wurde umjubelt, wer versagte wurde getröstet. Und die Goalies konnten zu Helden avancieren. «Einen Penalty schiessen braucht Mut, da geht es um Leben oder Tod, darum, das Gesicht vor den Kolleginnen und Kollegen nicht zu verlieren», brachte es ein Betreuer auf den Punkt.

Am Schluss konnten sich 13 Meisterteams auszeichnen lassen: sechs bei den Jungen, sechs bei den Mädchen und eines in der Kategorie Mixed. Hinter den Erfolgen standen oft Arbeit, Talent und taktisches Geschick. Die eingangs erwähnten Aarauerinnen waren mit einer klaren Leistungsstrategie angetreten und zum Erfolg gekommen. «Wir setzten rigoros auf unsere Paradeaufstellung», sagte Coach Christoph Alder. Nur fünf der zehn Aufgebotenen kamen zum Einsatz. Und da sich eine der fünf Teilnehmerinnen auch als stärkste Torhüterin empfahl, liess sich diese Problemposition ausgezeichnet besetzen. Bestimmt worden war diese taktische Marschroute im Vorfeld von den Spielerinnen selber. Der Triumph gab ihnen Recht. Eingestellt hatte sich die Equipe ebenso auf die Besonderheiten des Bodens: flach schiessen, scharf und platziert, das war die Devise.

Wo gejubelt wurde, gab’s aber auch Tränen – und nicht immer liessen sich diese Emotionen rational nachvollziehen. So etwa bei den Viertklässlern aus Menziken: Während die Knaben sich über ihren verlorenen Final masslos enttäuscht zeigten, frohlockten die Mädchen über ihren vierten Schlussrang. Am Finalturnier in Basel standen insgesamt rund 3000 Schülerinnen und Schüler auf dem Feld. Sie hatten sich in ihren Teams gegenüber den Kantonalvertretern durchgesetzt. Am Credit Suisse Cup 2016 beteiligten sich insgesamt rund 150’000 Kinder und Jugendliche.