«Grüne» Immobilien – ein überzeugendes Wertangebot
Neuste Artikel

«Grüne» Immobilien – ein überzeugendes Wertangebot

Der Klimawandel ist die grösste weltweite Herausforderung unserer Zeit, und die globalen CO2-Emissionen steigen weiter. Umweltfreundliche(re) Gebäude können helfen, dieses dringliche Problem zu lösen.

Die weltweiten Durchschnittstemperaturen steigen rapide. Wahrscheinlich war der Zeitraum von 1983 bis 2012 der wärmste innerhalb der letzten 800 Jahre. Im Laufe der Zeit sind die Wissenschaftler offenbar zu einem breiten Konsens gelangt: Ein weiterer Anstieg der Treibhausgasemissionen könnte die Menschheit in Gefahr bringen und letztendlich zu ihrer Auslöschung führen. Unterdessen gibt es jedoch keine Anzeichen für einen Rückgang der CO2-Emissionen (siehe Abbildung). Beim bevorstehenden Klimagipfel der Vereinten Nationen, der Ende dieses Jahres in Paris stattfindet, steht also viel auf dem Spiel. Mehr als 190 Regierungen und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen werden zusammentreffen, um über eine mögliche neue, weltweite und rechtsverbindliche Vereinbarung zur wirksamen Bekämpfung des Klimawandels zu sprechen, die gleichzeitig den Wandel hin zu Gesellschaften und Volkswirtschaften mit weniger Kohlendioxidemissionen ermöglicht. Diese Vereinbarung soll 2020 in Kraft treten.

Die CO2-Emissionen steigen weiter

Die CO2-Emissionen steigen weiter

Quelle: The Global Carbon Project 2014

Gebäude sind für ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich

Nachhaltige Immobilien oder sogenannte «grüne» Gebäude könnten in der dringlichen Frage des Klimawandels einen wesentlichen Beitrag leisten, denn etwa ein Drittel aller weltweiten CO2-Emissionen stammt aus dem Immobiliensektor. Darüber hinaus werden rund 40 Prozent der weltweit erzeugten Energie zur Kühlung, Beleuchtung und Belüftung von Gebäuden verwendet, und der Immobiliensektor verbraucht mehr als die Hälfte aller natürlichen Ressourcen. «Dank ihres erheblichen Potenzials zur Verringerung von Treibhausgasemissionen kann die Immobilienbranche sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern massgeblichen Einfluss auf den Klimawandel nehmen», sagt Roger Baumann, COO und Leiter Sustainability beim Real Estate Investment Management der Credit Suisse. (Weitere Informationen zu diesem Unternehmensbereich finden Sie im Kasten weiter unten.)

Steigende Nachfrage nach verantwortungsvollen Anlagen

Eine zunehmende Anzahl (institutioneller) Anleger bevorzugt einen verantwortungsvolleren Anlageansatz. Sie verlangen nach Anlagelösungen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien genügen, um die Erwartungen ihrer Stakeholder zu erfüllen. «Die Welt verändert sich. Dies gilt auch für Immobilienanlagen. Vielen Anlegern geht es nicht nur darum, ihr Kapital anzulegen. Sie möchten in Werte investieren – in ihre Vorstellung von einer Wirtschaft, die Verantwortung für die Umwelt übernimmt. Sie möchten intelligente und verantwortungsvolle Anlagen, die zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen», so Timothy Blackwell, globaler Leiter Real Estate Investment Management bei der Credit Suisse. Dieses verstärkte Bekenntnis zu verantwortungsbewusstem Verhalten sorgt für eine erhöhte Nachfrage nach umweltfreundlich(er)en Immobilien (siehe Abbildung).

