Beziehungsaufbau zwischen Banken und Start-ups
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Beziehungsaufbau zwischen Banken und Start-ups

San Francisco, London und Berlin: Diese Orte kommen einem beim Thema Start-up-Kultur in den Sinn. Aber Zürich? Bekannt ist die Stadt in der Schweiz für ihre Banken – doch nun hofft eine wachsende Gruppe von Unternehmern, dass Zürich sich einen Namen als FinTech-Hotspot machen kann.

Jedes Unternehmen, ob gross oder klein, das seinen Erfolg sichern möchte, muss kontinuierlich versuchen, seine Kunden auf immer innovativere und effizientere Weise zu betreuen. Für eine zunehmende Zahl etablierter multinationaler Unternehmen – in Branchen von Sportbekleidung über Unterhaltungselektronik bis hin zum Maschinenbau – bedeutet dies, mit kleineren, schlankeren Start-up-Unternehmen zusammenzuarbeiten oder sich von diesen inspirieren zu lassen.

Attraktive Partner

Die Idee findet bereits seit einiger Zeit zunehmenden Anklang. General Electric – selbst ein Grossunternehmen, das begonnen hat, Start-up-Prinzipien auf seine eigene Geschäftstätigkeit anzuwenden – veröffentlichte 2014 einen Bericht, demzufolge 85 Prozent der Unternehmen Start-ups und Entrepreneure «als die mit Abstand attraktivsten Partner» betrachten. Die Finanzdienstleistungsbranche dürfte in dieser Hinsicht reichlich Auswahl haben. 

Ein jüngst veröffentlichter Artikel auf BankInnovation.net merkt an, dass es weltweit rund 12'000 FinTech-Start-ups gibt. Zwar möchten einige von ihnen nicht mit Banken zusammenarbeiten, viele sind jedoch aktiv auf der Suche nach Partnerschaften mit Banken. Wie der Economist dieses Jahr bereits feststellte, wächst der FinTech-Bereich rapide und hat «2014 Investitionen in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar angezogen, gegenüber 4 Milliarden im Vorjahr». Ob es um die bessere Koordinierung von Investitions- und Beratungsprozessen, mehr Transparenz oder die Einführung neuer Technologien geht, Start-ups können grosse Finanzinstituten dabei unterstützen, einige der schwierigsten aktuellen Herausforderungen der Branche zu meistern. Die Banken können im Gegenzug ihre Stärke, Grösse und Reichweite nutzen, um Ideen voranzutreiben.

Frühindikatoren

Im Allgemeinen werden Start-ups nicht durch die Prozesse und unternehmenspolitischen Gegebenheiten ausgebremst, die sich in grossen Organisationen finden. Sie sind beweglicher und besser in der Lage, schnell und flexibel auf die sich entwickelnden Bedürfnisse von Kunden zu reagieren. Aus der Sicht einer Bank können Start-ups als Frühindikatoren für neue und kommende Trends sowie als Modelle für neue und potenziell produktivere Arbeitsmethoden dienen. Dem Magazin Fortune zufolge ist MasterCard ein Beispiel für ein globales Finanzdienstleistungsunternehmen, das versucht hat, eine Start-up-Struktur innerhalb seiner eigenen Organisation umzusetzen, indem es eine Art «Miniunternehmen» in seinem Hauptsitz in New York eingerichtet hat, um Ideen zu entwickeln und zu testen. Andere bekannte globale Marken haben im Zentrum von Start-up-Communities «Hubs» gegründet oder sind Partnerschaften mit diesen Gemeinschaften eingegangen, um Beziehungen aufzubauen.

Etwas bewirken

Die Partnerschaft der Credit Suisse mit dem Impact Hub Zürich ist eine von mehreren Initiativen, an denen die Bank weltweit beteiligt ist, um Innovationen im Finanzsektor zu fördern. Die Bank ist ein wichtiger Partner des Hub, eines neuen Coworking-Space, der zahlreichen unterschiedlichen Start-ups einen Arbeitsraum bietet, an dem sie nebeneinander als Teil einer dynamischen Gemeinschaft arbeiten können. Seinen Gründern zufolge lautet das Ziel nicht, den Wettbewerb zu fördern, sondern mehr Möglichkeiten zum Austausch von Ideen zu schaffen, in einer Atmosphäre, in der Menschen voneinander lernen können, was auch immer sie beruflich tun. Denn weshalb sollte eine gemeinnützige Organisation nicht hilfreiche Lektionen von einem Softwareentwickler erhalten? Weshalb sollte jemand, der an Innovationen im Bereich nachhaltiger Energieversorgung arbeitet, nicht einer jungen Modemarke als Inspiration dienen?

Menschen verbinden

Die Credit Suisse teilt diese Auffassung. Daher hat die Bank einige ihrer Mitarbeitenden ermutigt, im Hub zu arbeiten, um neue Technologien und Lösungen zu entwickeln, zu testen und zu implementieren. Es gehört zur übergeordneten Strategie der Bank, Beziehungen zu Technologie-Innovatoren in aller Welt aufzubauen.

«Unser Fokus liegt hauptsächlich auf Projekten, die neue Geschäftsmodelle und digitale Lösungen bieten, die untersucht und ausprobiert werden können», so Daniel Höfelmann vom Digital Private Banking der Credit Suisse.

Wir möchten eine führende Rolle bei der Digitalisierung des Finanzwesens spielen.

Daniel Höfelmann, Digital Private Banking der Credit Suisse 

«Wir möchten eine führende Rolle bei der Digitalisierung des Finanzwesens spielen und Zürich auf der weltweiten FinTech-Landkarte etablieren.» «Dies ist nicht nur für unsere Digital-Private-Banking-Initiative wichtig, sondern für das gesamte Unternehmen.»

Freiräume und Freiheit

Die Zusammenarbeit der Credit Suisse mit dem Hub gibt der Bank die Möglichkeit, sich als Mitglied in die Gemeinschaft einzubringen, indem sie Veranstaltungen unterstützt und mitgestaltet, die – wie im Falle von Zürich – dazu beitragen könnten, das Profil der Stadt als ein Zentrum für Innovationen im FinTech-Bereich zu stärken. Im Oktober trat die Bank als Sponsor und Partner des ersten FinTech Start-up Weekend Zurich auf und erst letzten Monat nahm sie an Disrupt Finance teil, einer Veranstaltung, die von Entrepreneuren gegründete Start-ups in der Stadt mit potenziellen Investoren zusammenbringt.

«Damit ein Unternehmen innovativ und erfolgreich sein kann, brauchen die Mitarbeitenden Freiräume und Freiheit, um kreativ zu sein und neue Ideen umzusetzen», kommentiert Daniel. «Dies ist genau die Art von Umfeld, die der Hub schaffen möchte.»

Technologie verändert das Bankgeschäft in einer Weise, die man bislang nicht für möglich gehalten hätte.

Daniel Höfelmann, Digital Private Banking der Credit Suisse

«Technologie verändert das Bankgeschäft in einer Weise, die man bislang nicht für möglich gehalten hätte.» «Wir sind die Bank für Unternehmer, daher ist es nur konsequent, dass wir diesen Wandel unterstützen und mitgestalten möchten.»