Credit Suisse Sports Awards 2016: «Alle gönnen mir den Sieg»
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Credit Suisse Sports Awards 2016: «Alle gönnen mir den Sieg»

Als erster Schwinger wurde der Bündner Armon Orlik, 21 Jahre alt, an den Credit Suisse Sports Awards mit der Auszeichnung «Newcomer des Jahres» geehrt.

Armon Orlik, Sie wurden zum Newcomer des Jahres gewählt. Überrascht?

Ja, schon ein wenig. Die Ausgangslage war ja spannend gewesen. Alle drei hätten es mit ihrem Leistungsausweis schaffen können, auch Tennisspielerin Viktorija Golubic und Olympia-Schützin Nina Christen. Umso schöner ist dieser Sieg.

War die Dankesrede vor versammelter Sportprominenz im Fernsehstudio und den unzähligen Zuschauern vor den Bildschirmen vorbereitet?

Das war ein Muss. Ich stellte mir diese Situation im Vorhinein vor und wusste, dass es nicht so einfach ist. Ich ging meine Rede einige Male im Kopf durch, damit sie sass und ich nicht aus dem Konzept fiel. Schlussendlich ging's glücklicherweise relativ gut.

Wie haben Sie den Abend als Ganzes erlebt?

Die Credit Suisse Sports Awards waren für mich etwas Neues. Ich fand den Abend sehr beeindruckend. Ich traf auf Sportler, die ich nicht einmal aus dem Fernsehen kannte. Ich konnte ihnen Hallo sagen, die Hand schütteln. So kam ich kurz vor der Sendung mit der früheren Jahressportlerin Ariella Käslin ins Gespräch. Was ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste: Sie überreichte mir den Preis. Das Gespräch war sehr natürlich, sehr lustig, angenehm.

Von allen Ausgezeichneten durften Sie den Medien am längsten Rede und Antwort stehen. Wie erklären Sie sich das Interesse?

Vielleicht war ich einfach der Langsamste. Im Ernst, ich staunte schon, wie oft und wie lange ich befragt wurde.

Was folgte auf die Live-Sendung?

Zuerst ging es zur Schweizer Illustrieren, um einige Fotos zu schiessen. Anschliessend mischte ich mich unter die Leute. Jetzt konnten mein Trainer Reto Attenhofer und ich den Abend geniessen – mit einigen «Häppli» und etwas zu trinken.

Welche Gratulanten wandten sich speziell an Sie?

Daniela Ryf, die Triathlon-Hawaii-Siegerin und Jahressportlerin des letzten Jahres. Das genoss ich. Ebenso gratulierte Ariella Käslin nochmals, privat quasi. Und seither haben mich viele schöne Reaktionen aus dem Umfeld erreicht, von Freunden und Bekannten, vieles läuft über SMS. Alle gönnen mir den Sieg. Das alles motiviert mich dazu, weiter Gas zu geben.

Die genauere Analyse der Wahlresultate fördert bei Ihnen und Ihrem Sieg Erstaunliches zu Tage: Bei den Medien erhielten Sie nur gut halb so viele Stimmen wie Tennisaufsteigerin Viktorjia Golubic. Dafür trumpften Sie bei den Publikumsstimmen ganz gross auf. Wie erklären Sie sich, das Sie fast 14'000 Zuschauerstimmen bekommen haben?

Schwierig zu sagen. Was klar wird: Die Schwinger-Fans stimmten gut ab. Das ist ein schönes Gefühl. Ich habe viele Leute erreicht. Es freut mich, wenn ich von so vielen Leuten gewählt und unterstützt werde.

Was nehmen Sie vom Abend und von der Auszeichnung mit?

Ich habe viel in das Training investiert, und die Erfolge zeigen: Wir haben es richtig gemacht. Das heisst, mein Trainer und ich können den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen, wir müssen nicht viel ändern. Und den Award kann mir niemand mehr nehmen. Mir gefällt er, und ich werde ihn an einem Ort platzieren, wo er zur Geltung kommt, wo ich ihn immer wieder sehe. Er wird mich an den Abend und an meine Erfolge erinnern, er wird mich motivieren und meinen Willen stärken.

Ihnen wird eine grosse Schwinger-Zukunft vorausgesagt. Wie geht es sportlich nun weiter?

Momentan befinde ich mich in einer Aufbauphase. Es geht darum, die 15 bis 18 Wochentrainingsstunden zu nutzen: im Kraftbereich, konditionell, technisch. Damit lege ich die Basis für die nächste Schwing-Saison. Und es geht darum, dass ich mich nicht verletze, dass ich gesund bleibe. Gelingt das, werde ich nächstes Jahr wieder mit den Besten mitschwingen.