Attraktive Anlagechancen in China
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Attraktive Anlagechancen in China

China ist nach wie vor ein spannendes Land mit enormen Wachstumsplänen, einer boomenden Technnologiebranche und einem tief greifenden Wandel des Lebensstils. Auch die Credit Suisse nimmt aktiv an dieser Entwicklung teil, so etwa jüngst anlässlich der 8. China Investment Conference in Shenzhen.

Die China Investment Conference war ein wichtiger Termin kurz nach dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, bei dem der Präsident und Parteivorsitzende Xi Jinping von einem «historischen Wendepunkt für die Entwicklung Chinas» gesprochen und die Vision von einem China des «Sozialismus chinesischer Prägung für eine neue Ära» umrissen hatte.

Kurze Zeit später trafen sich in Shenzhen anlässlich der Konferenz der Credit Suisse fast 1000 Unternehmer, Analysten, Banker und Investoren (siehe BOX), um die Diskussion fortzusetzen. Dabei standen drei Themen im Mittelpunkt: Die weltweite Führungsposition Chinas, die weiterhin bestehenden Anlagechancen im Technologiesektor sowie ein luxuriöser Lebensstil.

Chinas internationale Rolle

In seiner Eröffnungsansprache bei der Konferenz erklärte Neil Hosie, Leiter Equities für die Region Asien-Pazifik bei der Credit Suisse, dass China tatsächlich vor dem Beginn einer neuen Ära stehe, da es im Bereich Technologie den Wandel von einem adaptierenden zu einem innovativen Land vollziehe. «China hat sich für die kommenden 33 Jahre ehrgeizige Ziele gesteckt: Das Land möchte bis 2050 zu einer führenden, innovativen Nation mit einer weltweiten Vorreiterrolle werden. China hat in den letzten 20 Jahren grosse Schritte im Bereich Technologie gemacht, und diese Entwicklung wird weiter an Fahrt aufnehmen. Der chinesische Markt weist ein beispielloses Potenzial auf – eine Chance, die sich kein Anleger entgehen lassen kann.»

Besonders interessant ist die Initiative «One Belt, One Road» (OBOR), die es sich zum Ziel gesetzt hat, China auf dem Seeweg sowie durch ein Strassen- und Schienennetz noch enger an Zentralasien, Afrika und Europa anzubinden. Es wird mit Investitionen in Höhe von USD 5 Bio. pro Jahr in «OBOR» gerechnet, so Jun Ma, Leiter des Center for Finance and Development der Universität Tsinghua. Das entspricht ungefähr einem Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA! Für Aufsehen sorgte auch «Made in China 2025», ein staatlicher Plan zur Aufrüstung sämtlicher Industriezweige des Landes mit den neusten Lösungen für Konnektivität, künstliche Intelligenz und Technologie.

Mit einer Summe von USD 236 Mia. lagen die Ausgaben Chinas für Forschung und Entwicklung 2016 weltweit auf dem zweiten Platz, wobei das Investitionsniveau immer noch rund 25 Prozent unter dem der USA liegt. Angesichts der Bestrebungen, das Land mithilfe von Innovationen in eine hoch technologisierte Produktionsmacht zu transformieren, rechnet die Credit Suisse jedoch damit, dass die Ausgaben Chinas für Forschung und Entwicklung von 2016 bis 2020 um 73 Prozent steigen werden und China somit die USA auf der Basis der Kaufkraftparität überholen wird.

Technologieanlagen brillieren

Da Shenzhen das chinesische Pendant zum Silicon Valley darstellt, waren selbstverständlich viele Vertreter der Technologiebranche vor Ort. Das lokale Unternehmen HAX – Hardware-Ideenschmiede und Risikokapitalgeber – warnte die Anleger, dass sie sich auf eine temporeiche Entwicklung gefasst machen müssten. «China entwickelt, investiert und schafft Möglichkeiten über verschiedenste Technologien hinweg», berichtet Partner Benjamin Joffe begeistert. «Die Anleger sollten also schnellstmöglich an Bord kommen, bevor der Zug abgefahren ist.»

