Ein innovativer Ansatz für Abwasser

Globale Bedenken bezüglich Wassermangel und giftigem Trinkwasser sind im letzten Jahrzehnt auf ein kritisches Mass angestiegen. Mit Hilfe beeindruckender neuer Technologien zur Abwasseraufbereitung kann die Furcht vor dem rapiden Verlust der wichtigsten Ressource der Welt nachlassen. Es gibt Optionen.

Nach seiner Zeit als Chief Executive Officer eines erfolgreichen, selbst aufgebauten Softwareunternehmens konzentrierte David Cam seine Aufmerksamkeit auf Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bereich Abwasser und Umwelt. «Im Jahr 2006 habe ich beschlossen, dass das grosse, globale Problem, mit dem ich mich den Rest meine Arbeitslebens beschäftigen werde, Wasser sein wird. Ich verstehe, wie wichtig Wasser ist und habe einfach intuitiv gespürt, dass es bei Wasser eine Chance gibt, die vorher noch nicht versucht wurde», sagt er.

Lancierung eines neuen Unternehmens

Als gebürtiger Australier stammt David Cams Interesse an der Wasserkrise aus der Dürre, die Australien im Jahr 2006 heimsuchte. Australien ist bereits der trockenste Kontinent und in diesem Jahr lagen die verzeichneten Niederschläge bei 40–60 %, was auf einem bereits schwachen landwirtschaftlichen Markt zu einem Abrutschen der Erträge um 23 % führte. Er zielte auf ein Unternehmen ab, das Technologien zur Abwasseraufbereitung entwickeln würde, selbst aber nicht Wasser aufbereitet. Er «wollte nicht seine gesamte Aufmerksamkeit einem vor Ort aktiven Produktionsunternehmen widmen», sagt er.

Er merkt an, dass der globale Abwasseraufbereitungsmarkt derzeit vom Einsatz von Chemikalien und Membrantechnologie geprägt ist und damit nahezu alle Arten von Abwasser aufbereitet werden. Es gab in den letzten 30 Jahren keine wesentlichen Fortschritte bei der Abwasseraufbereitungstechnologie.
Er erinnert sich, dass beim Aufbau seines selbstfinanzierten Start-ups Hydrus Technology seine grösste Sorge war: «Was ist, wenn es nicht funktioniert?» Die Zweifel überwand er aber schnell. «In der Welt eines Unternehmers muss man eine Idee und die Stärke, Kraft und Standhaftigkeit, weiterzumachen, haben», betont er. Nach vier Jahren Forschung war er ausreichend zuversichtlich in Bezug auf sein Wissen über die Technologie und den Markt und er realisierte, dass der nächste Schritt darin bestand, ein Team aufzubauen.

Leistungsstarke Partnerschaften schaffen

Er erinnert sich an die ersten Jahre des Unternehmens: «Ich habe mich mit einem Ingenieur zusammengetan und er hat bei der Entwicklung der Technologie geholfen. Er hatte bereits Erfahrung in der Wasseraufbereitung. Gemeinsam brachten wir das Unternehmen weiter und haben 2012 einen Chemiker eingestellt, um noch einen Schritt weiterzugehen. Bis Anfang 2014 waren es nur ich, der Ingenieur, der Chemiker und ein Finanzcontroller, die dieses Geschäft vorantrieben.»

Die Queensland University of Technology (QUT) wandte sich an das Unternehmen, nachdem sie von einem Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Australien, das eine Verifizierung der Technologie des Unternehmens wollte, von seiner Arbeit gehört hatte. Die QUT erkannte bald das Potenzial der Technologie, die bei Hydrus entwickelt wurde und entschied sich, zur Verbesserung der Technologie mit dem Team des Unternehmens zusammenzuarbeiten. Das QUT half uns dabei, «die Technologie vollständig zu erschliessen», so David Cam. 2013 begannen die beiden Teams eine langfristige strategische Forschungs- und Entwicklungsbeziehung, die seiner Ansicht nach das Wachstumspotenzial des Unternehmens maximierte und so im Juli 2013 zur handelsgerichtlichen Eintragung von Hydrus Technology führte.