Umweltfreundliche Gebäude haben an den nachhaltigen Anlagen deutscher geschlossener Fonds den grössten Anteil

Umweltfreundliche Gebäude haben an den nachhaltigen Anlagen deutscher geschlossener Fonds den grössten Anteil

Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen, Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2015 – Deutschland, Österreich und die Schweiz

Eine rosige Zukunft für umweltfreundliche Immobilien

Laut der Studie «Global Green Building Market Outlook 2020» wird der Markt für umweltfreundliche Gebäude in den nächsten fünf Jahre um jährlich rund 13 Prozent wachsen. Die USA sind nach wie vor der grösste Markt für den Bau umweltfreundlicher Immobilien, wobei in den Entwicklungsländern des asiatisch-pazifischen Raums ein deutliches Wachstum zu beobachten ist. Laut einer Prognose des Beratungsunternehmens Grand View Research wird der Wert des Sektors für ökologische Baustoffe massiv steigen und bis zum Jahr 2022 rund 365 Milliarden US-Dollar erreichen. Letztes Jahr entfiel der grösste Anteil dieses Markts auf Europa. Dort sorgten staatliche Initiativen, die auf den Umbau von Gebäuden abzielen, damit diese strengeren (umweltfreundlicheren) Standards genügen, für Auftrieb. In Nordamerika wird der Markt für ökologische Baustoffe vor allem durch grosse Neubauprojekte geprägt, während er im asiatisch-pazifischen Raum gerade erst im Entstehen begriffen ist. Allerdings werden neue staatliche Vorschriften die Situation in der Region verändern und in den kommenden Jahren das Wachstum fördern.

Ein überzeugendes Wertangebot

Investitionen in umweltfreundlichere Gebäude sind nicht nur entscheidend für eine nachhaltige Zukunft, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Nachhaltige Immobilien können sowohl eine wirtschaftliche als auch eine ökologische Rendite liefern und berücksichtigen gleichzeitig Anforderungen in Bezug auf Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz. «Immobilienanlagen gewinnen insbesondere vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds an Attraktivität für Anleger. Bei einer breiten Diversifizierung in Hinblick auf Markt- und Branchenrisiken können umweltfreundliche Immobilien eine echte und nachhaltige Anlagealternative darstellen. Zusätzlich ist es möglich, die Klimapolitik und die ökologische Entwicklung zu berücksichtigen», erklärt Anja Hochberg, Chief Investment Officer Switzerland & Europe. Aus mehreren Immobilienmarktberichten geht hervor, dass umweltfreundliche Immobilien sowohl höhere Mieten als auch höhere Verkaufspreise erzielen: Die Mieten können bis zu 10 Prozent und die Verkaufspreise bis zu 30 Prozent höher ausfallen.

Langfristige Wertschöpfung für die Anleger

Gebäude müssen zahlreiche Kriterien erfüllen, um als umweltfreundliche Immobilien zu gelten und eine Ökozertifizierung zu erhalten. Dazu zählt beispielsweise die weltweit anerkannte LEED-Zertifizierung (Leadership in Energy and Environmental Design). LEED-zertifizierte Gebäude verbrauchen im Durchschnitt 25 Prozent weniger Energie und haben um 19 Prozent geringere Gesamtbetriebskosten als nicht zertifizierte Gebäude. Das geht aus einer Untersuchung zu 22 repräsentativen umweltfreundlichen Gebäuden aus dem landesweiten Bestand der US General Services Administration (GSA) hervor. Ein gutes Beispiel für ein solches Objekt ist «The Exchange» in Vancouver, das erste Hochhaus der Stadt mit LEED-Platinum-Zertifizierung. Das Gebäude vereint mehrere ökologische Merkmale wie Regenwasserspeicherung, thermische Sonnenkollektoren und eine dreifach verglaste Vorhangfassade. Die ökologische Wirkung ist beeindruckend: Gegenüber vergleichbaren herkömmlichen Gebäuden fallen 85 Prozent weniger CO2-Emissionen an und der Energieverbrauch liegt um 50 Prozent niedriger. Das entspricht einer Senkung der Energiekosten um 35 Prozent. Ein Immobilienfonds der Credit Suisse finanziert derzeit den Bau dieses 31-stöckigen Gebäudes. «Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass ökologische und wirtschaftliche Renditen keine Gegensätze sein müssen, sondern gleichzeitig erzielt werden können», sagt Blackwell. «Anlagen in umweltfreundliche Immobilien sind Ausdruck des Zeitgeistes und stellen eine Investition in die Zukunft dar. Eine Zukunft, in der die Wirtschaft ihrer Verantwortung für die Umwelt gerecht wird», so Blackwell.