Ein Unternehmen, das bereits in den Startlöchern steht, ist das 2015 gegründete Start-up COWAROBOT. Sehr zur Begeisterung des Publikums präsentierte Mitbegründer Liyuan Liu einen Koffer, der seinem Besitzer automatisch folgt. (Diese Technologie gibt es in ähnlicher Form auch für Einkaufs-, Servier-, Hub- und Kurierwagen.) Liyuan Liu rechnet damit, dass sich der Bereich autonome Mobilität zukünftig zu einem Billionen-Markt entwickeln wird.

Ein weiterer «aufstrebender Stern» ist Sensetime: Mitbegründer und CEO Li Xu erläuterte, wie das Unternehmen künstliche Intelligenz in der Finanz-, Sicherheits- und Handelsbranche einsetzt. Auch ein Automobilhersteller war unter den Technologie-Akteuren. Daniel Kirchert, Präsident und Mitbegründer von BYTON, stellte seine Vision davon vor, wie Innovationen die Mobilität der Zukunft neu definieren werden. BYTON entwickelt ein intelligentes Fahrzeug der nächsten Generation, das im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Es wird Klänge, Gesichtsmimik und Gestik nutzen, um für ein neues Fahrerlebnis zu sorgen. Darüber hinaus kommt künstliche Intelligenz zur Analyse des Fahrzeuginneren und des Umfelds zum Einsatz, um Probleme zu prognostizieren, Risiken im Voraus zu erkennen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Auch der Mobiltelefonanbieter China Unicom, der Hersteller von Smartphones und mobilen Geräten Goertek, der Elektronikanbieter Han’s Laser, das Pharmaunternehmen Sinopharm, der Smartphone-Hersteller ZTE und viele weitere priesen die Chancen der Technologiebranche.

Wofür geben Chinesen ihr Geld aus?

Auch in China kommt mittlerweile nach der Arbeit das Vergnügen. Das Modeunternehmen Paris Xu erläuterte den Konferenzbesuchern, dass Jugendliche in den Achtzigerjahren ihr Geld für hochwertige Waren ausgaben, während Millennials lieber in «Erlebnisse» statt in Produkte investieren. Daher sind sie offen für die Idee, Sharing-Plattformen für Dinge wie Fahrräder und sogar Kleidung zu nutzen. In den vergangenen zwanzig Jahren habe die Luxusgüterbranche in China drei Phasen durchlaufen, erklärte Jerry Zhang, ehemaliger General Manager von Bottega Veneta. Vor 2008 nutzten enorm wohlhabende Chinesen Luxusgüter, um ihren sozialen Status zu zeigen. Von 2008 bis 2015 wurden Luxusgüter bei der Mittelschicht immer beliebter, diese Entwicklung brach jedoch aufgrund des Konjunkturabschwungs und von Anti-Korruptionskampagnen ein. Seit 2015 erholt sich die Luxusgüterbranche allmählich.

Zwei spezielle Lifestyle-Themen rundeten die Konferenz ab: Brian Ong von Bon Day Education beschrieb, wie man als Chinese die Aufnahme an einer amerikanischen Eliteuniversität schafft. Sport, soziale Arbeit, Musik – und natürlich gute Noten – stehen dabei ganz oben auf der Liste. Er riet jedoch davon ab, chinesische Kinder zu früh auf eine internationale Schule zu schicken: Vielmehr vertrat er die Ansicht, dass chinesische Kinder ihre kulturellen Wurzeln kennenlernen sollten.

Das andere Thema war der Bereich E-Sports. Liangjun Xiao, Senior-Mitbegründer und CFO von Seeinfront Capital, und Yang Wang, Präsident des Gaming-Geschäfts von Seeinfront, referierten dazu. Sie betonten, dass E-Sports sich in dieselbe Richtung entwickeln würden wie herkömmliche Sportarten. In zehn Jahren dürften sie genauso beliebt und lukrativ sein.

E.P. Johnson,
freiberuflicher Autor