So vielseitig wie Wien

Das Private Banking Österreich ist jung und auf Wachstumskurs: In den letzten sieben Jahren wurden die Geschäftsvorgaben stets erreicht oder sogar übertroffen. Zum Erfolg tragen auch Support-Funktionen bei – Leila Nikl hat gleich drei davon inne.

Mein Job ist so divers und facettenreich wie Wien. Da unsere Niederlassung mit rund 45 Mitarbeitenden relativ klein ist, betreue ich gleich drei Auf­gabengebiete: Business Risk Management (BRM), Controlling sowie Business Support. Teils sind die Aufgaben eng verzahnt, teils komplett verschieden, doch immer spannend und herausfordernd.

Im Bereich BRM befasse ich mich mit Hilfe entsprechender Programme wie MICOS mit der Erkennung, Analyse, Überwachung und Kontrolle diverser Risiken. Kürzlich haben wir beispielsweise durch die Beobachtung von Wertschriftentransaktionen einen Systemfehler entdeckt: Unser Reporting Tool hat falsche Daten geliefert. Aufgefallen war das nur, weil die Zahlen stark von unseren Erwartungen abwichen – und weil wir genau hinschauten. Um mögliche Risiken im Auge zu behalten, erstellen wir quartalsweise den sogenannten Key Risk Indicator Report, der die wichtigsten Themen und Risiken, die den österreichischen Markt betreffen, für das Management zusammenfasst.

Im Controlling beschäftigen mich hauptsächlich Zahlen: via verschiedener Tools erfasse und analysiere ich regelmässig unsere Unternehmensdaten. Darauf basierend erstelle ich sporadisch Berichte für Henrik Herr, Leiter Private Banking Österreich, sowie für andere Führungspersonen. Meinen Vorgesetzten, unseren lokalen COO Christoph Gum, unterstütze ich unter anderem bei der Vorbereitung von Quartalsberichten und Managementpräsentationen.

Meine Aufgaben im Bereich Business Support haben ebenfalls oft mit Auswertungen zu tun. Wenn zum Beispiel Kollegen von Investment Consulting empfehlen, gewisse Wertpapierpositionen zu verändern, dann ermittle ich diejenigen Kunden, die diese Produkte in ihrem Portfolio haben.

Schliesslich nehme ich diverse Projektmanagementaufgaben wahr. So kümmere ich mich etwa bei neuen Investment-Profilen oder Vermögens­verwaltungsmandaten um die Unterlagen oder um allfälligen Schulungsbedarf. Wird ein neues System eingeführt, wie jüngst im Formularwesen oder im Bereich Sonderkonditionen, fällt das ebenfalls in meinen Verantwortungsbereich. Dabei besteht die grösste Herausforderung darin, präzise und fehlerlos zu arbeiten: Die Kunden sollen Umstrukturierungen sowie die Einführung neuer Programme nicht wahrnehmen.

Ich begann vor drei Jahren bei Credit Suisse als Assistenz der Kundenberater. Dabei lernte ich das System, die Programme und die Bank von der Pike auf kennen. Als ich mich nach etwas mehr als einem Jahr beruflich verändern wollte und meine heutige Position frei wurde, ermutigten mich meine Vorgesetzten, die Stelle anzutreten. Für diesen Vertrauensvorsprung bin ich ihnen noch heute dankbar.

Am meisten gefällt mir an meinem Job, dass meine Aufgaben so breit gefächert und abwechslungsreich sind. Zudem gleicht kein Tag dem nächsten, oft kommt alles anders als erwartet. Dass sich dadurch mein Tagesablauf selten planen lässt und nicht immer Zeit für Lunch bleibt, nehme ich gerne in Kauf. Mehr Mühe habe ich damit, notgedrungen gewisse ­Aufgaben zurückzustellen. Oft landet vieles zeitgleich bei mir auf dem Tisch, und naturgemäss nimmt sich jede Anfrage selbst am wichtigsten. Also priorisiere ich in solchen Fällen die Anliegen der Front, denn die Kunden sollen stets die bestmöglichen Lösungen erhalten.

Ich mag zwar auf dem Papier eine One-Woman-Show sein, doch alleine arbeite ich nie. Zu zahlreich sind meine Schnittstellen zu den Muttergesellschaften. Im Bereich BRM beispielsweise stehe ich in engem Kontakt mit meinem Pendant Ludovic Trottier aus Luxemburg oder mit Daniel Kury aus Zürich. Bei uns in Österreich hat Zusammenarbeit ebenfalls einen hohen Stellenwert. Aufgrund der Unternehmens­grösse kennen wir uns alle und ziehen am gleichen Strang, so können wir flexibel auf Kundenbedürfnisse eingehen.

Wenn ich morgens zwischen halb acht und acht Uhr ins Büro komme – mein Arbeitsweg dauert rund 50 Minuten, obwohl ich in Wien wohne –, werfe ich immer zuerst einen Blick auf die High-Risk-Themen und auf allfällige Deadlines bei den Projekten. Bevor ich mich danach dem Tagesgeschäft widme, nehme ich mir ein paar Minuten Zeit, um die Prioritäten in meinen drei Aufgabenbereichen richtig zu setzen. Nach einem hektischen Tag oder einer stressigen Woche entspanne ich mich am besten beim Motorradfahren oder Sport. Und zu Hause legt mein Mann Wert darauf, dass ich mich nicht mehr mit der Arbeit beschäftige. Genauso meine Katze, die lautstark protestiert, wenn meine Aufmerksamkeit wieder mal dem Blackberry statt ihr zukommt.