Die Konjunktur zieht an – man hüte sich vor Laufzeitrisiken
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Die Konjunktur zieht an – man hüte sich vor Laufzeitrisiken

Zinserhöhung durch die US-Fed, absehbares Ende der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank: Schweizer Anleger sollten sich allmählich auf neue Marktkonditionen einstellen. Die Credit Suisse bietet ihnen Unterstützung und zeigt mögliche Ablöse- und Wechselopportunitäten für Fixed-Income-Anlagen auf.

Festverzinsliche Anlagen sind ein unverzichtbarer Teil eines jeden diversifizierten Anlageportfolios. Unter normalen Bedingungen bieten sie ein regelmässiges Einkommen für den Investor, denn es wird ein Coupon ausbezahlt. Angesichts des aktuellen Tief- resp. sogar Negativzinsumfelds haben sich die Zinsen jedoch beträchtlich verringert. Ein längerer Anlagehorizont und eine tiefere Qualität der Obligationen konnten die Performance anfänglich etwas verbessern – nicht zuletzt, da die Zentralbanken sich mit grossen Mengen an Obligationen eindeckten. Gleichzeitig wurden die Anleger damit aber anfällig für Laufzeitrisiken und ein erhöhtes Kreditrisiko im Falle eines Zinsanstiegs oder einer restriktiveren Geldpolitik der Zentralbanken.

Kürzere Laufzeiten sind angezeigt

Obligationen sind nicht ohne. Laufzeitrisiko (Kreditaufschlag und Zinsfluktuation) sowie Kreditrisiko sind die beiden wichtigsten Faktoren, die ein Anleger bedenken sollte. Hat eine Obligation eine lange Laufzeit, so bedeutet dies, dass ihre Fälligkeit in weiter Ferne liegt. Je länger die Laufzeit, desto tiefer fällt der Preis einer Obligation bei steigenden Zinsen. Im gegenwärtigen Umfeld allmählicher Zinsnormalisierung sollte man sich also darauf konzentrieren, die Laufzeiten zu reduzieren.

Anleger sollten sich rechtzeitig positionieren

Die US-Fed hat die Zinsen im März bereits ein erstes Mal erhöht. Da wir davon ausgehen, dass die EZB noch in diesem Jahr eine Reduktion ihrer expansiven Geldpolitik bekanntgeben dürfte, halten wir es für wichtig, dass Schweizer Anleger sich bereits heute Gedanken machen, wie sie sich angesichts restriktiverer Regeln positionieren wollen. Das Laufzeitrisiko zu verkürzen, ist für sie entscheidend.

Finanztitel nach wie vor positiv

Innerhalb der Fixed-Income-Anlageklasse bevorzugen wir Investment-Grade-Obligationen mit kurzer Laufzeit und aus Schwellenländern, denn ihre Renditen ziehen an. Einen weiteren Fokus setzen wir aufgrund der eingebauten Aktienoption bei Wandelanleihen. Bei den Sektoren sehen wir Finanztitel nach wie vor positiv – die Finanzbranche ist der einzige Sektor, dessen Renditen nicht durch die Quantitative-Easing-Programme der Zentralbanken verzerrt wurden.

Liborbasierte Hypotheken als Alternative

Um die Laufzeit zu reduzieren, können Schweizer Anleger alternativ ein kurzfristiges, liborbasiertes Hypothekenrisiko nehmen. Liborbasierte Hypotheken im Schweizer Markt unterliegen derzeit einer eingebetteten Liboruntergrenze bei Null. Das Resultat: Sobald der Liborsatz über Null steigt, folgt die Zinsfixierung der Liborhypothek beim nächsten Fälligkeitsdatum der Zinsen. Dadurch erhöht sich das künftige Zinseinkommen. «Im Gegenzug tragen Anleger das Kreditrisiko der zugrundeliegenden Hypotheken und Eigentumswerte, sollte der Kreditnehmer zahlungsunfähig werden», kommentiert Jessie Gisiger, Fixed-Income-Strategie. «Da wir von einer sachten Anpassung der Geldpolitik ausgehen, erwarten wir aus Zinsperspektive keine signifikant anwachsenden Ausfallrisiken.»