Mit harten Bandagen für eine bessere Zukunft kämpfen

Mit harten Bandagen für eine bessere Zukunft kämpfen

Fight for Peace (FFP) möchte junge Menschen von der Strasse holen und ihr Selbstwertgefühl mit verschiedenen Kampfsportarten stärken. Trainingscenters gibt es in Rio de Janeiro und in London.

Unser Weg führt uns in ein eher verarmtes Viertel Londons. Hier ist das Trainingscenter von FFP in London beheimatet. Wir treffen Luke Downdey, den Gründer und Leiter der gemeinnützigen Organisation. Luke führt uns durch die noch leere Trainingshalle, wo der Geruch von kaltem Schweiss allgegenwärtig ist. Ein beeindruckender Boxring nimmt die Hälfte des Raumes ein, in der anderen Hälfte liegen Bodenmatten. An den Wänden hängen Boxsäcke, dort stehen auch andere Fitnessgeräte.

Persönliche Gespräche – Leistung für Gegenleistung

Luke stellt uns drei FFP-Mitglieder vor, damit sie uns ihre Erfahrungen selbst schildern können. Lydia kommt schon seit fast acht Jahren. «Es hat mein Sozialleben und meine Fitness enorm positiv beeinflusst. Ich habe von den Mitarbeitern und den Leuten, die jeden Tag zu Fight for Peace kommen, viel Unterstützung und Rat erhalten. Es ist eine Familie, die Dir hilft, Dir etwas beibringt und Dich unterstützt auf dem Weg zum Traum, den du verwirklichen möchtest.

Daran glauben, dass alles möglich ist

Leonas, der FFP entdeckte, als er sich in einer sehr schwierigen Lebenssituation befand und nach einer Boxschule suchte, sagt: «Mein Coach hat mich sehr stark motiviert, niemals aufzugeben und stets meine Grenzen zu überwinden. Hier in der Boxhalle habe ich gelernt, mich noch mehr anzustrengen. Das hat sich auf meinen Alltag übertragen: ich begann daran zu glauben, dass ich alles erreichen kann, was ich will, wenn ich mich anstrenge.» Jeilani stützt die Aussagen seiner Freunde. «Fight for Peace ist das Beste auf der Welt. Das Umfeld ist toll. Man bekommt Chancen und Dinge, auf die man hinarbeiten kann.»

Auf fünf Säulen gebaut

Das Konzept von FFP basiert auf fünf Säulen: 1. Boxen und Kampfsporttraining, 2. Persönlichkeitsentwicklung und Bildung, 3. Unterstützung und Mentoring bei persönlichen Problemen, 4. Berufsausbildung und Zugang zur Arbeitswelt, 5. Führung durch junge Menschen – hier übernehmen die Mitglieder selbst Verantwortung im Projekt und werden zu Vorbildern.

Selbstbewusstsein durch hartes Training

Der Hauptanziehungspunkt für die meisten Jugendlichen, die in das Lokal kommen, sind nach wie vor die Trainingseinheiten. Leonas: «Viele, die hierher kommen, haben nicht viel Selbstvertrauen. Deshalb hilft das Training so sehr – je mehr man trainiert, desto selbstbewusster wird man in anderen Bereichen.» Alle drei bestätigen, dass FFP ihnen das Selbstvertrauen verliehen hat, Neues auszuprobieren und neue Facetten ihrer Persönlichkeit zu entdecken. Das Training beginnt. Die Mischung der Teilnehmer könnte kaum bunter sein – ob in Bezug auf das Alter, das Können, die körperliche Verfassung oder die ethnische Herkunft. Aber sie alle trainieren gemeinsam, diszipliniert und entschlossen.