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Globaler Vermögensausblick: Schwellenländer holen auf

Die Schwellenländer werden für fast ein Drittel des weltweiten Wachstums verantwortlich sein, obwohl sie nur knapp über ein Fünftel des aktuellen Vermögens auf sich vereinen. Der Vermögensanstieg wird primär durch das Wachstum im mittleren Segment bedingt sein, aber auch die Anzahl der Millionäre wird in den nächsten fünf Jahren deutlich steigen und einen Rekordwert von 55 Millionen erreichen.

Trotz der Turbulenzen, die die Weltwirtschaft im Zuge der Finanzkrise 2008 durchlebte, stieg das weltweite Vermögen der privaten Haushalte zwischen 2000 und 2018 um USD 200 Billionen.

Welche Trends zeichnen sich aber für die nahe Zukunft ab? Wir entwerfen anhand von Schätzungen des Gesamtvermögens und seiner Verteilung über die einzelnen Regionen im Jahr 2023 ein mögliches Szenario. Die Schwellenländer dürften sich von ihrer aktuellen Schwächephase erholen und die Aufholjagd zu den Industrieländern fortsetzen.

Schwellenländer gewinnen an Dynamik

Zwischen 2000 und 2018 haben die Schwellenländer ihren Anteil am weltweiten Vermögen von 10 % auf 24 % mehr als verdoppelt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich diese Wachstumsrate jedoch abgeschwächt. Wir gehen davon aus, dass die Schwellenländer nun wieder an Dynamik gewinnen.

Der Anteil der Schwellenländer am weltweiten Vermögen dürfte bis 2023 auf 27 % steigen, eine Zunahme um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte pro Jahr.

Wachstumsschub von China

Aktuell gehen 21 % des weltweiten Vermögens auf das mittlere Einkommenssegment in Schwellenländern zurück. Es wird erwartet, dass diese Länder in den nächsten fünf Jahren etwa ein Drittel zum weltweiten Vermögensanstieg beitragen und ihren Anteil am weltweiten Vermögen damit auf 23 % ausbauen. China, das zum mittleren Einkommenssegment gehört, dürfte seinen Anteil am globalen Vermögen bis 2023 von aktuell 16 % auf knapp unter 19 % steigern.

Der Anteil der Erwachsenen weltweit mit einem Vermögen von unter USD 10’000 ist seit dem Jahr 2000 gesunken. Zu Beginn des Jahrhunderts gehörten 80 % der Erwachsenen weltweit zu dieser Schicht: Heute sind es nur noch 64 %. Unseren Prognosen zufolge wird dieser Wert bis 2023 weiter auf 61 % sinken. Die globale Mittelklasse – Personen mit einem Nettovermögen zwischen USD 10’000 und USD 100’000 – vergrösserte sich von 14 % im Jahr 2000 auf heute 27 %. Bis 2023 wird sie 29 % aller Erwachsenen weltweit umfassen.

Der gehobene Teil des mittleren Segments – Personen mit einem Vermögen zwischen USD 100’000 und USD 1 Mio. – wird zwischen 2018 und 2023 um 88 Millionen Erwachsene wachsen. Etwa jeder zehnte Erwachsene wird zu dieser Gruppe gehören.

13 Millionen neue Millionäre weltweit

Unseren Schätzungen zufolge wird es weltweit im Jahr 2023 über 55 Millionen Millionäre geben, das ist verglichen mit heute ein Anstieg um fast 13 Millionen.

Die Aufholjagd der Schwellenländer zeigt sich auch deutlich an ihrem wachsenden Anteil an den weltweiten Millionären. Zwar gibt es derzeit in den Schwellenländern noch deutlich weniger Millionäre als in den USA oder Europa, doch ihre Zahl wird Erwartungen zufolge in den nächsten fünf Jahren deutlich steigen. In China etwa werden ihre Reihen wohl um 62 % auf 5,6 Millionen verstärkt, womit das Reich der Mitte in der Millionärsliga den zweiten Platz vor Japan, Grossbritannien und Deutschland verteidigen würde. Die Zahl der indischen Millionäre dürfte sich bis 2023 auf 526’000 erhöhen, ein Anstieg von über 53 % in den nächsten fünf Jahren.

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