Conservation Finance – wenn der Naturschutz auf die Wallstreet trifft
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Conservation Finance – wenn der Naturschutz auf die Wallstreet trifft

Je eintöniger nachhaltige Anlageprodukte aus dem Bereich Naturschutz sind, desto besser. Dies ist eine der Erkenntnisse der vierten jährlichen Conservation Finance Conference, die kürzlich bei der Credit Suisse in New York stattfand. Mit Investitionen in diese Produkte lässt sich eine gute und stabile laufende Rendite erzielen.

«Die Renditen von nachhaltigem Fisch sind für jemanden aus der Welt der Zinsen und Zinseszinsen erstaunlich.» Mit diesen Worten eröffnete Wilson Ervin, Vice Chairman des Group Executive Office, die vierte jährliche Conservation Finance Conference bei der Credit Suisse.

Die Verfügbarkeit von Kapital oder von Land- und Wasserflächen scheint nicht das Problem zu sein, wenn es um Investitionen in den Naturschutz geht. Die Schwierigkeit liegt vielmehr in der Verknüpfung dieser Faktoren. Es geht darum, eine ausreichende Zahl geeigneter Risiko-Rendite-Angebote zu entwickeln. Darüber hinaus muss kontinuierlich belegt werden, dass diese Angebote die risikobereinigten Renditen liefern können, die Mainstream-Anleger erwarten.

Naturschutz: ein thematisches Investment innerhalb der Portfolioallokation

Positiv ist zu vermerken, dass einige der führenden Anlageberater ein wachsendes Interesse an nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft, nachhaltiger Forstwirtschaft und Landbewirtschaftung sowie an umweltschonenden Anlagen in die Ozeane erkannt haben. Ihrer Ansicht nach bieten Anlagen in diesen Themenbereich eine gute und stabile laufende Rendite- vergleichbar oder gar höher als die Rendite, die derzeit an den Fixed-Income-Märkten erzielt werden kann. Darüber hinaus profitieren Anleger vom Aufwärtspotenzial, wie das auch bei anderen privaten Investitionen der Fall ist.

Von innovativ zu eintönig

Gefragt ist ein Wandel von neuen und innovativen Konzepten hin zu soliden professionellen Verfahren. Es herrscht breite Übereinstimmung darüber, dass die Umstellung des Sektors von stark massgeschneiderten Produkten auf Standardlösungen insgesamt zu begrüssen ist. Die Kapitalmärkte lieben das Eintönige. Und hierin liegt die enorme Chance für Intermediäre, die Kluft zwischen den Anforderungen institutioneller Anleger und den Bedürfnissen von Projektentwicklern besser zu überbrücken.

Die Renditen von nachhaltigem Fisch sind für jemanden aus der Welt der Zinsen und Zinseszinsen erstaunlich.

Wilson Ervin 

Risikominderung zur Förderung privater Investitionen

Das Potenzial für innovativere Finanzstrukturen und Massnahmen zur Verringerung von Risiken ist gross. Gerade die Risikominderung ist zu einer wichtigen Komponente bei der Markteinführung neuer Produkte geworden. Strukturelle Ansätze zur Risikominderung können eine entscheidende Rolle spielen, wenn sie für die Reduzierung der relevanten Risiken eingesetzt werden und wenn sie wirtschaftlichen Mehrwert bieten. Aber auch auf der Ebene einzelner Finanzinstrumente muss effizientes, integriertes Risikomanagement durch den privaten Anlagemarkt selbst erfolgen. Um dieses Ziel zu erreichen, forderten die Experten mehr Kreativität und Mut am Markt.

Neue Instrumente fördern das Wachstum im Sektor

Die Diskussion drehte sich weniger um die Rolle von Versicherungen und Technologien, obwohl Finanzinstitute natürlich auf technologische Entwicklungen und die Sorge vor Marktstörungen durch Marktinnovationen reagieren.

Die Tatsache, dass Marktgestalter, wie etwa die Börsen, eine stärkere Offenlegung von Daten fordern, dass Informationsanbieter Indizes für «grüne» Finanzprodukte entwickeln und dass Ratingagenturen Umweltrisiken in ihre aktuellen Verfahren integrieren, wird das Wachstum des Sektors nur beschleunigen. Politische Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden fordern eine verbesserte risikobasierte Offenlegung und eine Einschätzung der Vorzüge entsprechender Governance-Entwicklungen. Ebenso wollen sie das Potenzial zusätzlicher private Investitionen durch intelligentere öffentliche Finanzierungsmassnahmen evaluieren. Diese Faktoren werden notwendigerweise zu mehr Innovation führen.

Ein Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellte stellvertretend fest: «Bei den Themen Forst-, Land- und Wasserwirtschaft oder Plastikmüll in den Meeren haben wir noch keine Skaleneffekte erreicht. Wir müssen Koalitionen bilden, um unsere Ziele zu erreichen.»

4. Jährliche Credit Suisse-Konferenz zur Naturschutzfinanzierung

Quelle: Credit Suisse