Hedge-Fonds: Taktische Trading-Strategien im Vorteil

Trotz günstiger Rahmenbedingungen hat die Credit Suisse ihre Ertragserwartungen für Hedge-Fonds auf 4 Prozent – 6 Prozent gesenkt. In Bezug auf Global Macro und Managed Futures geht die Bank zu einer positiven Haltung über. Unter den Stilen sind Long-Short Equity und Merger Arbitrage weiterhin tendenziell positiv einzuschätzen.

Die Hedge-Fonds-Branche hat ihr Wachstum auch 2014 fortgesetzt. Nach Angaben des Datenanbieters Hedge Fund Research ist das verwaltete Vermögen um 8.2 Prozent auf einen neuen Rekord von 2.85 Billionen Dollar gestiegen. Da traditionelle Anlageklassen immer teurer werden, wenden sich Anleger vermehrt Hedge-Fonds zu, um mit ihnen eine angemessen stabile Performance zu erzielen. Allerdings haben sich die Ertragsaussichten für die Branche verschlechtert, was auf Marktfaktoren und auf strukturelle Faktoren zurückzuführen ist. Für Hedge-Fonds rechnen wir mit Erträgen von 4 Prozent – 6 Prozent jährlich (gemessen anhand des Credit Suisse Hedge Fund Index).

Taktische Trading-Strategien profitieren von der erhöhten Volatilität

Taktische Trading-Strategien schätzen wir inzwischen wieder positiv ein und geben ihnen nun den Vorzug, gefolgt von fundamentalen Strategien. Taktische Trading-Strategien, zu denen Global Macro sowie Managed Futures gehören, dürften von der in diesem Jahr höheren Volatilität im Vergleich zu den Jahren 2013 und 2014 profitieren. Zudem sollten aus divergierenden Trends bei Wachstum und Geldpolitik, der erwarteten Fortsetzung der Währungstrends bei Euro, Dollar und Yen sowie geringeren Korrelationen zwischen den Anlageklassen Handelschancen für diesen Anlagestil resultieren. Tendenziell sind taktische Trading-Strategien widerstandsfähiger gegenüber schwierigen Marktbedingungen als fundamentale oder Relative-Value-Strategien. Anders als bei anderen Strategien sind eine höhere Volatilität und eine geringe Liquidität nicht unbedingt negativ für taktische Trading-Strategien. Tatsächlich haben Managed Futures in Phasen mit Kurskorrekturen an den Aktienmärkten besser abgeschnitten als US-Treasurys (siehe Grafik). Obwohl ein Krisenszenario nicht unserem Basisszenario für 2015 entspricht, erwarten wir dennoch für taktische Trading-Strategien günstigere Rahmenbedingungen. 

Tendenziell positive Einschätzung fundamentaler Strategien

In Bezug auf fundamentale Strategien sind wir tendenziell positiv gestimmt, obwohl sich das allgemeine Marktumfeld für diesen Stil verschlechtert hat. Unsere Einschätzung basiert auf einer Kombination aus schlechteren Ertragsperspektiven und strategiespezifischen Faktoren. Bei diesem Stil bevorzugen wir unter den fundamentalen Strategien Long-Short Equity und Merger Arbitrage. Für Distressed Debt und Emerging Markets Managers empfehlen wir eine selektivere Vorgehensweise.

Vorsichtiger in Bezug auf Relative Value

Unter den drei grossen Strategien ist Relative Value die von uns am wenigsten bevorzugte, was vor allem am gegenwärtig schwierigeren Liquiditätsumfeld liegt. Während wir weiteres Aufwärtspotenzial für die aktienmarktneutrale Strategie erkennen, stellt die geringere Liquidität ein grösseres Risiko für Fixed Income Arbitrage und Convertible Arbitrage dar.