Private Equity wird vielseitiger
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Private Equity wird vielseitiger

Private Equity entwickelt sich weiter. Da diese Anlageklasse grösser und vielseitiger wird, steht Unternehmen bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten eine erstaunlich vielfältige Auswahl an Private Equity zur Verfügung. Diese Entwicklung verändert die Art, wie Unternehmenstransaktionen finanziert werden.

Wir hören oft, dass sich die Welt immer rasanter verändert. Neben Technologien spielen private Kapitalquellen bei diesen Veränderungen eine grosse Rolle. In Kombination mit dem Wachstum der verwalteten Vermögen ermöglicht die Erweiterung der Fondsstrategie eine effizientere Abstimmung zwischen den Bedürfnissen von Unternehmen und Kapitalgebern, um den Wandel zu fördern und zu beschleunigen.

Die Fondsmanager erweitern kontinuierlich das «Instrumentarium» des für Transaktionen verfügbaren Kapitals. Dadurch wurde die Finanzierung mittels Private Equity schneller, unkomplizierter und vielseitiger, sodass die Publikumsmärkte an Attraktivität einbüssten. Die Zahl der börsenkotierten Unternehmen auf dem US-amerikanischen Markt ist in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent und in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent zurückgegangen.

Die Private-Equity-Branche erweitert sowohl ihren globalen als auch ihren Anlagehorizont und nimmt darüber hinaus hinsichtlich der Qualität der Vermögenswerte, in die investiert wird, eine umfassendere Sichtweise ein.

Private-Equity-Kapital setzt sich aus dem «klassischen» Private Equity sowie Private Debt, Immobilien, Infrastruktur und Bodenschätzen zusammen. Die verwalteten Vermögen (AuM) in dieser Kategorie belaufen sich derzeit auf rund 5 Billionen Dollar, was mehr als 20 Prozent des Volumens des gesamten S&P 500 entspricht – und sie nehmen seit mehr als zehn Jahren jedes Jahr um über 8 Prozent zu. Während der durchschnittliche Buyout-Fonds vor zehn Jahren eine Grösse von rund 560 Millionen Dollar aufwies, belief er sich 2017 auf 1,3 Milliarden Dollar.

Neue Chancen durch die Erweiterung des Private-Equity-Horizonts

Die Anlageklasse Private Equity legt nicht nur an Umfang zu, sondern auch an Vielfalt in Bezug auf die Arten von Unternehmen, in die investiert wird. Ihre Bedeutung für Verwaltungsräte und CEOs liegt insbesondere darin, wie klassisches Private Equity erweitert wird, indem vermehrt in Multi-Strategien, sowie globaler und – in einigen Fällen – wesentlich langfristiger investiert wird.

Die Umstellung auf Multi-Strategien erfolgt sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht. Wir beobachten, dass klassische Buy-out-Fonds deutlich langsamer gewachsen sind als alle anderen Kategorien von Private Equity. Gleichzeitig hat sich die Art der Vermögenswerte, zu denen sich Private-Equity-Kapital hingezogen fühlt, deutlich erweitert. Private-Equity-Fonds decken die gesamte Bandbreite ab – von qualitativ minderwertigeren, kostengünstigen oder notleidenden Vermögenswerten (häufig riskante Kredite) bis hin zu marktführenden Unternehmen, die zu den Branchenführern zählen und zwangsläufig erstklassige Bewertungen erhalten.

Am unteren Ende des Spektrums gibt es häufig keinen anderen Anbieter, während man am oberen Ende den Eindruck gewinnen könnte, der Preis spiele keine Rolle. Während manche Unternehmen und einige Fonds sich auf Teilbereiche konzentrieren, setzen andere auf das gesamte Spektrum. Die Private-Equity-Branche erweitert sowohl ihren globalen als auch ihren Anlagehorizont und nimmt darüber hinaus hinsichtlich der Qualität der Vermögenswerte, in die investiert wird, eine umfassendere Sichtweise ein. All diese Veränderungen bei der Bewertung von Chancen im Bereich Private Equity dienen dazu, die Art – und die Anzahl – der Unternehmen, für die sich Private-Equity-Anleger interessieren, zu erweitern.

Private Equity in jeder Unternehmensphase – drei Trends, die es zu beobachten gilt

Was bedeutet dies alles nun, und wie wirken sich diese Trends auf Unternehmen aus?
Erstens: Durch das Wachstum der Anlageklasse insgesamt wird auch künftig Liquidität für Unternehmen bereitstehen und es wird die Bewertungen – in vielen Fällen – weiterhin nach oben treiben. Nicht nur der zu investierende Kapitalpool, sondern auch die Anzahl der Unternehmen, denen Private-Equity-Anleger verstärkt ihre Aufmerksamkeit zuwenden, nimmt zu und schafft damit eine «Private-Equity-Untergrenze» für die Bewertungen dieser Unternehmen.

Zweitens: Die Attraktivität einer Börsenkotierung hat für Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren aufgrund regulatorischer Auflagen und Kosten etwas abgenommen. Zudem kann die Marktreaktion für Unternehmen, die die Erwartungen im Hinblick auf ihre Quartalsgewinne nicht erfüllen, heftig ausfallen. Folglich nehmen immer mehr Unternehmen Abschied von der Börse oder verzichten für längere Zeit auf einen Börsengang. Die Power von Private-Equity-Kapital stellt für solche Unternehmen eine willkommene Ressource dar, die sie zur Finanzierung von Wachstum erschliessen können.

Drittens: Die geografische und thematische Erweiterung dieser Fonds erhöht die Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen drastisch. Kurz gesagt, es spielt keine Rolle, wo sie sich geografisch oder im Unternehmenszyklus befinden. Die breiter gefassten Interessen von Private-Equity-Partnern können Unternehmen bei der Lösung von Problemen und in Übergangsphasen zugutekommen, die von notleidenden Krediten bis hin zu Wachstumsfinanzierungen für Branchenführer reichen.

Private Equity entwickelt sich weiter. Als Anlageklasse wächst der Bereich weiterhin rasant und sprengt die klassischen Grenzen von Private Equity. Mit dieser Liquidität und Tiefe ist es für Unternehmen leichter als jemals zuvor, Private-Equity-Partner zu finden, die ihnen helfen, ihre Geschäfte wieder in Gang zu bringen, die ihre Wachstumsstrategien mitgestalten oder neuartige Finanzierungslösungen für Unternehmen in einer Übergangsphase anbieten.