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Es braucht ein Dorf, um ein Kind grosszuziehen

Roger Federer Foundation von Jens Honoré

Aufwachsen in Malawi – Episode 11: In dieser Episode zeigen wir, wie es den Kindern, Eltern und Lehrern geht, die an der von der Credit Suisse unterstützten Initiative zur Förderung der frühkindlichen Bildung der Roger Federer Foundation (RFF) und ActionAid Malawi teilnehmen.

Mit einem jährlichen Beitrag von über 1 Million US-Dollar ist die Roger Federer Foundation die grösste Unterstützerin der Frühbildung in Malawi. Möglich wurde dies durch die Mitwirkung der Credit Suisse an dem Projekt, das 2011 begann und bis 2021 fortgesetzt wird. Ziel ist der Bau von Modell-Kindertagesstätten im ganzen Land, die Kinder auf die Grundschule vorbereiten. Darüber hinaus sollen die Einrichtungen an einigen Standorten auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene anbieten. Eine ergänzende Initiative unterstützt 400 bestehende Kindergärten in der Nähe der Modellinstitutionen, um das Qualitätsniveau zu heben. Das Projekt zeigt bereits Erfolge: Schüler, die an der Tagesbetreuung teilgenommen haben, überholen später ihre Klassenkameraden. «Sie wissen bereits, wie sie sich mit Freunden zusammenschliessen können und erkennen Zahlen und Vokale. Sie unterscheiden sich von Kindern, die direkt von Zuhause kommen», sagt Janet Kuyeli, Projektkoordinatorin bei ActionAid Malawi.

In der aktuellen Episode besucht Janet Kuyeli die Tagesstätten in Thundu und Mbwetu, um zu sehen, welche Fortschritte die Kinder, freiwilligen Lehrer und Eltern gemacht haben. Sie sieht aus erster Hand, wie die Menschen in dieser Gegend unter dem Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und Geld leiden.

Unabhängig werden

Trotz der Alltagsprobleme erscheint die Zukunft für die Menschen in Malawi jetzt schon freundlicher. Und es wird noch besser: Nach den fünf verbleibenden Jahren des Programms werden die Zentren den Nachweis erbringen können, dass die geleistete Arbeit nachhaltig ist und die erreichte Qualität der Bildung ohne externe Unterstützung aufrecht erhalten wird.

ActionAid Malawi stellte 1'000 US-Dollar Startkapital für jedes Zentrum bereit. Dieses Geld kommt Mitgliedern der Gemeinschaft zugute. Jeder mit einer guten Geschäftsidee kann sich um Fördermittel bewerben. Freiwillige Mitarbeitende der Zentren erhalten die Gelder zu günstigeren Zinsen. Die Vergabe von Krediten an andere Mitglieder der Gemeinschaft zu höheren Zinsen verschafft den Zentren zusätzliche Mittel. «Die angesammelten Zinsen werden für den Betrieb des Zentrums verwendet. Damit können wir die Pfleger zahlen», sagt Kuyeli. «Wir erwarten, dass der Fonds dank des Zinssatzes wächst und (…) wir auch Geld an andere Zentren weitergeben können.»

Schaffung von nachhaltigen Gemeinschaften

Quelle: Credit Suisse

ActionAid Malawi bietet Schulungen für Erwachsene, um deren Erziehungs-, Geschäfts- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln. Hanex Kapingasa, ein freiwilliger Helfer in einer der Tagesstätten, nahm an einem Managementkurs teil und ist bereit, sein eigenes kleines Geschäft aufzubauen. Er beabsichtigt, sich um Fördermittel zu bewerben. Dank der finanziellen Stabilität kann Hanex mit gutem Gewissen als Freiwilliger im Zentrum arbeiten. «Es ist schwer, Freiwilligenarbeit zu leisten, wenn deine Familie hungert. Ich bin zuversichtlich, dass ich mit dem Startkapital ein kleines Geschäft aufbauen kann. Dann habe ich kein Problem damit, in das Zentrum zu kommen und mein Bestes für die Kinder zu geben», sagt Hanex.

Viel Erfolg

Einem afrikanischen Sprichwort zufolge «braucht es ein Dorf, um ein Kind grosszuziehen». Um es zu bilden, braucht es möglicherweise noch mehr. Um in Malawi eine Veränderung anzustossen, war das Engagement von Dorfbewohnern, Mitarbeitenden von Nichtregierungsorganisationen, einer Bank und einem Prominenten nötig. Aber solche Projekte können genügend Schubkraft entwickeln, um eine tiefgreifendere Veränderungen zu bewirken und Gemeinschaften zu entwickeln, , die sich selbst erhalten können.