Kommunikation und Trends
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Kommunikation und Trends

Und schon kommen die Nächsten: Was unterscheidet die Generationen Y und Z, wenn es um Kommunikationsmittel geht? Welche sind beliebt und welche weniger? Dabei zeichnet sich ab, dass Facebook an Popularität verloren hat. Ausserdem scheint, dass die Informationsschere bei den Jugendlichen immer weiter aufgeht.

Im diesjährigen Jugendbarometer lassen sich erste Vergleiche zwischen der Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) und der Generation Z (geboren ab 2000) ziehen. Alle Befragten gelten als «digital natives», als digitale Eingeborene, und verbringen viel Zeit online – demensprechend manifestieren sich diese Unterschiede zuallererst im digitalen Nutzungsverhalten. Die bevorzugten Plattformen der Generation Y sind Twitter, Facebook und das Internet an sich – und bisweilen schauen sie sogar TV. Die jüngere Generation Z bewegt sich hingegen gerne auf Instagram, Snapchat, WhatsApp und YouTube.

Schweiz: Newskonsum

In der Schweiz zeichnet sich bei beiden Generationen eine Polarisierung im Informationsverhalten ab. Die gute Nachricht: Die Gruppe von Jugendlichen, die sich jeden Tag mehrmals über das Weltgeschehen informiert, ist seit 2010 von 29% auf 38% angewachsen. Zählt man noch die zwei nächsten Gruppen dazu («Informiere mich einmal pro Tag», «Informiere mich mehrmals pro Woche»), sind doch 4 von 5 Jugendlichen einigermassen über die Lage im Bilde.

Die weniger erfreuliche Nachricht: Die Gruppe von Jugendlichen, die sich nur einmal pro Woche, noch seltener oder gar nie informiert, hat seit 2010 ebenfalls zugenommen – von 12% auf 19%. Jeder fünfte Jugendliche hat also wenig Ahnung, was in der Welt passiert. Untersucht wurde auch, wo sich die 16- bis 25-jährigen Schweizerinnen und Schweizer über das Weltgeschehen informieren. In den letzten Jahren haben fast alle Medien an Beliebtheit verloren, allen voran die gedruckten Gratiszeitungen wie «20 Minuten» oder «Blick am Abend» – diese waren bis 2016 noch so etwas wie die Leitorgane dieser Generation. Für die betroffenen Zeitungen muss dies keinen Reichweiteverlust darstellen, es zeigt sich, dass gedruckte Zeitungen häufig durch digitale Ausgaben ersetzt werden. Neu sind News-/Zeitungsseiten am beliebtesten bei den Jugendlichen, gefolgt von den News-Apps auf dem Smartphone/ Tablet.

Internationaler Vergleich: wichtigste Informationsquelle

Das Fernsehen und die bezahlten Zeitungen haben seit 2010 die Hälfte ihres Publikums eingebüsst. Das Radio konnte sich bis 2015 halten, seither verliert es stark an Popularität. Doch der Verlust trifft nicht nur die klassischen Medien. Facebook wurde zwischen 2010 und 2015 immer stärker als Informationsquelle genutzt, seither büsst es an Bedeutung ein. Zum gleichen Befund kam kürzlich auch eine gross angelegte Studie des Reuters Institute («Digital News Report 2018»). Einerseits hat also Facebook an Gunst bei den Jugendlichen verloren, andererseits priorisiert die Plattform selbst nutzergenerierten Inhalt wieder stärker als professionelle Inhalte. Das Jugendbarometer zeigt jedenfalls deutlich, wie schnell sich die neue Welt dreht und wie tief die Loyalität zu einer Marke ist. Die nächste Plattform ist immer nur einen Klick entfernt.

Internationaler Vergleich: am häufigsten genutzte Medien

Was ist zurzeit hot, was ist not ? Für alles, was als in gilt, ist das Internet so etwas wie die Grundvoraussetzung. 80% der Jugendlichen in allen Ländern surfen zwei Stunden oder mehr pro Tag. In den Hitlisten der Jugendlichen belegt das Smartphone einmal den ersten (Schweiz) und dreimal den zweiten Rang (USA, Brasilien Singapur). WhatsApp, YouTube, Netflix und E-Mail sind auch in. Auch Facebook ist populär, doch es ist in der Gunst der Jugendlichen gesunken. In der Schweiz ist es sogar aus den Top 10 gefallen.

Bei den Dingen, welche die Jugendlichen als out taxieren, gibt es länderübergreifend eine grosse Übereinstimmung. Das «Handy ohne Internet» geht gar nicht, Rauchen und Drogen sind unbeliebt, politische Parteien auch. Noch je eine lokale Besonderheit: In der Schweiz gilt die Religionsausübung als uncool, in den USA sind Elektrovelos out, in Brasilien sollte man Stars nicht auf den sozialen Medien folgen und in Singapur werden zu viele sexuelle Erlebnisse abgelehnt.

Iternational comparison: In & Out