Ackerland – eine ertragreiche Investition

Trotz mangelnden Enthusiasmus seitens der Medien ist Ackerland eine Anlageklasse, über die geduldige Anleger nachdenken sollten. Um eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Finanzdienstleistungen zu schlagen, benötigt man spezifisches Fachwissen, aber die Rendite kann hoch ausfallen. Schliesslich wächst die Weltbevölkerung, wodurch ein höherer Nahrungsmittelbedarf entsteht.

Gregory Fleming: Griff Williams, was war Ihre Motivation für den Wechsel von einer klassischen Investmentkarriere in den Bereichen Renten und Anlagefonds zur Beratung und Strukturierung von Ackerlandanlagen?

Griff Williams: Der Wunsch, Agraranlagen institutionellen Anlegern zugänglich zu machen. Landwirtschaft ist eine Anlageklasse, die echte Vorteile für Spar- und Rentenportfolios bietet, aber leider ist es sehr schwierig, in einem Pure-Play-Format Zugang zu diesen zu erhalten. Darüber hinaus handelt es sich um eine Anlageklasse, die bestimmtes Fachwissen voraussetzt, das in der Regel im Finanzdienstleistungssektor nicht zu finden ist. Als Landwirt, der über 20 Jahre in der Vermögensverwaltung tätig war, fungiere ich als Brücke zwischen beiden Welten.

Für welche Art von Anleger sind Ackerland-Investments geeignet?

Anleger, die in Werte investieren möchten, die von langfristigen Themen wie Bevölkerungswachstum, veränderten Ernährungsgewohnheiten, Wassermanagement und Naturschutz profitieren. Anlagen im landwirtschaftlichen Bereich bieten eine Absicherung gegen Inflation sowie eine Einkommensrendite. Gleichzeitig müssen Anleger den Betriebsleitern vertrauen können oder zumindest dem Partner, der diese auswählt, damit sie den Betrieb nicht selbst besichtigen müssen.

Ist die Landwirtschaft ausreichend auf die moderne, serviceorientierte Wirtschaft abgestimmt, um gute Renditen zu erzielen?

Die Weltbevölkerung dürfte in den nächsten 40 Jahren um 50 Prozent auf über neun Milliarden Menschen wachsen, während die Nachfrage nach Lebensmitteln aufgrund des weltweiten Vermögenszuwachses um über 60 Prozent ansteigen soll. Da sich im Zuge des Vermögenszuwachses die Ernährungsgewohnheiten zugunsten von eiweisshaltigen Lebensmitteln ändern, erhöht sich die Nachfrage nach Landressourcen. 

Was ist der beste Anlagehorizont bei einer Investition in Ackerland?

Viel hängt von der Art der Anlage ab, aber ein Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren oder länger mit strategischer Allokation ist vernünftig. Für Anleger, die Fonds gegenüber Direktanlagen bevorzugen, liegt der Zeitrahmen, um Ergebnisse zu sehen, bei mindestens drei bis fünf Jahren. Dennoch ist die Anlage in diesem Zeitraum anfällig gegenüber den wenigen Vegetations- oder Produktionsperioden. Zudem lassen sich Kapitalgewinne auf Ackerland zuverlässiger über einen längeren Anlagehorizont erzielen. 

Ackerland in Zahlen (auf Englisch)

Welche Rendite können Anleger erwarten?

Eine gute Internal Rate of Return läge bei 12 Prozent bis 15 Prozent pro Jahr.

Würden Sie sagen, dass eine bestimmte Art von Getreide oder Produkt aus Anlegersicht zu bevorzugen ist?

Ich habe mir Anlagemöglichkeiten in der Milch- und Viehwirtschaft, im Baumwollbereich, in den Bereichen Zuckerrohr und Obst, Soja, Getreide und anderen Folgekulturen angesehen. Jede Anlageart verfügt über einzigartige und anspruchsvolle Merkmale, die fundierte Erfahrung aufseiten des landwirtschaftlichen Betriebsleiters erfordern. Alle landwirtschaftlichen Produkte profitieren von lang anhaltenden globalen demografischen Trends. Innerhalb dieses Trends gibt es jedoch Getreidesorten, die deutlich volatiler sind als andere.

Welchen Ansatz sollten Anleger verfolgen?

Die Maximierung von nachhaltiger Rendite und die Minimierung von Umweltrisiken bedeuten, dass es entscheidend ist, mit tatsächlichen landwirtschaftlichen Betriebsleitern zusammenzuarbeiten. Diese Märkte weisen ganz unterschiedliche Rendite-Zeithorizonte und Performancetreiber in Bezug auf das Ackerland selbst auf.

Was sind die Besonderheiten von Anlagen in Ackerland weltweit?

Entscheidend ist, dass die Landwirtschaft in vielen Ländern nach wie vor ein politisch definiertes Anlageuniversum darstellt. Eine Reihe von Ländern haben jedoch ihren Agrarsektor liberalisiert, um globalen Marktpreisen Rechnung zu tragen. Diese Länder haben deutliche Effizienzsteigerungen erzielt. Es ist wichtig hervorzuheben, dass Landwirtschaft in einem Land mit hohem Einkommen ohne staatliche Stützpreise überleben und florieren kann. Die Identifizierung dieser liberalisierten landwirtschaftlichen Möglichkeiten erfordert breit gefächerte Kompetenzen.

Haben Sie Best-Practices-Märkte identifiziert oder gibt es von Betrieb zu Betrieb Unterschiede?

Die Anzahl der unverzerrten Chancen bei landwirtschaftlichen Produkten ist – nach Ländern betrachtet – relativ klein. Die besten Betriebsumgebungen gibt es in Australasien und in einigen lateinamerikanischen Ländern wie Uruguay, Paraguay und Brasilien.
Sobald einige Betriebe in einem Land die besten Technologien und Praktiken einführen, nimmt der Druck auf die anderen Betriebe rasch zu. Es gibt jedoch in Ländern mit ausreichend guten Investitionsbedingungen immer noch genug landwirtschaftliche Betriebe, die hinter ihrem Potenzial zurückbleiben, sodass Möglichkeiten für einen Portfolioansatz vorhanden sind.