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Credit Suisse Förderpreis Videokunst: zum fünften Mal an ein junges Talent verliehen

Stine Eriksen gewann den Credit Suisse Förderpreis Videokunst 2016 mit ihrem Werk «Choreography # 2». (siehe Trailer)

Der Credit Suisse Förderpreis Videokunst wurde am 25. Februar 2016 zum fünften Mal an ein Nachwuchstalent vergeben. Stine Eriksen überzeugte die Jury mit ihrer Videoarbeit «Choreography # 2», die sich durch das stimmige Zusammenspiel von virtuoser Kameraführung und präzis gesetzter Bild- und Sprachebene auszeichnet. Die Künstlerin will mit dem anlässlich des Jubiläums von CHF 8000 auf CHF 10'000 erhöhten Preisgeld den dritten Teil ihrer als Trilogie konzipierten Arbeit realisieren. Kathleen Bühler, die Jurypräsidentin und Leiterin Gegenwart am Kunstmuseum Bern, sowie Hans Baumgartner, Leiter Region Mittelland bei der Credit Suisse, geben uns Einblick in das von beiden Institutionen getragene Förderinstrument.

Partnerschaftsjubiläum und Preisverleihung 2016

20 Jahre fruchtbare Partnerschaft zwischen Credit Suisse und Kunstmuseum Bern. Der gemeinsam ins Leben gerufene Credit Suisse Förderpreis Videokunst wurde 2016 zum 5. Mal vergeben. Preisträgerin ist Stine Erkisen mit «Choreography # 2».

Der Credit Suisse Förderpreis Videokunst wurde nun schon zum fünften Mal vergeben. Wie hat er sich in dieser Zeitspanne entwickelt?

Kathleen Bühler: Als wir den Preis 2011 gemeinsam mit der Credit Suisse ins Leben gerufen haben, war uns daran gelegen, den künstlerischen Nachwuchs innerhalb des Mediums Video – das mittlerweile viele Ausdifferenzierungen kennt – zu fördern. Wir waren gespannt darauf, was junge Künstler und Künstlerinnen mit der an sich einfachen Ausgangslage – nämlich einer Kamera in der Hand oder einer Zeichnung auf dem Computer – alles anstellen. Dass sich das Interesse an diesem Wettbewerb derart entwickelt hat, hatten wir anfangs nicht gedacht.

Hans Baumgartner: Auch wir finden die Entwicklung, die dieses Kooperationsprojekt genommen hat, sehr erfreulich. Auch wenn dieser Nachwuchsförderungspreis sich erst einen Bekanntheitsgrad aufbauen musste, war es erstaunlich, wie hoch die Teilnehmerzahlen schon bei der ersten Ausschreibung waren. Die Anmeldungen haben sich von damals 32 auf heute 74 mehr als verdoppelt. Man könnte daraus schliessen, dass die Zeit reif für diesen Preis war.

Wie wichtig ist die Einbindung ins Kunstmuseum und wie profitieren der Preis bzw. die Preisträger von der Trägerschaft?

K. B.: Für uns ist es eine schöne Gelegenheit, Nachwuchskünstlerinnen und -künstler schon früh mit der Ausstellungspraxis in einer Institution vertraut zu machen und deren Schaffen überhaupt in den Blick zu bekommen. Dass wir sie in einem frühen Zeitpunkt ihrer Laufbahn unterstützen können und gleichzeitig etwas an unser Haus binden, ist ein schöner Nebeneffekt.

H. B.: Natürlich ist es ganz entscheidend, dass so ein Preis gut in eine anerkannte Institution eingebettet ist. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit, die Reputation, aber auch für die künftige Entwicklung. Das Kunstmuseum Bern ist hier für uns der ideale Partner. So haben wir dieses Projekt gemeinsam in Angriff genommen und jeder kann die eigenen Kompetenzen einbringen.

Welche Kompetenzen bringen das Kunstmuseum und die Credit Suisse ein?

H. B.: Das Kunstmuseum bringt seine Fachkompetenz ein, stellt mit Kathleen Bühler die Jurypräsidentin, richtet dem Preisträger eine Ausstellung aus und gibt dem Preis sozusagen eine Heimat. Ganz wichtig ist auch, dass das Gewinnervideo einen Platz in der Sammlung des Kunstmuseums erhält. Die Credit Suisse ihrerseits bringt neben dem Preisgeld auch die Fachkompetenz von André Rogger, dem Leiter der Sammlung Credit Suisse, als Jurymitglied und ihr Know-how in der Umsetzung ein. Sie begleitet die Preisverleihung medial und ermöglicht den Preisträgern, ihre Arbeiten vor einem grösseren Publikum zu zeigen.

Bei welcher Gelegenheit sind die Arbeiten zu sehen?

H. B.: Die Shortlist der Jury und das Preisträgervideo werden im Rahmen der Museumsnacht, die ja auch von der Credit Suisse unterstützt wird, in der Geschäftsstelle der Credit Suisse am Bundesplatz in Bern gezeigt. Dazu kreieren wir Lounges, die es dem Publikum ermöglichen, die Filme in einer Art Wohnzimmersituation zu erleben. Das findet Anklang und wir freuen uns jedes Jahr auf dieses Ereignis!

K. B.: Dieses Jahr findet die Ausstellung vom 25. Februar bis 26. März 2016 im Raum «Kunstmuseum Bern @ PROGR» statt.

Welches Fazit ziehen Sie nach diesen fünf Jahren?

K. B.: Dass es ein beliebter Preis ist, der auf die Bedürfnisse der Künstler und Künstlerinnen zugeschnitten ist, und auch vom Lehrbetrieb als Anerkennung ihrer Bemühungen geschätzt wird.

H. B.: Wir ziehen auf jeden Fall ein positives Fazit. Wir sind stolz, dass sich dieser Preis so gut etablieren konnte. Denn damals, als wir ihn anlässlich der 15-jährigen Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bern gemeinsam ins Leben riefen, konnte noch niemand ahnen, dass dieser Preis heute als eine Art Modellfall gilt. Er ist in dieser Konstellation einmalig und wird oft als gutes Beispiel für integriertes Sponsoring angeführt. Nicht zuletzt wegen dieser Entwicklung haben wir uns entschlossen, anlässlich der fünften Verleihung das Preisgeld von CHF 8000 auf CHF 10'000 zu erhöhen.

Wie könnte sich der Preis denn noch weiterentwickeln?

K. B.: Wir wünschen ihm noch mehr Sichtbarkeit, dass vielleicht auch einmal ein Videofestival die gesammelten Gewinnerwerke zeigt. Stolz sind wir bereits darauf, dass unsere Preisträger und -trägerinnen erste institutionelle Einzelausstellungen hatten oder Filmpreise bekommen haben.

H. B.: Sicher einmal quantitativ, aber da sind gewisse Grenzen gesetzt. Denn er richtet sich ja an die Studierenden der Fachhochschulen in der Schweiz. Ich sehe deshalb eher eine qualitative Entwicklung im Hinblick auf mehr Beachtung und mediale Aufmerksamkeit, aber auch in Bezug auf die Qualität der Einreichungen. Ein gewisser Konkurrenzkampf dürfte sich positiv auswirken.