Credit Suisse Sports Awards 2015
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Credit Suisse Sports Awards 2015

Spannung, Emotionen und viel Tempo zeichneten die Credit Suisse Sports Awards im Fernsehstudio Zürich aus – mit neuen Gesichtern bei den wichtigsten Ernennungen: Daniela Ryf und Stan Wawrinka heissen die Jahressportler 2015.

Nochmals zurückblicken, Bilder wirken lassen, sich erinnern und Emotionen erneut erleben. Die Credit Suisse Sports Awards ermöglichten dies: Freude, Euphorie und Siegesgefühle bei Erfolgen, aber auch bodenlose Enttäuschung, Frust und Tränen bei Niederlagen. Der rasch wechselnde Bogen war weit gespannt. Umrahmt war die über zweistündige TV-Show, moderiert von Rainer Maria Salzgeber und Nicole Berchtold, von begeisternden Showacts von Anna Rossinelli und Bryan Adams. Ehren lassen durften sich die Sportler unter anderem von Ballonfahrpionier Bertrand Piccard, Bundesrat Ueli Maurer oder Rapper, Beatboxer und Entertainer Knackeboul.

Im Zentrum standen aber die Sportlerinnen und Sportler. Höhepunkte waren die spannenden Publikumswahlen der Sportlerin und des Sportlers des Jahres. Den Sieg bei den Männern trug diesmal Stan Wawrinka davon, der dafür eine Standing Ovation erntete. Der Waadtländer kam zum ersten Mal in den Genuss dieses Titels und löste damit den sechsfachen Rekordsieger Roger Federer ab, in dessen Schatten er sich auch auf dieser Ebene stets bewegt hat. «Wunderbar, für mich eine grossartige Ehre, ich bin allen dankbar, die hinter mir standen und mir meinen Werdegang ermöglicht haben», sagte der Romand gerührt. Ausschlaggebend für den Triumph war sein zweiter Grand-Slam-Sieg im Sommer in Paris. Wawrinka setzte sich mit 38,91 Prozent klar vor Federer (22,81 Prozent) sowie Mountainbiker Nino Schurter, Skirennfahrer Patrick Küng und Langläufer Dario Cologna durch, die mit nochmals deutlichem Abstand folgten.

Ryfs Endspurt

Noch spannender war die Entscheidung bei den Frauen, die äusserst knapp ausfiel. Auch hier brillierte ein neuer Name: Daniela Ryf. Bei der Triathletin handelt es sich indes um eine logische Wahl, gewann die Solothurnerin doch sämtliche Rennen des Jahres – und nicht irgendwelche, sondern die bedeutendsten: den Triathlon der Triathlons, den Ironman Hawaii und damit den Ironman-Weltmeistertitel, die 70.3-Weltmeisterschaft sowie den Ironman-Europameistertitel, um nur die wichtigsten zu nennen. Im November rundete sie das Gesamtwerk ab mit der sogenannten Triple Crown, dem Gewinn von einer Million Dollar mit den Halb-Ironman-Siegen in Dubai, Zell am See und zuletzt in Bahrain. «Ich staune selber, das war eine Traumsaison, eine Saison wie im Märchen», sagte die 28-Jährige.

Während sie an den Sportstätten stets mit beruhigendem Vorsprung dominierte, gewann Ryf die Credit Suisse Sports Awards hauchdünn. 26,57 Stimmenprozente sicherte sich Ryf in der Schlussabstimmung, gegenüber 25,14 Prozent für die Turn-Europameisterin Giulia Steingruber. Klarer distanziert folgten Tennisaufsteigerin Timea Bacsinszky mit 19 Prozent, Mountainbikerin Jolanda Neff mit 15,54 Prozent und Belinda Bencic mit 13,75 Prozent. Nur folgerichtig erschien diese Wahl Nicola Spirig, Triathlon-Olympiasiegerin und Sportlerin des Jahres 2012. «Es ist immer schwierig, Erfolge zwischen verschiedenen Sportarten zu vergleichen, aber für mich gehört in diesem Jahr der Titel klar Daniela», hielt sie fest.

Ryf sieht sich durch die Wahl zusätzlich angespornt. Ihre Siegesserie will sie fortsetzen. Hawaii, die Triple Crown, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft – diese Entscheidungen fallen auch nächstes Jahr. Möglich ist aber auch, dass sie sich anders entscheidet. Im Hinterkopf trägt die Multisportlerin eine Vision: Olympia, nicht mehr als Triathletin wie 2008 (7. Platz) und 2012 (40. Platz), sondern als Zeitfahrerin mit dem Velo. «Das wäre ein Experiment, das mich bis aufs Letzte herausfordern würde», erklärte Ryf.

Koller lässt Del Curto hinter sich

Die Wahl zum Trainer des Jahres ging an einen «Auslandschweizer» – den Fussball-Nationaltrainer von Österreich: Marcel Koller. Eine logische Wahl, gewann der Zürcher in unserem östlichen Nachbarland doch bereits den Special Award und damit eine Auszeichnung von höchstem Wert. Klar hinter sich liess er den Davoser Eishockey-Erfolgstrainer Arno Del Curto und Tennis-Coach Severin Lüthi. Ebenfalls ein Fuss­baller triumphierte bei der Wahl des Nachwuchssportlers: Basels Aufsteiger Breel Embolo. Als Team des Jahres setzte sich der Schweizer Leichtgewichts-Vierer der Ruderer mit Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramer durch – dank Welt- und Europameistertitel und Sieg im Gesamtweltcup. Zum Behindertensportler ernannt wurde zum vierten Mal Rollstuhlathlet Marcel Hug.

Für die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler waren die Credit Suisse Sports Awards ein wunderbarer Ausklang des aktuellen Sportjahrs und für das Publikum ein emotional packender Rückblick auf herausragende Sportereignisse.