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Roger Federer: "I'm proud of my African roots"

Dieser gigantische Kontinent übt auf mich eine magische Anziehungskraft aus. Mit unserer Stiftung können wir mithelfen, die Bildungsqualität an manchen Orten zu verbessern. Denn gute Bildung kann einem niemand mehr wegnehmen.

Wer einmal in Kontakt mit Afrika gekommen ist, der baut mit dem Kontinent eine Bindung fürs Leben auf. Da meine Mutter aus Südafrika kommt, hatte ich meinen ersten Kontakt mit Afrika schon sehr früh. Bereits sieben Monate nach meiner Geburt haben mich meine Eltern mit nach Südafrika genommen. Danach haben wir üblicherweise alle zwei Jahre Ferien bei meinen Verwandten gemacht.

Ich erinnere mich gerne an diese Tage auf der Farm ausserhalb von Johannesburg oder wie wir nach Kapstadt ans Meer fuhren. Später haben die Eltern mit meiner Schwester und mir Safaris unternommen, was natürlich extrem aufregend war. An all diese Erlebnisse mit meinen Eltern und meiner Schwester erinnere ich mich sehr gerne. Ich bin auch total stolz, dass ich diese afrikanischen Wurzeln habe.

Vor zwei Jahren war ich letztmals in Südafrika, da spürte ich die magnetische Anziehungskraft dieses gigantischen Kontinents wieder extrem. Und als ich aus dem Flieger stieg und nach langer Zeit wieder einmal meine afrikanische Familie treffen konnte, war das sehr bewegend.

Durch meine Stiftung kann ich meine Bindung zu Afrika nun ganz anders ausleben. Die Arbeit macht mir enorm Spass und ich lerne dabei viel Neues, auch über Afrika. Besonders beeindruckt war ich von einem 15-jährigen Mädchen, dessen Schule ich in Port Elizabeth besuchte. Selbstbewusst sagte sie: «I am tomorrow's future – ich bin die Zukunft von morgen.» Ihre Überzeugung wurde zur Vision und zum Leitgedanken meiner Stiftung.

Roger Federer in Äthiopien

Ein paar gute Sachen

Es freut mich sehr, dass die Programme so gut laufen und wir mit unseren limitierten Möglichkeiten ein paar gute Sachen bewegen konnten. Deshalb haben wir vor zwei Jahren im Stiftungsrat auch den Grundsatzentscheid gefällt, unser Bildungsengagement im südlichen Afrika nochmals massiv zu verstärken, um einer Million Kindern einen besseren Start ins Leben zu verschaffen.

Bildung ist etwas, was den Menschen ein Leben lang begleitet und prägt. Sie kann einem auch nicht mehr weggenommen werden. Wer eine gute Bildung genossen hat, kann dadurch wiederum einen positiven Einfluss auf sein nächstes Umfeld ausüben. Entsprechend lassen sich mit Bildungsprojekten breit angesetzte, gesellschaftliche Entwicklungen anstossen, welche über die eigene Familie und die nächsten Verwandten hinaus ganze Dorfgemeinschaften beeinflussen können. 

Ich bin von diesem Ansatz sehr überzeugt. Wer wie ich in der Schweiz aufgewachsen ist und ganz selbstverständlich eine super Schulausbildung geboten bekam, vergisst nur allzu gerne, dass dies in vielen Ländern dieser Erde alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist – gerade in Afrika.

Mit unserer Stiftung möchten wir die Bildungsqualität an Schulen und Kindergärten messbar verbessern. Dafür braucht es nicht nur eine bessere Infrastruktur in Form von neuen oder renovierten Schulräumen, sondern auch besser ausgebildetes Lehrpersonal und engagierte Eltern.

Bei unseren Programmen arbeiten wir ausschliesslich mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die vor Ort verwurzelt sind. Uns ist es ganz wichtig, dass jeweils die betroffenen Dorfgemeinschaften Verantwortung übernehmen, aktiv werden und die Projekte nachhaltig mittragen. Denn die Schulen werden nicht von uns gebaut, sondern von der Dorfbevölkerung, die auch mit Baumaterial massgeblich zur Verwirklichung der neuen Infrastruktur beiträgt. Unser Ansatz ist: Förderung und Stärkung lokaler Kräfte statt Geschenke. Wir wollen eine Art Hilfe zur Selbsthilfe sein.

Es gibt schöne und weniger schöne Bilder. Beide sind wichtig

Roger Federer

Ich empfinde es als Ehre und Bereicherung meines Lebens, dass ich die Möglichkeiten habe, mich mit der Stiftung zu engagieren. Ich bin schon heute mit viel Herzblut dabei, doch wird mich diese Arbeit in meinem Leben sicher noch lange begleiten, weit über meine Zeit als aktiver Tennisprofi hinaus.  Am Anfang hatten wir auch Projekte im mittleren und östlichen Afrika unterstützt, wie zum Beispiel in Äthiopien. Seit ein paar Jahren konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf englischsprachige Länder im Süden. Das gibt uns die Möglichkeit, während einem Fieldtrip mehrere Partnerorganisationen zu besuchen. Zudem sind sich die Kulturen und teilweise auch die Bildungssysteme in diesen benachbarten Ländern ähnlich, was ein Vorteil für die Arbeit der Stiftung ist.

Von meinen Reisen nach Afrika bringe ich jeweils viele schöne, aber auch durchaus einige nicht so schöne Bilder und Erinnerungen mit. Beide sind wichtig. Ich erlebe die Menschen dort als sehr offen und herzlich. Für mich ist es immer wieder eindrücklich zu sehen, wie Menschen, die so viel einfacher als wir leben – häufig buchstäblich von der Hand in den Mund – eine solche Zufriedenheit ausstrahlen können. Jede Reise motiviert mich aufs Neue, meine privilegierte Stellung noch stärker dafür einzusetzen, um in Afrika Dinge positiv zu beeinflussen.

Tennis für Afrika

Ich würde auch gerne etwas für den Tennissport in Afrika tun. So hege ich schon seit längerer Zeit den Plan, für die Stiftung eine Exhibition-Tour durch den Kontinent zu unternehmen. Bislang habe ich erst einmal offiziell in Afrika Tennis gespielt, bei einer Davis-Cup-Begegnung gegen Marokko.

Afrika ist ein faszinierender Kontinent mit unglaublichen Menschen. Ich hoffe, dass ich bald mit meiner Familie eine etwas längere Reise durch Afrika unternehmen kann. Dabei will ich den Kindern auch die Arbeit der Stiftung zeigen. Es ist mir wichtig, dass sie diesen Kontinent wie ich entdecken, erleben und lieben lernen.