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Credit Suisse eröffnet neues Advisory Office in Mexiko

Die Wirtschaftsaussichten für Mexiko sind trotz aktueller Herausforderungen vielversprechend. In Mexiko-Stadt hat die Credit Suisse nun ein Advisory Office eingeweiht, in dem sich Private-Banking-Kunden beraten lassen können. Sie bekräftigt damit ihre Wachstumsambitionen in Lateinamerika.

Die Aussichten für die mexikanische Wirtschaft sind vielversprechend. Mexiko ist gemeinsam mit Brasilien auch weiterhin einer der wichtigsten Wachstumsmotoren in Lateinamerika: Das BIP-Wachstum des Landes dürfte jenes der Regionen Lateinamerika und Karibik übersteigen. Gemäss dem Global Wealth Report der Credit Suisse sind 20 Prozent der Einwohner Lateinamerikas, die über ein Vermögen von mehr als 1 Million US-Dollar verfügen, in Mexiko ansässig. Und das Vermögen pro Erwachsenen soll in den nächsten fünf Jahren um weitere 26 Prozent steigen. Im neuen Advisory Office können sich Private-Banking-Kunden beraten lassen und ihr Vermögen lokal investieren. Sie profitieren dabei von der globalen Präsenz der Credit Suisse.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Unternehmern

Wie in anderen Schwellenländern ist das Wachstum in Mexiko in erster Linie auf Vermögen, das von Unternehmern generiert wird, zurückzuführen. Diese haben Bedürfnisse, die häufig sowohl geschäftliche wie auch private Aspekte umfassen – genau hier sieht die Credit Suisse, die sich als eine integrierte Bank positioniert, ihre Stärken. «Dank unserer umfassenden lokalen und globalen Kompetenzen in den Bereichen Private Banking, Asset Management und Investment Banking können wir unseren Kunden optimale Lösungen anbieten», erklärte Iqbal Khan, CEO International Wealth Management bei der Credit Suisse, anlässlich der Feierlichkeiten zur Eröffnung des Advisory Office vor zwei Wochen. Pedro Jorge Villareal, CEO der Credit Suisse in Mexiko, führte wie folgt aus: «Mit dem neuen Advisory Office sind wir vor Ort präsent. Es eröffnet uns Zugang zu Spezialisten und erlaubt es uns, die Anforderungen unserer mexikanischen Kunden in Bezug auf Investitionen und Kredite optimal zu erfüllen. Wir sehen hier enorme Chancen, unseren Kunden ganzheitliche Lösungen anbieten zu können.»

Gute Fortschritte bei der Umsetzung von Reformen

Auf der Mexico Investment Ideas Conference der Credit Suisse, die Anfang Mai in Mexiko-Stadt stattfand, erläuterte der mexikanische Finanzminister José Antonio Meade, mit welch starkem Gegenwind sein Land in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Meade zufolge hing ein grosser Teil davon mit externen Faktoren zusammen, beispielsweise mit der Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums, unterschiedlichen geldpolitischen Ansätzen, Volatilität bei Rohstoffen wie Öl oder mit geopolitischen Ereignissen wie dem Brexit und den Wahlen in den USA. Vor dem Hintergrund einer zusammenbrechenden Währung und einer zu starken Abhängigkeit vom Öl begann die Regierung 2013, umfassende strukturelle Reformen umzusetzen. Die Idee war, das Land für in- und ausländische Investoren als attraktiven Anlagemarkt zu positionieren und langfristig wirtschaftliches Wachstum zu sichern. Herzstück der Umgestaltung war eine Energiereform, die eine umfassende Öffnung des vor fast 80 Jahren verstaatlichten Energiesektors vorsah.

Die Konferenzredner waren sich im Grossen und Ganzen einig, dass bei der Umsetzung der Reformen grosse Fortschritte erzielt wurden und eine positive Investitionsdynamik innerhalb der verschiedenen Energiesegmente des Landes herrscht. Auch die Aussichten für den Automobilsektor sind gut. Nach Aussagen von Eduardo Solis Sánchez, CEO des Verbands der mexikanischen Automobilindustrie, ist Mexiko derzeit der grösste Fahrzeughersteller in Lateinamerika und rangiert international auf dem siebten Platz. Das Land ist der viertgrösste Fahrzeugexporteur der Welt und führt mehr Fahrzeuge in die USA ein als irgendein anderes Land.

Eine ganze Reihe führender Fahrzeughersteller wie Toyota, BMW und Mercedes/Infinity hat konkrete Pläne für weitere Investitionen in Mexiko. So könnte das Land im Jahr 2020 mehr als fünf Millionen Fahrzeuge pro Jahr produzieren.

Anzeichen politischer Veränderungen: allgemein spürbares Unbehagen

Die mexikanische Wirtschaft konnte ihre Abhängigkeit vom Öl verringern. Meade zufolge ist es ihr gelungen, sich zu diversifizieren und weiterzuentwickeln. Die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Beziehungen mit den USA hinterlässt jedoch Spuren. Mexiko ist in besonders hohem Mass von seinem nördlichen Nachbarn abhängig. Die Ökonomen der Credit Suisse stufen das Unbehagen in Zusammenhang mit der künftigen US-Politik daher als das bedeutendste Risiko ein, dem das Land in diesem Jahr ausgesetzt ist. Mehr als 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA. Das entspricht fast 30 Prozent des mexikanischen BIP. Die Nachfrage in den USA und der Freihandel mit dem Land wirken sich also erheblich auf das mexikanische BIP-Wachstum aus. Viele Arbeitsplätze, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, hängen vom Handel mit den USA ab. Würde das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA aufgelöst, könnte dies einen erheblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Mexiko zur Folge haben. Zudem sind viele Mexikaner von Geldsendungen ihrer in den USA arbeitenden Verwandten abhängig. Ein spürbarer Rückgang bei diesen Beträgen würde sich erheblich auf den Inlandskonsum auswirken – in einem Land, in dem 65 Prozent des BIP auf den Privatkonsum entfallen.

Die mexikanische Wirtschaft sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, bietet langfristig aber vielversprechende Chancen. Die Credit Suisse ist überzeugt, ihre mexikanischen Kunden aus einer guten Position heraus und mit dem richtigen Fachwissen bei ihren Wachstumsplänen unterstützen zu können.