Rückgewinnende Technologie

Die Forschungspartnerschaft mit der QUT, einer Universität, die das USD 300 Mio. teure Science and Engineering Centre beherbergt, ermöglichte Hydrus, bis heute mit leitenden Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten und gab ihm Zugang zu Forschungseinrichtungen auf dem neuesten Stand der Technik und zu Forschungspersonal. Mit der Unterstützung des QUT entwickelte Hydrus fortschrittliche elektrochemische und katalytisch unterstützte Oxidationstechnologien, die laut Unternehmensberichten «erheblich weniger Energie, Chemikalien und Arbeit erfordern, um eine höhere Aufbereitungskapazität mit geringeren Umweltauswirkungen und verringertem Infrastrukturaufwand zu erreichen».

Die von Hydrus Technology entwickelten Lösungen, die es an implementierende Partner vor Ort lizenziert, umfassen proprietäre elektrochemische und Oxidationsprozesse, die Verunreinigungen wie gefährliche Chemikalien, Schwermetalle, schwer abbaubare organische Substanzen, Bakterien und andere schädliche Verunreinigungen aus der Energie-, Bergbau-, Industrie-, Nahrungs- und Agrarbranche aus dem Abwasser entfernen. Die Technologie von Hydrus gewinnt auch Eisenerz aus Abwasser aus der Aluminiumoxid-Produktion und seltene Erden und wertvolle Mineralien aus Aufbereitungsrückständen im Bergbau.

Erweiterung des Umfangs

Der globale Öl- und Gassektor ist zu einem Nischenmarkt für das Unternehmen geworden, da seine Technologie sich als eine der fortgeschritteneren auf dem Markt erwiesen hat. David Cam merkt an: «Wir haben weltweit die beste Lösung zur Aufbereitung von Fracking-Flowback-Wasser. Wir wissen das aufgrund des Interesses von grossen Öl- und Gasunternehmen, die nach einer besseren Lösung als den derzeit erhältlichen suchen. Fracking ist weltweit ein äussert emotionales Thema und Hydrus hat eine Lösung, die sowohl Ölproduzenten als auch Aufsichtsbehörden und Umweltschützer zufriedenstellt.

Hydrus hat zwei konsistente Dynamiken hinsichtlich der Abwasseraufbereitungs-, Mineralienrückgewinnungs- und Umweltsanierungsmärkte weltweit beobachtet: Je komplexer der zu behandelnde Abwasser- oder Flüssigkeitsstrom ist, desto schwächer ist die Wettbewerbslandschaft und desto höher ist der Wert für Hydrus und seine Kunden. Er fügt hinzu: «Uns ist oft von F&E-Unternehmen auf der ganzen Welt gesagt worden, dass wir in Bezug auf diese Art von Technologie, unser Verständnis und unsere Anwendung der Technologie so weit vor der Konkurrenz liegen, dass wir entweder den derzeitigen Markt verändern oder vorausschauenden Unternehmen ermöglichen können, ihre eigenen Wasseraufbereitungsprozesse zu verbessern.»

Umwälzung des Wasserbereichs

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Aufbereitung von verschmutztem Wasser, einschliesslich des traditionellen Einsatzes von Chemikalien, aber David Cam betont, dass keine davon so kosteneffizient, effektiv oder umweltfreundlich wie die von Hydrus ist. Das Geschäftsmodell des Unternehmens, das ein strenges Kostenmanagement durch Outsourcing von IT, Produktion und Teilen seiner Implementierungsprozesse vor Ort vornimmt, ermöglicht es dem Team, sich voll auf die Weiterentwicklung bestehender und neuer Technologien und hochwertiger Lösungen zu konzentrieren. «Wir werden auf jedem Kontinent präsent sein und viele verschiedene Abwasserströme auf Arten aufbereiten, die effektiver und günstiger sind und weniger Chemikalien und Arbeitskräfte einsetzen als je zuvor», so David Cam.

Es scheint, dass das Unternehmen auf dem Weg ist, sein Ziel, bei der Bewässerung der Welt zu helfen, zu verwirklichen.