Global Wealth Report 2018: Die USA und China an der Spitze
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Global Wealth Report 2018: Die USA und China an der Spitze

Das weltweite Vermögen stieg im letzten Jahr um USD 14 Billionen – mit China auf dem zweiten Platz. Der Global Wealth Report der Credit Suisse schlüsselt das globale Vermögen auf und analysiert den Ausblick.

Unsere jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die Welt in der Vergangenheit vermögender war, als frühere Analysen nahelegten. Neue offizielle Statistiken und andere verlässliche Quellen haben uns dazu bewogen, unsere Einschätzungen zu überarbeiten. Diese Überarbeitung bezieht sich hauptsächlich auf Nicht-Finanzanlagen, die von der Mittelschicht gehalten werden.

China ist nun klar an zweiter Stelle

Hauptergebnis der neuen Vermögensbewertungen ist die Bestätigung dessen, was viele Beobachter bereits vermuteten – China hat sich eindeutig an der zweiten Stelle der weltweiten Vermögenshierarchie etabliert. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der scheinbar unaufhaltsame Anstieg des Vermögens privater Haushalte in den USA. Das Gesamtvermögen und das Vermögen pro Erwachsenen in den USA haben seit 2008 jährlich zugenommen, sogar als das gesamte weltweite Vermögen in den Jahren 2014 und 2015 einen Rückgang erlebte.

In den zwölf Monaten bis Mitte 2018 stieg das aggregierte weltweite Vermögen um USD 14,0 Billionen auf USD 317 Billionen, was eine Wachstumsrate von 4,6 % darstellt. Dies reichte auch aus, um rascher als die  Bevölkerung zu wachsen, wodurch das Vermögen pro Erwachsenen um 3,2 % zunahm und das weltweite Durchschnittsvermögen auf USD 63’100 pro Erwachsenen angehoben wurde, was einem Rekordhoch entspricht.

Erhebliche regionale Unterschiede

Hinter dem weltweiten Durchschnittsvermögen von USD 63’100 pro Erwachsenen verbergen sich erhebliche Abweichungen zwischen den einzelnen Ländern und Regionen.

World Wealth Map 2018

Die Schweiz und Australien an der Spitze

Die Schweiz (USD 530’240), Australien (USD 411’060) und die USA (USD 403’970) sind erneut Spitzenreiter nach Vermögen pro Erwachsenen. Das Ranking nach Median-Vermögen pro Erwachsenen bevorzugt Länder mit niedrigerer Vermögensungleichheit und erzeugt eine etwas andere Rangfolge. In diesem Jahr hat sich Australien (USD 191’450) knapp vor der Schweiz (USD 183’340) an die Spitze gesetzt.

Die untenstehende Grafik zeigt das geografische Ungleichgewicht in der Verteilung des Vermögens privater Haushalte. Nordamerika und Europa repräsentieren zusammen 60 % des Gesamtvermögens privater Haushalte, aber nur 17 % der erwachsenen Weltbevölkerung.

Vermögensungleichheit nicht weiter gestiegen

Die frühen Jahre dieses Jahrhunderts verzeichneten die am breitesten abgestützte Vermögensbildung in der jüngeren Geschichte. Noch wichtiger ist aber, dass die Zunahme sämtliche Gesellschaftsschichten umfasste.

Diese Blütezeit kam mit der globalen Finanzkrise zum Stillstand. Das Muster der Vermögenszunahme änderte sich zudem erheblich. Die Wohlhabendsten profitierten am stärksten vom steigenden Finanzvermögen, was zu einer zunehmenden Vermögensungleichheit auf der ganzen Welt führte. Überall ausser in China stieg das Median-Vermögen nicht weiter an, sondern sank sogar vielerorts.

Die Daten deuten darauf hin, dass die Wachstumsentwicklung seit Kurzem wieder dem Muster entspricht, das vor der Krise herrschte. Den meisten Indikatoren zufolge ist die Vermögensungleichheit noch nicht deutlich gesunken, hat sich aber stabilisiert. Damit sehen die Zukunftsaussichten für ein alle Gesellschaftsschichten übergreifendes Vermögenswachstum vielversprechender aus als in den letzten Jahren.

Sehen Sie das Video mit Michael O'Sullivan, Regional Chief Investment Officer EMEA. (EN)

Vermögensausblick: weiterer Anstieg wahrscheinlich

Das weltweite Vermögen soll laut Prognosen während der nächsten fünf Jahre bis 2023 um knapp 26 % auf USD 399 Billionen steigen. Die Schwellenländer sind für ein Drittel des Wachstums verantwortlich, obwohl auf sie nur 21 % des aktuellen Vermögens entfallen.

Der Vermögensanstieg ist primär durch das Wachstum im mittleren Segment bedingt, aber auch die Anzahl der Millionäre wird in den nächsten fünf Jahren deutlich ansteigen und einen Rekordwert von 55 Millionen erreichen.

Der Anteil der Erwachsenen weltweit mit einem Vermögen von unter USD 10’000 ist seit dem Jahr 2000 gesunken. Zu Beginn des Jahrhunderts gehörten 80 % der Erwachsenen weltweit zu dieser Schicht: Heute sind es nur noch 64 %. Unseren Prognosen zufolge wird dieser Wert bis 2023 weiter auf 61 % sinken. 

Vermögen und Frauen: es gibt Fortschritte

Diese Ausgabe des Global Wealth Report analysiert auch zum ersten Mal das Vermögen von Frauen aus der ganzen Welt. Nachdem der Vermögensanteil der Frauen  im 20. Jahrhundert  gestiegen war, hat ihr Vermögen in diesem Jahrhundert absolut und auch relativ zu dem Vermögen von Männern zugenommen. Mit dem Vermögenswachstum in China ist der Anteil der Frauen am Vermögen in Asien in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Darüber hinaus gibt es Anzeichen dafür, dass immer mehr Self-Made-Frauen in der Geschäftswelt erfolgreich sind und auf die obersten Vermögensränge klettern. Zwar muss noch mehr getan werden, aber es gibt Anzeichen dafür, dass in weiten Teilen der Welt Fortschritte erzielt werden. 

Nannette Hechler-Fayd'herbe, Global Head of Investment Strategy and Research, Credit Suisse, zum Thema Vermögensentwicklung der Frauen.