Green Finance: Sind Nachhaltigkeit und Rendite vereinbar?
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Green Finance: Sind Nachhaltigkeit und Rendite vereinbar?

Aufgrund der wachsenden Bevölkerung ist die Welt von heute mit einer Situation steigender Bedürfnisse bei zunehmender Knappheit an natürlichen Ressourcen konfrontiert. Zahlreiche Initiativen auf supranationaler, nationaler und regionaler Ebene haben zum Ziel, das ökologische Gleichgewicht zumindest teilweise wiederherzustellen. Auch die Finanzbranche muss hierzu einen Beitrag leisten. 

In den letzten Jahren wurde weltweit anerkannt, dass die Ausweitung von Umweltinitiativen notwendig ist. Die Verabschiedung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen, das Inkrafttreten des Pariser Abkommens sowie die Einrichtung der Green Finance Study Group (GFSG) durch die G20 zeigen, dass es für eine ökologisch nachhaltige Wirtschaft inzwischen weder ein «ob» noch ein «wann» gibt.

Schliessen der Finanzierungslücke

Gemäss der Definition der GFSG der G20 bezieht sich «Green Finance» auf die Finanzierung von Investitionen, die einen gezielten Umweltnutzen generieren sollen. Diese beinhalten beispielsweise eine effizientere Energiegewinnung aus natürlichen Ressourcen, die Reduzierung der Umweltverschmutzung, den Erhalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen, den Schutz der Biodiversität, die Verringerung von Treibhausgasemissionen sowie die Bewältigung des Klimawandels.

Die Beteiligung der Finanzbranche am Übergangsprozess hin zu einer weniger von fossilen Brennstoffen abhängigen Welt und einem kohlenstoffarmen, klimaresistenten Wirtschaftssystem ist unumgänglich. Öffentliche Mittel spielen bei der Finanzierung grüner Projekte in den verschiedenen Branchen weiterhin eine wichtige Rolle. Die Möglichkeiten sind hier jedoch beschränkt und der Bedarf an ökologischen Investitionen lässt sich nicht vollständig aus öffentlicher Hand abdecken.

Zur Schliessung dieser Finanzierungslücke ist privates Kapital vonnöten. Da die Anleger ein immer grösseres Bewusstsein und eine stärkere Sensibilität für Umweltthemen zeigen, erweitert sich der Kreis möglicher privater Kapitalgeber deutlich. Es sind daher standardisierte Vorgehensweisen für die Schaffung von finanziellem Mehrwert für die Anleger erforderlich, die sich gleichzeitig positiv auf die Umwelt auswirken.

Schwerpunkte der Credit Suisse im Bereich «Green Finance»

  • Die Credit Suisse unterstützt die Green Bond Principles und ist Partner der Climate-Bonds-Initiative. Beide Initiativen haben zum Ziel, Investitionen an den Kapitalmärkten für Umwelt- und Klimaprojekte zu mobilisieren.
  • Grüne Finanztechnologie (FinTech): Ein Verbündeter bei der Förderung erneuerbarer Energien und der Entwicklung neuer grüner Lösungen. Digitalisierung, die Blockchain-Technologie, und künstliche Intelligenz sind in der Lage, die Produktivität zu steigern und den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft erfolgreich zu unterstützen. Ihr Potenzial, auch in Form von Investitionen, wurde von der Credit Suisse bereits in den Supertrends identifiziert.
  • Naturschutzfinanzierung: Der Erhalt wertvoller Ökosysteme. Gemäss den Schätzungen der Credit Suisse sind jährlich etwa 300 bis 400 Milliarden US-Dollar für den Erhalt der Ökosysteme erforderlich. Allerdings fliesst jährlich nicht mehr als ein Sechstel dieses Betrags in Erhaltungsprojekte. Die Mittel stammen hauptsächlich aus öffentlichen oder Stiftungsgeldern. Deshalb ist die Einbringung privatwirtschaftlichen Kapitals in diesem Bereich notwendig, und das Potenzial hat sich bereits erwiesen. Die Credit Suisse nimmt eine führende Position auf dem Markt ein und ist eines der vier Gründungsmitglieder der Coalition for Private Investment in Conservation (CPIC).
  • Impact Investing: Wir feiern aktuell 15 Jahre Impact Investing bei der Credit Suisse. Diese Investitionsstrategie zielt darauf ab, neben einer finanziellen Rendite auch einen messbaren Nutzen in Bezug auf ein gezieltes gesellschaftliches oder ökologisches Problem zu generieren.
  • Grüne Immobilien: Klimaschutz durch Modernisierung von Gebäuden nach den neuesten Standards. Credit Suisse Global Real Estate beschäftigt sich seit 2012 mit der Ermittlung und Überwachung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, des Abfallaufkommens und der CO2-Emissionen von Anlageimmobilien und ergreift eine Reihe von Massnahmen zur Optimierung der operativen Effizienz.

Finanzielle und nichtfinanzielle Ergebnisse

Eine zunehmende Anzahl Anleger wünschen sich, mit den von ihnen getätigten Investitionen nebst einer finanziellen Rendite auch nichtfinanzielle Ergebnisse zu erzielen. «Green Finance» ist sicherlich ein Bereich, in dem ein solcher Mehrwert möglich ist. Burkhard Varnholt, stellvertretender Global CIO bei der Credit Suisse, betont diesbezüglich: «Nachhaltigkeit wird bald eine wesentliche Komponente von Investitionen darstellen.» Im folgenden Video geht Burkhard Varnholt näher auf die Gründe für diesen Trend ein: