Made in Africa: Sieben Erfindungen, die Furore machen 

Afrika überrascht mit einer Fülle an Innovationen. Von recycelten 3D-Druckern bis hin zu Apps, die die Kommunikation zwischen den elf offiziellen Sprachen in Südafrika erleichtern – es mangelt nicht an Ideen. Im Folgenden sind sieben Innovationen aufgelistet, die Furore machen. 

W.Afate 

Wenn 3D-Drucker das Fertigungswesen revolutionieren, dann hat der Togolese Afate Kodjo Gnikou bewiesen, dass innovative Technik nicht nur in üppig finanzierten Forschungslabors entsteht. Sein «Drucker für die Armen» besteht aus Elektronik-Schrott, der in reichen Ländern im Sondermüll landet. Afates 3D-Drucker ist preiswert genug, um auch in einem Slum aufgestellt zu werden und dringend benötigte Ersatzteile vor Ort zu drucken.

Brck

Dieser WLAN-Hotspot für Entwicklungsländer wurde in Kenias Hauptstadt Nairobi entwickelt. Mit Back-up-Batterie und einer normalen SIM-Karte bieteter verlässlichen und preiswerten Internetzugang für bis zu 20 Geräte (solange ein Mobilnetz verfügbar ist). Neben dem Standardmodell gibt es den Brck auch als vorkonfigurierten Mikroserver für den Katastrophenfall, den Helfer im Handumdrehen aktivieren können.

Cardiopad

Ingenieurstudent Arthur Zang aus Kamerun war erst 24, als er 2012 ein preiswertes und robustes Touchscreen-Tablet für EKGs, selbst bedienbar im entlegensten Dorf, entwickelte. Dank Mobilfunk-Verbindung kann ein Kardiologe aus der Ferne die Herzsignale eines Patienten mitlesen und überwachen. Nach mehreren internationalen Auszeichnungen und Investoren-Interesse testet bereits ein Krankenhaus in Kamerun das Cardiopad im Feldversuch.

Sanergy

In den Slums vieler Entwicklungsländer fehlen saubere und sichere sanitäre Einrichtungen. Die kenianische Firma Sanergy behebt das Problem mit einer Komplettlösung. Sie fertigt ihre leuchtend blauen Fresh-Life-Toiletten vor Ort und überlässt den Betrieb individuellen Mikro-unternehmern. Der Klärschlamm wird an zentralen Sammelstellen zu Dünger verarbeitet. Das sorgt für bessere Hygiene und schafft hunderte neuer Arbeitsplätze.

Aweza

Wie kommuniziert man in einem Land wie Südafrika, das elf offizielle Sprachen besitzt? Die Antwort lautet Aweza, eine App für Mobilgeräte, die eine simple, aber wichtige kulturelle Brücke für den Alltagsgebrauch schlägt. Das Programm bietet die Sofortübersetzung einzelner Wörter und ganzer Sätze auf Knopfdruck. Um die Qualität der Audioclips sicherzustellen, verwendet Aweza das Feedback seiner Nutzer.

Okada Ride

Okada Ride ist der Bestseller von Maliyo Games, einer der erfolgreichsten Computerspiel-Schmieden in Nigeria. Die afrikanische Antwort auf Angry Birds dreht sich um eine Verfolgungsjagd mit Okadas, den flinken Motorrad-Taxis, die zum Stadtbild der Millionenstadt Lagos gehören. Maliyo ist einer von mehreren erfolgreichen Game-Entwicklern, die Unterhaltung im afrikanischen Alltag ansiedeln.

Fonio-Schälmaschine

Fonio ist eine in Westafrika weit- verbreitete Hirseart, deren kleine Körner sich nur in stundenlanger Handarbeit dreschen lassen. Eine vom senegalesischen Ingenieur Sanoussi Diakité entwickelte Maschine ist ein grosser Schritt nach vorn. Sie kann fünf Kilo Fonio in nur acht Minuten verarbeiten und lässt sich mit Strom oder Benzin betreiben. Diakité wurde für seine Erfindung unter anderem mit dem Rolex-Preis ausgezeichnet.