Kickstart Accelerator: eine strategische Partnerschaft zur Innovationsförderung
Neuste Artikel

Kickstart Accelerator: eine strategische Partnerschaft zur Innovationsförderung

Der Kickstart Accelerator bietet der Credit Suisse eine ideale Möglichkeit, um Zugang zum Innovationspool von Fintech-Start-ups zu erhalten.

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse (Schweiz) AG (Mitte, mit Krawatte) zusammen mit Anke Bridge, Leiterin Digital Solutions & Delivery Credit Suisse (Schweiz) AG (zweite Reihe, Dritte von rechts) beim gemeinsamen «CEO meets Founders»-Dinner im EWZ-Kraftwerk Selnau, der Kreativwerkstatt für Start-ups.

Innovationen sind aus strategischer Sicht für jede Bank erforderlich. Darüber gibt es keinen Zweifel. Die Credit Suisse ist als eine der führenden Banken in puncto Innovation weltweit an verschiedenen Aktivitäten beteiligt. In der Schweiz engagiert sich die Bank aktiv bei digitalswitzerland, einem Zusammenschluss von schweizerischen und internationalen Grossunternehmen, die alle die gemeinsame Vision der Schweiz als globale digitale Drehscheibe teilen. digitalswitzerland führt von September bis November 2017 ein elfwöchiges Programm namens Kickstart Accelerator durch, das neue Start-up-Ideen fördert und pflegt und dabei von Schweizer Grossunternehmen unterstützt wird. Als einer der Hauptsponsoren des Programms ist die Credit Suisse aktiv an dessen Fintech-Modul beteiligt.

Die Start-ups innerhalb des Kickstart Accelerator profitieren vom Finanzfachwissen und der Expertise der Credit Suisse. Die Bank bietet ihnen eine Plattform zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden und Investoren. Das Team Digital Solutions & Delivery arbeitet eng mit den Start-ups zusammen, um sie in ihrer Wachstumsphase weiter zu fördern und um die Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit oder Partnerschaft zu sondieren.

Die Credit Suisse hat somit die einmalige Chance, zahlreiche Innovationen und Technologien zu erschliessen. Das oberste Ziel der Bank ist es, innovative Technologien zu identifizieren, um ihren Kunden ein besseres Bankerlebnis zu bieten.

Die zehn Start-ups, die in diesem Jahr am Fintech-Modul des Kickstart Accelerator teilnehmen, decken ein breites Spektrum ab, das für die Credit Suisse von grosser Relevanz ist, Themen sind z. B. Blockchain/Distributed Ledger/Smart Contracts, Marktdaten und Real Estate Tech. Die Credit Suisse macht den teilnehmenden Start-ups ihren Expertenpool zugänglich und ordnet sie ausgewählten Geschäftsbereichen zu, welche die angebotenen Technologien evaluieren, ihre Marktkenntnis einbringen und Orientierungshilfe geben. Auf diese Weise kann die Bank herausfinden, welche Angebote ihr viel versprechend scheinen und mit welchen Start-ups sie an Machbarkeitsnachweisen weiterarbeiten möchte.

Die Credit Suisse hat eine breite Palette an Bankprodukten, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, und weist über mehr als ein Jahrhundert Erfahrung in der Branche auf.

Anke Bridge, Leiterin Digital Solutions & Delivery

«Von Start-ups können wir als Bank viel lernen – und umgekehrt. Start-ups sind oft in der Lage, Kundenbedürfnisse sehr präzise mit spezifischen Lösungen anzusprechen, da sie sich auf isolierte Bereiche der Wertschöpfungskette konzentrieren und tief in diese hineinblicken können. Als Bank müssen wir davon lernen, um stärker kundenorientiertere Angebote bereitzustellen. Die Credit Suisse ihrerseits hat eine breite Palette an Bankprodukten, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, und verfügt über mehr als ein Jahrhundert Erfahrung in der Branche. Folglich haben wir eine Win-Win-Situation für beide Seiten», erklärt Anke Bridge, Leiterin Digital Solutions & Delivery, Credit Suisse (Schweiz) AG.

Nutzen der Blockchain mit Blocko

«In Korea waren wir in mehrere Aktivitäten und Projekte mit Grossunternehmen involviert. Schweizer Unternehmen sind jedoch in der Regel offener für innovative Ideen und kooperieren eher mit Start-ups», so Alison Shim, Leiterin Strategie bei Blocko.

Team Blocko in den Arbeitsräumen des Kickstart Accelerator in Zürich.

