Zentralbanken in der «neuen Normalität»
News & Videos

Zentralbanken in der «neuen Normalität»

Diesen Herbst versammelte das Credit Suisse Research Institute geldpolitische Experten wie Professor Joseph E. Stiglitz, Professor Nouriel Roubini, Jean-Claude Trichet und Sir Paul Tucker zu einem Meinungsaustausch über die Wirksamkeit heutiger Geldpolitik und die künftige Rolle der Zentralbanken.

Das Credit Suisse Research Institute (CSRI), die bankeigene Denkfabrik der Credit Suisse, beschäftigt sich mit Trends, die die Welt von heute prägen und die Welt von morgen beeinflussen. An der diesjährigen Herbstsitzung diskutierte das CSRI gemeinsam mit führenden geldpolitischen Experten – über die Zukunft der Geldpolitik und die wichtigsten Herausforderungen für die Zentralbanken.

Dank anregender Diskussionen und detaillierter Analysen war die Sitzung für alle Teilnehmer, darunter strategische Kunden und ranghohe Entscheidungsträger der Credit Suisse, von unschätzbarem Wert: «Es geht darum, die künftige Entwicklung besser einschätzen zu können und besser gerüstet zu sein, um unsere Kunden mit Blick auf ihre Anlageideen zu beraten», sagt Urs Rohner, Präsident des Verwaltungsrats der Credit Suisse Group AG und Vorsitzender des Credit Suisse Research Institute.

Sehen Sie, was weltbekannte Vordenker an der CSRI-Herbstsitzung über die künftige Rolle und die Herausforderungen der Zentralbanken zu sagen haben

Seit der Finanzkrise von 2008 haben die Zentralbanken verschiedene geldpolitische Massnahmen wie die quantitative Lockerung und Negativzinsen umgesetzt, Gemäss Nouriel Roubini waren diese Massnahmen einer absolut nötig, um eine Double-Dip-Rezession und Deflation zu verhindern. Ob die getroffenen Entscheidungen tatsächlich wirksam sind, ist nur schwer messbar und somit eine offene Frage. Gleichwohl macht es den Anschein, als ob die, Zentralbanken die Herausforderungen, die sich durch schwaches Wirtschaftswachstum ergeben, nicht alleine bewältigen könnten. «Zentralbanken können Wohlstand, Wachstum und Produktivitätssteigerungen nicht herbeizaubern. Die Geldpolitik kauft Zeit und verlegt Ausgaben vor, doch die Hauptarbeit in der Realwirtschaft müssen die Staaten und Unternehmen leisten», sagt Sir Paul Tucker, ehemaliger Vizegouverneur der Bank of England.

Wie sieht die zukünftige Rolle der Zentralbanken aus und welche Herausforderungen liegen vor ihnen?

Nach den Worten des ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, besteht die wichtigste Herausforderung darin, «andere Partner – die Regierungen, die Parlamente, die Privatwirtschaft, die Sozialpartner – zu überzeugen, dass sie eingreifen müssen. (...) Sonst bereiten wir lediglich den Weg zu den nächsten Schwierigkeiten, wenn nicht zur nächsten grossen Krise.»

Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz weist darauf hin, dass die nach 2008 getroffenen Entscheidungen der Zentralbanken grossen Einfluss auf deren eigene Zukunft hatten. «Sie haben sich nun in eine Lage manövriert, in der jede Rückkehr zu einer «normaleren» Geldpolitik unweigerlich Herausforderungen für die Weltwirtschaft zur Folge haben wird.»