Emotionaler Abschluss eines Glanzjahres
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Emotionaler Abschluss eines Glanzjahres

Die Credit Suisse Sports Awards boten einmal mehr einen bewegenden Rückblick auf ein ganz besonderes Sportjahr – mit der Sportlerwahl als Höhepunkt. Roger Federer und Wendy Holdener heissen die Sieger. Die eine Entscheidung war hochspannend, die andere vorauszusehen.

Es war einmal mehr das grosse «Who is Who» des Schweizer Sports an diesem Gala-Abend in den Studios von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in Zürich. Geladen war zu den Credit Suisse Sports Awards 2017, zur Feier und Auszeichnung der Erfolgreichsten. Und es fehlte nicht an Herausragendem.

Voraussehbar war die Entscheidung bei den Männern. Nach seinen Grand-Slam-Titeln Nummer 18 und 19 und dem famosen Comeback nach sechsmonatiger Verletzungspause gab es kein Vorbeikommen an Tennislegende Roger Federer. Auch nicht für Mountainbiker Nino Schurter, der in den vergangenen zwölf Monaten jeden Wettkampf gewann und festhielt: «Für mich ist das ganze Jahr 2017 ein Highlight gewesen.» 36,88 Stimmenprozente gingen an Federer, 25,63 an Schurter. Platz 3 belegte Abfahrtsweltmeister Beat Feuz mit 15,55 Prozent.

Federers Charme

Via Live-Schaltung aus Dubai zeigte Roger Federer seine Freude und wandte sich an die Sportlerinnen und Sportler sowie die Öffentlichkeit. Er sorgte für Lacher: Zu den Kindern habe er nach dem Abendessen gesagt, er müsse noch weg, denn er habe die Chance, zur Nummer 1 gewählt zu werden. Diese entgegneten: «Rafa ist doch die Nummer 1.» Federer erklärte ihnen, das sei richtig im Tennis, aber anders bei der Wahl zum Sportler des Jahres in der Schweiz. Und Federer zeigte grosse Freude über seine siebte Wahl. Von einer Riesenehre sprach er. Und er verband seine Abwesenheit mit einer guten Nachricht: «Ich bin am Vorbereiten der nächsten Saison und hoffe, dass diese ähnlich erfolgreich wird wie die nun abgeschlossene.»

Federers Status untermauert die Wahl von Severin Lüthi als Trainer des Jahres. Lüthi gewann knapp vor Moutainbike-Nationaltrainer Nicolas Siegenthaler, dem Mann hinter Nino Schurter, und Fussball-Nationalcoach Vladimir Petkovic. Lüthi dankte – auch Federer. Er ermögliche es ihm, sich als Coach immer weiter zu verbessern, neue Wege zu finden und vor allem: Federer stehe für Leidenschaft.

Holdener gewinnt dank Publikumsstimmen

Enger war die Entscheidung bei den Frauen: Die Alpin-Kombinationsweltmeisterin Wendy Holdener überholte dank der Publikumsstimmen die dreifache Ironman-Hawaii-Siegerin Daniela Ryf. Lange hatte es nicht so ausgesehen, denn Ryf hatte sowohl bei den Medienstimmen als auch bei den Sportlern (je ein Drittel des Endresultats) obenaus geschwungen. Holdener sprach von einer «grossen Ehre und Freude, die verpflichtet». Sie dankte allen, die sie auf ihrem Weg unterstützen. Platz 3 ging an Kunstturnerin Giulia Steingruber.

Streit ehrt Hischier

Bestens orchestriert war, dass Eishockey-Legende Marc Streit den Newcomer des Jahres auszeichnete. Denn Nico Hischier wurde trotz starker Konkurrenz von Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl und Wasserspringerin Michelle Heimberg hochüberlegener Sieger: Gut 70 Prozent der Internet-Votings gingen auf sein Konto. Sein Vater nahm den Preis stellvertretend für den Sohn in Empfang und sagte unter anderem: «Wir versuchten und versuchen weiter, dass Nico die Bodenhaftung nie verliert.» 

Hug vor Schär

Bei den Behindertensportlern setzte Marcel Hug seine Siegesserie fort, obwohl ihn in diesem Jahr mit der Marathon-Aufsteigerin Manuela Schär und Skifahrer Christoph Kunz zwei hochklassige Widersacher forderten. Seine Erfolgsbilanz im Marathon wie auf der Bahn war imposant, noch eindrücklicher als im erfolgreichen Paralymics-Jahr 2016. 2017 sicherte er sich drei Mal WM-Gold sowie die Marathonsiege in Boston, Seoul, Berlin, Chicago und New York. Hug bekräftigte: «Meine Freude ist einmal mehr riesig.» Auch Hug ist ein Seriensieger: Er sicherte sich den Award zum sechsten Mal.

Zum Team des Jahres wurde das Schweizer A-Fussballnationalteam gewählt. Am Gala-Abend waren stellvertretend Nationalcoach Vladimir Petkovic, Fussballspieler Valon Behrami und Präsident Peter Gilliéron anwesend. «Toll, was wir geschafft haben», bestätigte Vladimir Petkovic.

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Vladimir Petkovic, Sie konnten an den Credit Suisse Sports Awards mit Valon Behrami und Peter Gilliéron den Team-Award von Dominique Gisin empfangen. Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?

Dieser Award ist eine schöne Auszeichnung für das Schweizer Nationalteam und für alle, die auf ganz vielen Ebenen in unterschiedlichster Art und Weise dazu beigetragen haben, dass wir nächstes Jahr an der WM-Endrunde in Russland dabei sind. Es ist eine bedeutungsvolle Anerkennung für den Verband, für die Liga, für das Team hinter dem Team, wie es Präsident Peter Gilliéron auf der Bühne so schön formuliert hat.

Welchen Stellenwert haben für Sie die Wahlergebnisse?

Sie sind eine Art Momentaufnahme nach einem Jahr – verbunden mit einer würdevollen Auszeichnungsfeier. Ich glaube, wir sollten dankbar sein, dass der Schweizer Sport diesen Stellenwert geniesst.

Wie haben Sie den Gala-Abend erlebt?

Sehr schön! Ich durfte in der ersten Reihe sitzen und hatte etwas mehr Beinfreiheit als in früheren Jahren (schmunzelt). Ich schätze auch die Zeit vor der TV-Show, die vielen Begegnungen mit den Sportlerinnen und Sportlern.

Was war für Sie ausserhalb des Fussballs das Highlight?

Ganz klar Roger Federers Saison. Ich habe ihm auch zu seinen Turniersiegen gratuliert und ihn zu unseren Länderspielen eingeladen. Leider hat es diese Saison noch nicht geklappt. Sein Kalender ist unglaublich voll.