Eine zersplitterte Welt bedarf der Kooperation
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Eine zersplitterte Welt bedarf der Kooperation

Rund um den Erdball wirkt sich der populistische Nationalismus immer stärker auf die politische Agenda und das Wählerverhalten aus. Neben den Sorgen in Bezug auf Immigration, Arbeitslosigkeit und Wohlstandsverteilung hat sich die Technologie zu einer neuen Kraft entwickelt, die unsere Gesellschaft mitgestaltet und in der Politik, aber auch darüber hinaus neue Möglichkeiten der Entscheidungsfindung bietet.

Vor diesem Hintergrund stand das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums 2018 in Davos unter dem Motto «Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt». Im Mittelpunkt des Treffens standen zwei aktuelle Entwicklungen: internationale Zusammenarbeit und politische Isolation. Erstere beschreibt den Willen zur Schaffung einer gemeinsamen Zukunft für alle Gesellschaften auf unserem Planeten, während die zweite der Tatsache ins Auge sieht, dass wir uns möglicherweise von diesem Ziel wegbewegen.

Credit Suisse Research Institute at the WEF: 

«Rethinking Politics and New Voter (mis)Behavior.»

Um in Davos diese Entwicklungen zu beleuchten, lud das Credit Suisse Research Institute Professor Joseph Stiglitz, Professor Kenneth Rogoff, Senator Mario Monti, Michael Strobaek, und Robert Parker zu einer Diskussionsrunde mit dem Titel «Rethinking Politics and New Voter (mis)Behavior» ein. Im Zentrum der Diskussion stand die aktuelle Verbreitung der gesellschaftlichen Modernisierung, die zu grossen Teilen vom Aufstieg der sozialen Medien beflügelt wird und schneller vonstattengeht als die politische und wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere gingen die Teilnehmer auf folgende Punkte ein:

  • Starke Wechselwirkung zwischen Politik und Technologie: In den letzten zehn Jahren haben sich verschiedene datenorientierte Unternehmen zu Datenmonopolisten entwickelt, die wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen von Individuen in allen Bereichen ihres Lebens haben.
  • Integrationsherausforderungen in Europa und darüber hinaus: Einige der neu entstandenen politischen Parteien – insbesondere in, aber nicht beschränkt auf Europa – vertreten die Werte des populistischen Nationalismus. Diese Entwicklung speist sich zum Teil aus der Furcht vor Immigration und der wachsenden Vermögensungleichheit. Allerdings wurde die integrationsfreundliche Politik nicht auf ganzer Linie in die Defensive gedrängt. Insbesondere Frankreichs Präsident Macron übernimmt bei den Bestrebungen um stärkere Integration eine Führungsrolle.

Am Ende der Diskussion stand unter anderem das Fazit, dass in Zukunft eine wesentliche Aufgabe von politischen Entscheidungsträgern und Bildungseinrichtungen darin bestehen wird, künftige Führungskräfte auf den Umgang mit der wachsenden Komplexität von Themen wie Technologie und Social Media vorzubereiten. Vor der Diskussionsrunde veröffentlichte das Credit Suisse Research Institute einen Bericht zum Thema «The Future of Politics».