Credit Suisse Sports Awards 2016: Gut und Cancellara triumphieren
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Credit Suisse Sports Awards 2016: Gut und Cancellara triumphieren

An den Credit Suisse Sports Awards im Fernsehstudio Zürich setzten sich schliesslich die Ski-Weltcup-Siegerin Lara Gut sowie Rad-Zeitfahr-Olympia-Goldmedaillengewinner Fabian Cancellara klar durch. Nun dürfen sie sich Schweizer Sportlerin und Schweizer Sportler des Jahres nennen.

Live zugeschaltet aus Courchevel (Fr) freute sich Lara Gut, die Ski-Weltcup-Siegerin des letzten Winters, über ihren ersten Triumph an den Credit Suisse Sports Awards. Sie richtete sich mit sympathischen Worten ans Publikum – zweisprachig, auf Italienisch und auf Deutsch. Dass die 25-jährige Tessinerin nicht vor Ort sein konnte, wirkte sich nicht als Stolperstein für sie aus. Schliesslich fuhr sie gleichentags erfolgreich, und das nächste Rennen steht bereits am Dienstag auf dem Programm.

«Ich bin stolz, diese Auszeichnung als erste Alpinskirennfahrerin nach Vreni Schneider zu erhalten», sagte Gut. 21 Jahre lagen dazwischen. Gut setzte sich klar mit 34,56 Stimmenprozenten vor der Kunstturn-Europameisterin und Olympia-Dritten Giulia Steingruber durch. Die Ostschweizerin kam auf 24,02 Prozent und verwies die Olympia-Zweite im Triathlon, Nicola Spirig, mit 14,25 Prozenten auf Platz 3. Spannend am Ausgang: Gut lag bei den Medienstimmen klar auf Platz 1, ebenso wie bei den Publikumsstimmen – nicht aber bei den Sportlern. Diese gaben Steingruber den Vorrang. Vorjahressiegerin und Hawaii-Titelverteidigerin Daniela Ryf landete auf Platz 4, die Sportpistolen-Olympia-Dritte Heidi Diethelm Gerber auf Platz 5 und Mountainbikerin Jolanda Neff auf Platz 6.

Cancellara vor Schurter – das Publikum gab den Ausschlag

Der Ausgang bei den Männern spitzte sich auf ein Duell zwischen zwei Olympiasiegern von Rio de Janeiro zu. Der Goldmedaillengewinner im Moutainbike, Nino Schurter sowie Zeitfahr-Titelgewinner Fabian Cancellara setzten sich von der Konkurrenz ab. Knapper als bei den Frauen ging diese Wahl aus. Auf einen Stimmenanteil von 30,46 Prozent kam Cancellara gegenüber 25,01 von Schurter. «Eine grosse Ehre zum Schluss einer 16 Jahre dauernden Karriere», sagte der stolze und überglückliche Sieger. Der Saal zollte ihm mit Standing Ovations Respekt. Und die Erleichterung war dem Berner anzusehen, der die Anspannung so beschreibt: «Eine solche Entscheidung ist im Gegensatz zu einem Radrennen schwierig, weil du nichts selber beeinflussen kannst.»

Glücklich zeigte sich Cancellara über die zweite Wahl nach 2008 und betonte: «Verdient gehabt hätten es bestimmt auch Nino und die andern.» Für Schurter war es «nach einer grandiosen Saison das Pünktchen auf dem i». Platz 3 belegte US-Open- und Vorjahressieger Stan Wawrinka. Und Pikantes förderte die Aufschlüsselung der Stimmenanteile zu Tage: Bei den Medien lag Cancellara knapp vor Wawrinka und klar vor Schurter, bei den Sportlern Schurter deutlich vor Cancellara und Wawrinka. Den Ausschlag zugunsten Cancellaras gaben dann die Publikumsstimmen. Hier lautete die Reihenfolge: Cancellara klar vor Schwingerkönig Matthias Glarner (Platz 4) und Schurter. Platz 5 ging an Handballer Andy Schmid, Platz 6 an Roger Federer.

Hug zum fünften Mal

Nach 2011, 2013, 2014 und 2015 wurde der Thurgauer Rollstuhlsportler Marcel Hug zum fünften Mal zum Behindertensportler gewählt. Der 30-Jährige erhielt nicht nur jene Paralympics-Goldmedaille, die ihm im umfangreichen Palmarès noch gefehlt hatte. Er gewann gleich doppelt: über 800 m und im Marathon. Und Hug brillierte auch bei den internationalen Gross-Marathons und reihte Sieg an Sieg. «Ich kann sagen, diese Saison toppte sämtliche vorangegangenen», freute sich Hug.

Zum zweiten Mal in Folge reüssierte als Team des Jahres der Leichtgewichts-Doppelvierer im Rudern, diesmal nach Erreichen des grossen Ziels: dem Olympiasieg. Als Newcomer des Jahres gekürt wurde Schwinger Armon Orlik. Trainer des Jahres ist Turn-Coach Zoltan Jordanov. Neben der Spannung um die Titelvergabe lebte der Gala-Abend von den Auftritten der Schlagerkönigin Helene Fischer, der Band 77 Bombay Street, von Gustav und von Trauffer. Für die Moderation verantwortlich zeichneten Rainer Maria Salzgeber und Steffi Buchli.