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Beruf, Finanzen und Karriere

Welche Branchen interessieren die Jugendlichen am meisten und was ist ihnen wichtig bei einem Arbeitgeber? Die Generation der heute 16- bis 25-Jährigen hat klare Vorstellungen in Bezug auf Beruf, Finanzen und Karriere.

Hat man einen 16- bis 25-jährigen Sohn oder eine Tochter, beschäftigt einen vielleicht weniger, ob der Nachwuchs SMS oder WhatsApp benutzt (Digitales Universum) oder wie sich die Jugend über das Tagesgeschehen informiert (Trends und Medien) – man hätte lieber gewusst: Wird etwas Rechtes aus den (nicht mehr ganz so) Kleinen?

Sehr erwachsen antworten diese auf die Frage «Was ist Ihnen wichtig bei einem Arbeitgeber?». Über 91 Prozent sagen: «Ein guter Chef». Fragt man weiter, welche Branchen am meisten interessieren, liegen im Durchschnitt aller Länder etwas überraschend die Medien vorne, obwohl TV und Zeitungen keine grosse Beachtung mehr finden (Trends und Medien). Möglicherweise werden heutzutage auch «soziale Medien» hier dazugezählt und die Jugendlichen würden gerne Youtube-Stars werden. Auf den weiteren Plätzen folgen Tourismus, das Bildungswesen, Telekommunikation, Gesundheitswesen und dann, auf Rang 6, die Banken. Am Ende der Liste finden sich Versicherungen (Rang 14) und das Baugewerbe (Rang 15).

Bedenklich: Eine grosse Anzahl der Befragten in allen Ländern hat die Erfahrung gemacht, dass weibliche Arbeitskräfte benachteiligt werden. Und nirgend wo ist die Zustimmung zu dieser Aussage so hoch wie in der Schweiz (57 Prozent).

General infographic on top goals and top problems

In das realistische Weltbild dieser Generation passt, dass sie weniger Schulden angehäuft hat, als in den Medien regelmässig verkündet wird: In den USA und Brasilien haben 20 Prozent bis 30 Prozent ausstehende finanzielle Verpflichtungen, ein beachtlicher Teil davon sind Schulden bei den Eltern oder Verwandten. In Singapur und vor allem in der Schweiz ist die Anzahl derer, die Schulden haben, weitaus tiefer (etwa 12 Prozent respektive 3 Prozent) – und die Niveaus sind seit Jahren konstant tief.

Anteil Jugendlicher mit Privatschulden

4

Schweiz

22

Brasilien

26

USA

12

Singapur

Interessant ist, was die Schweizer Jugendlichen mit geschenkten 10'000 Franken tun würden. Hier zeigen sich die wirtschaftlich angespannten Jahre der jüngeren Vergangenheit. Es würde viel mehr «für schwierige Zeiten gespart» als noch 2011 und entsprechend würde weniger Geld für Ferien ausgegeben. Zwischen den Geschlechtern gibt es grosse Unterschiede: Die Männer würden in der Schweiz knapp 400 Franken weniger für Ferien ausgeben und knapp 300 Franken mehr sparen als die befragten Frauen, welche anscheinend die wirtschaftliche Lage entspannter einschätzen.

Welche Lebensziele verfolgt diese Generation? Auch hier kommt eine lebensnahe Haltung zum Ausdruck: Man will die eigenen Träume verfolgen, aber auch ein Eigenheim erwerben. Die Work-Life-Balance soll stimmen, man will den eigenen Talenten nachgehen und viele verschiedene Dinge ausprobieren. Dann folgt das, was Vater und Mutter vielleicht eher hören möchten: Karriere machen und mehr Wohlstand als die Eltern erreichen. Bezeichnenderweise werden diese zwei letzten Punkte vor allem in dem Land genannt, welches das tiefste Pro-Kopf-Einkommen aufweist: in Brasilien.

International Comparison: Statements on Profession: Discrimination

Videointerview mit Nationalrätin Aline Trede

«Die Anforderungen an die Jugend sind heute viel höher als früher.»