Monet etwas Farbe verleihen
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Monet etwas Farbe verleihen

In Weiterführung ihrer erfolgreichen Partnerschaft mit der Credit Suisse und der gemeinnützigen Organisation City Year UK richtet sich die National Gallery mit ihrem massgeschneiderten Kunstbildungsprogramm künftig auch an Londoner Grundschulen. Im Rahmen dieses Programms können Kinder so ein erstes Gespür für Farben und Pinsel entwickeln.

Ursprünglich richtete sich dieses Kunstbildungsprogramm, das in Zusammenarbeit mit City Year UK organisiert wird, an sozial benachteiligte Schüler weiterführender Schulen, die die National Gallery sonst möglicherweise nicht besuchen oder sich mit der Sammlung der Galerie befassen würden. Seit kurzem gehört nun auch ein jüngeres Publikum zur Zielgruppe. Während zwei Wochen im Juni arbeiteten Kunstpädagogen der National Gallery mit über 210 Schülern an drei Grundschulen in London, um Monets Kunst in die Klassenzimmer zu bringen und den künstlerischen Ausdruck der Schüler zu fördern. Bei diesen Unterrichtseinheiten in den Schulen lernten die Schüler, sich sowohl mit zentralen Gemälden aus der Ausstellung als auch mit dem Stil von Monet und dessen Einsatz von Licht und Farbe auseinanderzusetzen. Anschliessend erhielten sie die Möglichkeit, diese Techniken selbst auszuprobieren. Sie lernten, Farben zu mischen und mit dem Pinsel zu experimentieren, um eigene Kunstwerke zu erschaffen.

Mit grosser Begeisterung arbeiteten die Schüler mit dem Farbenrad und waren fasziniert, wie viele Farben sich allein mit den ihnen zur Verfügung gestellten Ausgangsfarben gelb, blau, rot und weiss mischen liessen. «Das Farbenrad fand ich am besten», erklärte ein Schüler. «Es umfasst alle Farben des Regenbogens. Und ich mag Regenbögen.»

Im zweiten Teil feilten die Schüler weiterhin an ihren künstlerischen Fertigkeiten, malten auf Leinwand und schufen Miniaturen, unter anderem mit architektonischen Elementen, die an die Gebäude und Strukturen in ihrem Viertel angelehnt waren. «Am besten hat mit das Malen auf Leinwand gefallen. Diese Kunst war uns fremd, aber dann haben wir sie zu unserer eigenen Kunst gemacht», erklärte ein anderer Schüler.

Als an mehreren Tischen der erste Farbnachschub angefordert wurde, entdeckten manche Schüler Kunst an unerwarteten Stellen: Sie baten darum, die Pappteller, die sie als Farbpalette genutzt hatten, oder die Papiertücher, mit denen sie ihre Pinsel gereinigt hatten, mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Ein Lehrer erklärte, dass die Schüler keine Gelegenheit haben, sich im sechsten Schuljahr intensiv mit Kunst zu befassen, und dass die Schule bereits nach Möglichkeiten gesucht hatte, ihren Schülern dabei zu helfen, den Stress nach den Jahresabschlussprüfungen und bei den Vorbereitungen auf die Aufnahmegespräche für die weiterführenden Schulen abzubauen. Er berichtete, dass viele von ihnen regelrecht süchtig nach ihren mobilen Geräten sind. Er hoffe, dass Programme dieser Art ihnen als Anregung dienen, ihre Zeit anderweitig zu nutzen, ihren Familien zu zeigen, was sie gelernt haben, und vielleicht sogar Lust auf einen Museumsbesuch machen.