Innovation in China – der Weg zum intelligenten Elektrofahrzeug
Neuste Artikel

Innovation in China – der Weg zum intelligenten Elektrofahrzeug

China führt aktiv digitale Lösungen ein und dürfte dadurch schon bald zum führenden Akteur im Bereich der intelligenten Elektrofahrzeuge werden.

In unserer schnelllebigen Zeit, in der Sicherheit und intelligente Lösungen einen hohen Stellenwert geniessen, scheint die Entwicklung hin zu intelligenten Elektrofahrzeugen nur natürlich. China hat dies erkannt und unterstützt daher seit Kurzem die breite Anwendung von intelligenten Lösungen im Automobilbereich.

Neuer Trend in der Automobilbranche

«New Energy Vehicles und Smart Cars sind der neue grosse Trend in der Automobilbranche», sagte Bin Li, Gründer, Vorsitzender und CEO von NIO, einem chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen (Electric Vehicles/EVs), während der 9. Credit Suisse China Investment Conference im November in Shenzhen. Laut seinen Prognosen werden intelligente EVs in den nächsten zehn Jahren zur tragenden Säule der Autoindustrie werden, wobei chinesischen Marken ein grosser Anteil an diesem Markt zukommen könnte. «Es hat 20 Jahre gedauert, bis Smartphones die herkömmlichen Mobiltelefone ablösten, welche wiederum zuvor die Festnetztelefonie ersetzt hatten. Ich kann mir vorstellen, dass wir in zehn Jahren nur noch von Smart EVs sprechen, wenn wir über Autos reden», so Bin Li weiter.

Vor welchen Herausforderungen stehen EVs? (in Englisch)

Bin Li, Gründer, Vorsitzender und CEO von NIO

Steigende Nachfrage und staatliche Unterstützung

Das Unternehmen NIO, das sich als High-End-Marke für intelligente Fahrzeuge positioniert hat, brachte im Juni 2018 sein erstes Produkt auf den Markt: eine Elektro-Geländelimousine mit sieben Sitzen. Bis Ende Oktober wurden bereits über 5000 Stück ausgeliefert. Daniel Kirchert, Präsident und Mitbegründer des Elektroauto-Start-ups BYTON, hat China als das Land mit den weltweit besten Bedingungen für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen ausgemacht. Als Gründe hierfür nennt er Faktoren wie das Innovationsumfeld, die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie staatliche Unterstützung und Finanzierung. Die chinesische Regierung fördert viele Technologieprojekte, darunter auch Neuerungen wie Internet-Krankenhäuser. «Der Umstand, dass jüngst Internet-Krankenhäuser zugelassen wurden, ist hauptsächlich der Regierungspolitik zu verdanken», so Serena Shao, Leiterin Healthcare Research bei der Credit Suisse. Ähnliche unterstützende Massnahmen werden auch in anderen Industriezweigen umgesetzt, wie beispielsweise im Automobilsektor.

Es sind noch Hürden zu überwinden

Trotz dieser günstigen Rahmenbedingungen sehen sich EV-Hersteller mit zwei grossen Herausforderungen konfrontiert: mit dem Laden der Akkus und dem Marketing. EVs müssen leicht zu laden sein und grosse Distanzen zurücklegen können. Bezüglich Marketing besteht das Ziel darin, die Öffentlichkeit über die Vorteile von EVs gegenüber kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen zu informieren, denn bislang sind herkömmliche Autos für die meisten Kunden nach wie vor die erste Wahl.

«Ich kann mir vorstellen, dass wir in zehn Jahren nur noch von Smart EVs sprechen, wenn wir über Autos reden.»

Bin Li, Gründer, Vorsitzender und CEO von NIO

Aufgrund seines Wandels scheint China in vielen Bereichen geradezu prädestiniert für eine schnelle Neugestaltung. Technologie dürfte die Entwicklungen in China auch künftig begünstigen und seine Position als Motor der Veränderung, dem andere Länder folgen, weiter festigen.