Blocko ist ein südkoreanisches Start-up-Unternehmen, das sich auf die Bereitstellung von B2B-Unternehmenslösungen konzentriert. Es hilft seinen Kunden, ihre Prozesseffizienz und -sicherheit zu verbessern. Eines seiner Produktmodule ist das Identitätsmanagement und die Authentifizierung. Finanzdienstleister können die Produkte dazu nutzen, um ihren Kunden hochsichere und benutzerfreundliche Authentifizierungsmethoden zur Verfügung zu stellen. Die Produkte von Blocko werden heute bereits bei südkoreanischen Grossbanken und an der Börse eingesetzt. Das Unternehmen hat im südkoreanischen Bankenmarkt stark zugelegt. Sein Marktanteil im Bereich Blockchain-Technologie liegt bei 78 Prozent. Nun strebt es eine Expansion nach Europa an.

 «Der Kickstart Accelerator bietet eine hervorragende Plattform, um mehr über die Bedürfnisse internationaler Grosskonzerne zu erfahren. Es war ausserordentlich hilfreich, dass diese Firmen sich offen gezeigt und ihre Problempunkte mit uns geteilt haben.»

Bessere Margen mit Adjoint

Havell Rodrigues, Mitbegründer und CEO des Distributed-Ledger-Start-ups Adjoint, meint: «Die hohe Qualität der Sponsorunternehmen war einer der attraktivsten Aspekte des Kickstart Accelerator.»

Die Plattform von Adjoint basiert auf einer hochintelligenten Programmiersprache, die es Tradern und Geldgebern ermöglicht, Smart Contracts mit vorhersehbarem Ergebnis zu erstellen, zu verifizieren und auszuführen. Sie kann zur Strukturierung, Ausführung und Abwicklung von Geschäften im Zusammenhang mit komplexen Finanzinstrumenten wie strukturierten Produkten, OTC-Derivaten, Collateralized Loans usw. verwendet werden. Damit erhöhen die Banken ihr Ertragspotenzial, senken die Prozesskosten und verbessern das Risikomanagement. Adjoint wurde 2016 in London gegründet. Im Hinblick auf eine aktivere Zusammenarbeit mit der Schweizer Finanzbranche erwägt das Unternehmen die Eröffnung einer Niederlassung in der Schweiz.

Team Adjoint.

«Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, mit disruptiven Technologien Neuerungen vorzunehmen», erklärt Somil Goyal, COO von Adjoint. «Wir zeigen Banken Wege auf, um die Margen zu verbessern, Ertragspotenziale zu steigern, Kosten zu senken und Risiken zu reduzieren. Diese Finanzinstitute verfügen über eine breite Kundenbasis, regulatorische Rahmenbedingungen und eine Infrastruktur. Davon kann wiederum Adjoint profitieren.»

Besseres Verständnis rechtlicher Verpflichtungen mit Libryo

Ein weiteres Start-up des Kickstart Accelerator 2017 ist Libryo. «Die Rechtsabteilungen der Finanzbranche stehen vor drei grossen Herausforderungen: Erstens, Kenntnis über sämtliche Gesetze zu besitzen, die in der jeweiligen Situation anwendbar sind. Zweitens, mit den sich ständig ändernden Gesetzen Schritt zu halten, und drittens, schnell die richtigen Informationen zu finden», erklärt Malcolm Gray, Mitgründer, Chief Financial Officer und Chief Client Officer von Libryo.

Libryo bietet eine cloud-basierte Software, mit der alle Mitarbeitenden eines Unternehmens ihre rechtlichen Verpflichtungen in jeder Situation nachvollziehen können. Die Vision des Unternehmens ist es, die Komplexität des regulatorischen Umfelds zu vereinfachen, indem Gesetze für alle zugänglich gemacht werden. Dank einer Bibliothek von Gesetzen, die mit Big-Data-Analysen bearbeitet und mit maschinellem Lernen trainiert wurden, stellt Libryo Unternehmen ein einfach zu bedienendes Instrument bereit, um zu verstehen, welchen rechtlichen Verpflichtungen ihre Mitarbeitenden ausgesetzt sind. Für Banken kann dies sehr nützlich sein, um die Compliance ihrer Mitarbeiter sicherzustellen. Libryo wurde in Grossbritannien gegründet und hat eine umfassende kommerzielle Präsenz auf dem südafrikanischen Markt.

Weitere Informationen zu den sieben anderen spannenden Fintech-Start-ups, die in diesem Artikel nicht aufgeführt sind, finden Sie auf der Webseite des Kickstart Accelerator.